Scan 628
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Spidlen, Franz. — Moskau. Geb. 1867 in Böhmen.
2Talentvoller Schüler von Metelka und Vitáček. Im Jahre 1894 liess er sich in Kiew in Russland als Geigenmacher nieder. Nach E. Salzard's Tode übernahm er dessen Werkstatt in Moskau, wo er jetzt Geigenmacher des Conservatoriums ist. Er besitzt bereits verschiedene Ausstellungsmedaillen, darunter solche aus Prag 1895, Kiew 1897 und Paris 1900. Er ahmt das Stradivari- und Guarneri-Modell nach, verwendet Oellack und bringt auf dem Boden seiner Arbeiten seinen Namen durch Brandstempel an.
4Spilman, Dorigo. — Venedig (?). XVI. Jahrh.
5In einer Laute des Museums Modena in Wien, die der Arbeit Linarolo's gleicht, findet sich die Inschrift: »Dorigo Spilman« (ohne Datum). Dorigo ist jedenfalls der Name und Spilman die Bezeichnung des Standes (»Spielmann-Musiker«). Ein Dorigo wäre also als der Eigenthümer der Laute und freilich vielleicht auch als ihr Verfertiger anzusehen.
7Sprague, Amos D., hat ein Geigengeschäft in Chicago.
9Spranger, Carl Wilhelm. — Klingenthal. 1772.
10Vielleicht ein Sohn von Johann Gabriel Spr. Einer der weniger bekannten vogtländischen Meister seiner Zeit.
12Spranger, Johann Gabriel. — Klingenthal. 1764.
13Er arbeitete ähnlich wie die Familie Hopf, ist aber weniger bekannt geworden.
15Sprenger, Adolf. — Stuttgart. Geb. 24. Nov. 1872 in Neu-Ulm (Bayern).
16Schüler seines Vaters Anton Spr., ging nach beendigter Lehrzeit erst nach Wien (1892), von da nach New-York, arbeitete längere Zeit in Philadelphia und 1896 in Chicago. Nach seiner Rückkehr übernahm er (1897) das Geschäft seines Vaters, das er in gleicher Weise fortführt; auch er macht neue Geigen und Violoncellos nach Stradivari, Guarneri etc., wendet Spirituslack und Bernsteinlack an. Seine Meisterschaft als Geigenmacher bewies er durch den Bau mehrerer Violinen, die 1896 in Stuttgart die goldene Medaille erhielten. Am 24. Januar 1900 wurde er zum Hof-Instrumentenmacher ernannt. Wie sein Vater befasst er sich auch mit der Herstellung quintenreiner Saiten.
18Sprenger, Anton. — Biberach, Ulm a./D., Stuttgart. Geb. 8. April 1833 in Mittenwald, † das. 27. Oct. 1900.
19Schüler von Gg. Tiefenbrunner, ging zu seiner weiteren Ausbildung nach Augsburg, Passau, Linz und Wien, machte sich zunächst in Biberach selbstständig, zog dann nach Ulm und verlegte 1870 sein Geschäft nach Stuttgart, wo er Nachfolger Martin Baur's und später Hofinstrumentenmacher wurde. Er befasste sich vorzugsweise mit dem Neubau von Geigen und Violoncelli nach Stradivari und Guarneri und verwendete Bernstein-, Oel- und auch Spirituslack. Seinen Instrumenten wird edler Ton und saubere Arbeit nachgerühmt; er besaß zahlreiche Ausstellungsmedaillen und Ehrendiplome und ist der Erfinder der bekannten Tonschraube. Diese besteht aus einem Klangstabe, der vom Hals bis zum Köpfchen durch das Instrument geführt wird und die natürliche Spannung der Saiten künstlich erhöht. Die Vibration wird dem Körper des Instruments gleichmässiger mitgetheilt, und schlechte, tonarme Instrumente
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