Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 660

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

16 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 638. See the scan on archive.org.

1starb er. Schon im Jahre 1729 kaufte er sich in der 1869 abgebrochenen Kirche San Domenico ein Familiengrab, an dem er die Inschrift »Sepolcro di Antonio Stradivari e suoi Eredi An. 1729« anbringen liess. Der Stein wird jetzt im Rathhause zu Cremona aufbewahrt, aber die Gebeine des Meisters wurden beim Abbruch der Kirche achtlos in ein Massengrab geworfen. — Was eine Künstlerhand im Geigenmachen zu leisten vermag, Stradivari hat es geleistet. Das Holz ist so vortrefflich und so schön, als es sein kann, der Lack nicht minder, und den Wohllaut, den Glanz und die Kraft des Tons zu beschreiben, wäre ein vergebliches Unterfangen. Auch seine Vielseitigkeit muss Bewunderung erregen, denn man kennt alle Arten von den zu seiner Zeit üblichen Streichinstrumenten, also ausser Violinen auch Violen, Violoncelli, Gamben etc. und Bässe, auch Taschengeigen, selbst allerlei Lauten und Harfen von ihm. Sogar mit dem Ausbessern alter Instrumente hat er sich gelegentlich beschäftigt, wie der Zettel in einer Viola beweist, auf dem man liest: »Corretto da me Antonio Stradivari.« Für seine Violoncelli hatte er zwei Modelle, ein grosses und ein kleines *).
3Stradivari, Francesco. — Cremona. Geb. 1. Febr. 1671, † 11. Mai 1743.
4Sohn und Schüler von Antonio Stradivari. Nach dem Tode seines Vaters arbeitete er eine Zeit lang mit seinem Bruder Omobono zusammen. Zettel mit seinem Namen klebte er in seine Arbeiten erst nach dem Tode seines Vaters ein. Seine Geigen haben noch das Gepräge des Stradivari'schen Geistes und sind herrlich im Ton, aber bei Weitem weniger sorgfältig ausgeführt als die seines Vaters, den er so wenig erreichte, als er seinen besseren Mitschülern gleichkam. Der Lack ist bräunlich-orangegelb und die Schnecke recht hübsch. Eine Geige von ihm aus dem Jahre 1735 besitzt Karl Prill in Leipzig.
6Stradivari, Omobono. — Cremona. Geb. 14. Nov. 1679. † 8./9. Juni 1742.
7Jüngster Sohn erster Ehe von Antonio Str., unter dessen Leitung er auch, nachdem er ausgelernt hatte, arbeitete. Nach dem Tode des Vaters theilte er die Werkstatt mit seinem Bruder Francesco. Er erbte nur wenig von der Kunst seines Vaters, und mit ihm verschwindet der Name Stradivari aus der Geschichte des Geigenmachens, da sich seitdem kein Nachkomme des Meisters mehr der Kunst des grossen Ahnherrn zugewendet hat. Omobono gebrauchte zierlich geschriebene Zettel, die aber erst nach Antonio's Tod nachzuweisen sind.
9Strangewood, F. E. — Melbourne. 1888. 1900.
10Australischer Geigenmacher der Gegenwart, der die Holzarten seiner Heimat für das Geigenmachen wiederholt mit Erfolg verwendet hat.
12Strati, Michael. (?) — Verona. (?) 1792.
13Kammermusiker Salzwedel besitzt eine gute Violine mit dem untenstehenden Zettel. Die Umrisslinien gehen auf Guarneri zurück; die Ränder sind scharf
15*) J. Niederheitmann gibt in seiner Schrift »Cremona« S. 94 ff. die Besitzer einer Reihe der berühmtesten Stradivarigeigen an.

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