Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 636

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

2 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 614. See the scan on archive.org.

1Museum des Conservatoriums in Brüssel beweist, in der sich der unsinnige, gedruckte Zettel befindet: "Jacobus Staainer Filius, in absam prope omni pontum 1558" befindet. Selbst in Italien wurde sein Modell nachgeahmt, ganz abgesehen von dem Einfluss seiner Arbeit auf D. Tecchler und die Schule von Rom. Ja, der Glanz seines Ruhmes hat im achtzehnten Jahrhundert in a len germanischen Ländern die grössten italienischen Meister überstrahlt. Erst die erhöhten Anforderungen an die Geige und die Kraft ihres Tons im 19. Jahrhundert, denen die Stainer-Geigen nicht ganz zu entsprechen vermögen, brachten es mit sich, dass man jetzt die Cremoneser überall bevorzugt. Ihren Sammelwerth behalten die Stainer-Geigen aber für alle Zeit, und so kommt eine echte Arbeit von ihm fast noch seltener im Handel zum Vorschein, als eine echte Stradivari. Die schönsten Stainer-Geigen befinden sich in englischem Besitz, was in Deutschland noch vorkommt, ist nicht immer zweifellos echt. In echten Arbeiten fanden sich bisher nur handschriftliche Zettel, so dass es fraglich erscheint, ob er jemals gedruckte verwendet hat. Es wäre wünschenswerth, dass einmal ein Verzeichniss der wirklich echten Stainer-Geigen und ihrer Besitzer zusammengestellt würde. Von grösseren Sammlungen seien hier nur die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, das Museum des Pariser Conservatoriums, die kgl. Sammlung in Berlin, die fürstl. Lobkowitz'sche Sammlung auf Schloss Roudnic in Böhmen (ein Contrabass von 1677, Violinen von 1652, 1653, 1657, 1661 und 1667) erwähnt. Eine Violine von 1660 ist in der Kirche am Strahov, eine von 1676 in der Prager Kreuzherrenkirche. Auch einige bayrische und österreichische Klöster dürften noch im Besitz echter Arbeiten von ihm sein. So glaubt das Stift St. Florian (O.-Oe.) eine Violine von 1670 sein eigen zu nennen. Stainer's Leben wurde wiederholt zum Gegenstand novellistischer Arbeiten gemacht; eine wirklich werthvolle Biographie schrieb der verdienstvolle Caplan des Irrenhauses in Hall Seb. Ruf (geb. 1802, † 1877). Nach ihm sind nur noch zwei Funde von dem Archivbeamten Klaar gemacht worden, die uns einen genaueren Einblick in Stainer's Schicksale gestatten. Vgl. Prof. Dr. F. Lentner's "Jakob Stainer's Lebenslauf im Lichte archivalischer Forschung".

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