Scan 540
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Anna Kath. geb. Lessig und ging am 11. Januar 1774 in Leitmeritz eine zweite Ehe mit Josefa Beck ein. Im Jahre 1744 kaufte er in der Vorstadt Dubina ein Haus, erlangte am 13. Mai 1755 das Bürgerrecht in Leitmeritz und war seit 1770 Eigentümer des Hauses No. 146 in der Rauchfangkehrergasse. In den Urkunden wird er »fidifex« und »fidenifex« genannt. Er arbeitete nach der Form und hatte ein eigenes, dem Stainer'schen ähnliches, hochgewölbtes Modell. Seine Arbeit ist sehr sauber, der (Spiritus)-Lack meist schwarzbraun, seltener goldgelb. Der Ton ist weich, trägt jedoch nicht, so dass seine Instrumente im Orchester wenig Werth haben.
3Rauch, Thomas. — Breslau. Geb. 17. Dez. 1702 in Prag, lebte noch nach 1746.
4Sohn von Seb. Rauch in Prag und vielleicht ein Schüler seines Taufpathen Thomas Edlinger, an den seine besseren Arbeiten erinnern. Er hatte ein eigenes, hochgewölbtes Modell und verwendete einen jetzt sehr dunkel aussehenden Lack. Arbeit, Holz und Ton sind recht gut. In Breslau ist er schon 1737 nachzuweisen. Eine sehr schöne, an Tielke's Arbeiten erinnernde Viola d'amore mit geschnitztem Köpfchen befindet sich in Paul de Wit's musikhistorischem Museum in Leipzig.
6Rauch. — Hamburg.
7In vielen Verzeichnissen wird ein Rauch als Hamburger Geigenmacher angeführt. Hart nennt ihn Sebastian und giebt das Jahr 1725 an. Es wäre ja möglich, dass der Prager Meister, der dort nur bis 1724 nachweisbar ist, nach Hamburg übersiedelte, aber nachweisen lässt sich das nicht. Vielleicht ist der Hamburger Rauch jedoch dadurch entstanden, dass der Engländer Burney, der 1772 nach Antwerpen kam, erzählt, er habe dort im Hause der hanseatischen Kaufleute (der Osterlinge) eine Sammlung von 30—40 theilweise ungewöhnlich grossen Flöten (Schalmeien) aus älterer Zeit gesehen, die in »Hamburg angefertigt« gewesen wären und den Namen Caspar Rauchs Schrattenbach trugen. Es waren wahrscheinlich grosse Pommern, die von Hamburger Kaufleuten dorthin gebracht wurden; ihr Verfertiger aber lebte nicht in Hamburg, sondern in Schrattenbach (zwischen Kaufbeuren und Kempten), wo noch andere Mitglieder der Familie in gleichem Berufe thätig waren (so Hans Rauch, von dem eine Bass-Pommer im Münchner Nat.-Mus. sich befindet). Aus dem Burney'schen Buch ging der Name Rauch's als eines Hamburger Meisters wohl in andere Schriften über; allmählich verwandelte er sich dabei in einen Geigenmacher, und Fétis gab ihm sogar den Namen Gaspard Rancho. Es wäre immerhin — so unwahrscheinlich es an sich ist — möglich, dass Caspar R. auch Lauteninstrumente gemacht haben könnte; möglich ist ferner, dass Sebastian Rauch, der ja aus dem »Augsburgischen« (ein weiter Begriff) nach Prag gekommen sein soll, aus Schrattenbach stammte.
9Rauche. — London. 1762.
10Ein Lautenmacher, dessen Name sich in einer mit Elfenbein eingelegten Theorbe im South Kensington Museum findet.
12Rauser (Rauscher), Sebastian. — Verona. 1590. 1605.
13Baron nennt ihn in seiner Untersuchung der Instr. des Lauten irrthümlich »Rausgler«, und seitdem findet man ihn überall in dieser Schreibart angeführt. Baron schreibt: »Sebastian Rausgler, der Anno 1594 (wo aber, ist mir nicht
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