Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 642

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

14 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 620. See the scan on archive.org.

1Steininger, Jakob. Passau, Mainz, Frankfurt a./M., Aschaffenburg. 1775. 1818.
3Er scheint aus der Gegend von Füssen zu stammen und war möglicher Weise der Sohn eines gleichnamigen Vaters. Nach 1775 kam er vermutlich aus Passau nach Mainz, wo er der Schwiegersohn des Geigenmachers Nikolaus Döpfer wurde und den Titel eines kurfürstl. mainzischen Hof-Geigenmachers erhielt. Um 1790 war er in Frankfurt a./M. ansässig und siedelte gegen 1800, einem ehrenvollen Rufe Folge leistend, nach Aschaffenburg über, wo er noch 1818 lebte. Seine Frau Katharine soll ihn überlebt haben. Er hinterliess zwei Söhne, die gleichfalls Geigenmacher waren. Eine 1/4-Geige von ihm besitzt Edward Speyer in England. — Wenn Valdrighi 1705 liest, so scheint er eine Geige von 1795 gesehen zu haben. Eine Viola d’amore aus dem Jahre 1777 befindet sich aus der Sammlung Snoeck in Berlin.
5Steininger. — St. Petersburg. Geb. um 1785, † um 1835.
7Jüngerer Sohn von Jakob St. Schüler seines Vaters und Bruders, dem er nach Petersburg folgte, wo er auch starb. Er blieb zeitlebens der Gehilfe seines Bruders und ist nicht selbstständig aufgetreten. In seiner letzten Zeit war er fast ausschliesslich Reparateur.
9Stelzel, Ludwig Conrad, geb. 17. Febr. 1864, ist in Markneukirchen als Geigenmacher ansässig.
11Stelzner, Alfred, Dr. phil. — Dresden.
13"Auf die Gefahr hin, Anstoss zu erregen" — schreibt Dr. Stelzner in de Wit’s Zeitschr. für Instr.-Bau am 1. October 1895 —, "behauptete ich, künftig noch für die erste Autorität auf dem Gebiete des Streichinstrumentenbaues gewürdigt zu werden, in wörtlichem Sinne als Urheber der endgültigen Form der Resonanzkörper der Streichinstrumente". — Es lässt sich nicht leugnen, dass [unter den neueren Versuchen, das Geigenmachen zu reformiren, die Stelzner’s die interessantesten sind, weil er immerhin zu nicht zu unterschätzenden Resultaten gelangt ist. Er hat das Wesen der Geige gründlich studirt und brachte alle Vorbedingungen mit, die ihn dazu befähigten, ernst zu nehmende Theorien aufzustellen. Sein Bestreben ist darauf gerichtet, die Energie der im Geigenkörper schwingenden Luftmoleküle zu erhöhen, was ihn zu einer Aenderung der Umrisslinien der Geigen veranlasste. Er führt die Umrisslinien und Wölbungen zurück auf die Kegelschnitte der Ellipse und Parabel und die Flächen, die sich ergeben, wenn man diese Curven sich um ihre Axen gedreht denkt. Die Folgerungen, die er daraus zieht, sind geistreich, und die nach seiner Theorie gemachten Geigen haben manches Bestechende für sich, soweit ich dies nach solchen, die mir kurze Zeit zur Verfügung standen, beurtheilen kann. Künstler wie Ysaye, Wilhelmj, Massenet u. v. A. haben über die Stelzner-Instrumente glänzende Zeugnisse ausgestellt. Nach Stelzner’s System sind bisher 330 Meisterinstrumente aller Art gebaut und verkauft worden. Die Violinen erzielten einen Preis von 3 bis 500 M. Eine glückliche Schöpfung Dr. Stelzner’s ist jedenfalls die Violotta, eine Armgeige von der Länge (42 cm Corpuslänge) und Mensur einer mittelgrossen Bratsche mit vier

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