Scan 632
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Stainer, Jakob. — Absam (Tyrol). Geb. 14. Juli 1621 in Absam, † 1683.
3Sohn des Martin Stainer und der Sabina geb. Grafinger. Der grösste Meister der deutschen Schule und ein Künstler, der, wenn er auch andere Wege einschlug, nur in Amati und Stradivari seines Gleichen findet. Es ist unbekannt, wessen Schüler er war; die Sage, dass er bei Amati in Cremona gelernt habe, ist durch nichts bewiesen. Auch die Annahme, dass er bei dem berühmten Orgelbauer Daniel Herz in dem seinem Geburtsorte nahen Wilten zuerst in der Lehre gewesen sei, hat nicht viel Wahrscheinlichkeit für sich, aber es wäre immerhin möglich; Daniel Herz war ein kunstreicher Mann, der gewiss ausser Orgeln auch Lauten und Geigen machen konnte. Er stand bei dem Landesfürsten Erzherzog Ferdinand Karl in hohem Ansehen, und die besten Musiker verkehrten bei ihm. Hier hätte Stainer also wohl den Grund zu seiner nachmaligen Künstlerschaft legen können. Wahrscheinlicher ist es, dass er bei irgend einem Absamer Bauern, der, wie viele Andere in Tyrol, im Winter sich mit der Bildschnitzerei und dem Geigenmachen beschäftigte, die erste Anleitung erhielt. In seiner frühesten Jugend wird er auch eine Zeit lang als Hirtenknabe gedient haben, und seine ersten Versuche, sich eine Fidel zu schnitzen, mag er damals unter Gottes freiem Himmel gemacht haben. Gleichwohl dürfte er keine ganz schlechte Schulbildung genossen haben; er war auch ein vorzüglicher Geiger und soll sogar als Mechaniker durch merkwürdige Kenntnisse berühmt gewesen sein. Es wird stets erzählt, dass er schon 1639 seine ersten Geigen auf den Markt in Hall gebracht habe, was durchaus glaubwürdig ist. Im Jahre 1643 kam er nach Salzburg, musste dort, wie das Zahlmeister-Kassajournal ausweist, „etliche Geigen bei der hochfürstl. Instrumentenstube“
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