Scan 571
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Rückers, Andreas d. Ae. — Antwerpen. 1579. 1615.
2Sohn von Hans R. d. Ae., wurde am 30. Aug. 1579 getauft. Die Mitglieder dieser Familie haben fast ausschliesslich clavierartige Instrumente gemacht und sind nur dafür berühmt, doch machten sie viele Harfen, und die Möglichkeit, dass sie auch einzelne Lauten angefertigt haben, ist daher nicht ausgeschlossen.
4Rückers, Hans d. J. — Antwerpen.
5Sohn von Hans R. d. Ae., wurde am 15. Jan. 1578 getauft.
7Rückers, Jan (Hans), gen. der Aeltere. — Antwerpen. Geb. um 1555, † 1641 (?).
8Er wurde 1579 in die Gilde aufgenommen und war der bedeutendste Antwerpener Clavecinmacher. Er lebte noch 1623 — wahrscheinlich bis 1641 — und war mit Adrienne Knaeps verheirathet. Er hatte vier Söhne: Franz (geb. 1576), Hans (1578), Anders (1579) und Anton (1581).
10Rüdiger, Moritz. — Brieg. 1886. 1890.
11Er war hauptsächlich Clavierhändler, beschäftigte sich aber viel mit dem Geigenmachen und machte allerlei Versuche und Erfindungen. So schlug er 1886 in De Wit's Zeitschrift die Verwendung von Stegen aus Tannenholz vor und erfand mit Carl Bögel· Spannungsrippen für die Resonanzböden der Geigen·, — eine Erfindung, die sich in keiner Weise bewähren konnte. Ebenso erging es seiner Uebungsgeige (mit gedämpftem Ton), an der er namentlich die F-Löcher veränderte.
13Ruelle, Pierre. — Paris. 1754.
14Sein Name ist nur dadurch bekannt, dass er geschwornen Meister der Pariser Lautenmacherzunft für 1754 war.
16Ruffini. — Neapel. XIX. Jahrh.
17Ein neapolitanisches Musikinstrumentengeschäft, dessen Besitzer jetzt A. Colle ist. Die Firma, die verschiedene Ausstellungen beschickte, führt ihre Gründung bis 1744 zurück und hat auch in Rom Niederlagen.
19Ruggeri (Rugieri, Ruggieri, Rugièr, Ruger, Rudger).
20Es ist schon bei Erwähnung der Brescianer Rogeri darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Familien Rogeri und Ruggeri nicht verwechselt werden dürfen. Die Ruggeri sind übrigens auch sonst in der Musikgeschichte hervorgetreten. Ein Antonio Ruggeri war um 1640 ein berühmter Sänger und Giovanni Maria Ruggeri ein bekannter venetianischer Tondichter, von dem u. A. 1696 ·Marianne·, 1698 ·Miltiade·, 1702 ·Amor por vendetta·, 1709 ·Arato in Sparta· und 1710 ·Armida abandonata· erschien.
22Ruggeri (Rugieri), Francesco. — Cremona. 1645. 1700.
23Der älteste und bedeutendste Geigenmacher der Familie. Er wohnte in der Contrada Coltellai No. 7 und war ein Schüler Nicola Amati's, den er nachahmte. Nur seine F-Löcher sind kürzer und weiter, die Wölbung etwas höher und das Modell ein wenig breiter; die Umrisse sind schwungvoll, die Einlage breit, und der Lack, der leuchtend und durchsichtig wirkt, ist meist von dunkelgelbrother oder hellgelbrother Farbe. Das Holz ist gewöhnlich sehr schön und oft auch schön geflammt. Häufiger als seine Violinen kommen Violoncelli von ihm vor, deren Modell allerdings ein wenig zu lang erscheint; auch verwendete er bei diesen manchmal zu Zargen und Boden geringere Holzarten, immer aber verstand er, einen edlen vollen und schönen Ton zu erzielen. Ein echtes Violoncello von ihm ist heute kaum unter 6000—8000 M. zu haben. Auf dem Zettel der von Ole Bull gekauften Geige Schlosser's (aus dem Jahre 1665) nennt
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