Scan 661
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
17 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 639. See the scan on archive.org.
1Stratton — Straub.
3geschnitten, die F-Löcher nach Innen abgeschrägt: die Arbeit erinnert an französische Schule, ist sehr sauber, wenn auch beide Hälften nicht ganz symmetrisch erscheinen. Das Holz ist recht gut, der Lack gelb und der Ton weich, wenn auch nicht gross. Die Schnecke scheint nicht von gleicher Hand herzurühren. Einen Geigenmacher Namens Strati hat es in Verona nicht gegeben. In den Registern der Geborenen und Gestorbenen der Stadt Verona kommt während des ganzen 18. Jahrhunderts der Name „Strati“ nicht vor; auch andere alte Register wurden vergebens durchforscht, so dass mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden kann, dass ein Geigenmacher dieses Namens nicht gelebt habe. Da der gleiche Zettel trotzdem in mehreren Geigen gefunden wurde, so kann nur angenommen werden, dass man es mit einem füngirten Namen zu thun hat, der vielleicht dadurch entstanden ist, dass dem Verfertiger eine Inschrift vorschwebte, die folgendermaassen aussah:
4Die untere Zeile konnte dann leicht in Verona verwandelt werden.
6Stratton. — Gohlis.
7Eine längst eingegangene Geigenfabrik, die erst an Ehrlich, dann an die Fabrik Leipziger Musikwerke überging, und deren Räume 1888 von einem Stickereifabriksbesitzer gekauft wurden.
9Straub. — Graz. 1790. 1800.
10Besserer Geigenmacher; er stammte wahrscheinlich aus dem Schwarzwald. Ein Sohn, des 1854 † Joh. Gg. Str., wanderte um 1850 aus Löffingen aus, um zu seinem Oheim nach Steiermark zu gehen. War dies der Grazer Meister?
12Straub, Johannes. — Röthenbach b. Neustadt (Schwarzwald). Geb. um 1760. † 1847.
13Er stammte aus Rudenberg bei Friedenweiler und vermählte sich am 19. Mai 1786 mit Magdalena Schäfer. Von ihm stammen 11 Kinder, darunter Johann Georg Str. Seine Geigen, wie auch die der übrigen Mitglieder der Familie Straub, stehen auf ziemlich gleicher Stufe mit denen von Rief in Vils. Meist unscheinbar im Aeussern, handwerksmässig in der Arbeit, aber ziemlich gut im Ton. Was er im Winter fertig brachte, verkaufte er im Sommer, auf Märkten umherziehend.
15Straub, Johann Georg. — Röthenbach und Löffingen (Schwarzwald). Geb. 31. März 1798, † 17. Mai 1854.
16Er war ein talentvoller Geigenmacher und sehr tüchtiger Geiger und hiess im Volksmund nur der „Geigenhannes“. In seinen reiferen Jahren vernachlässigte er jedoch das Geigenmachen und zog als Musiker umher, seine Kunst auf der Strasse und in Wirtshäusern zum Besten gebend. Löffingen war damals ein Knotenpunkt für den Schwarzwaldhandel, besass einen grossen Kornmarkt, und so fand der fröhliche Geiger stets eine geneigte Zuhörerschaft, die ihn mehr mit Getränken freihielte, als ihm gut war. Er ward dadurch zum Trinker, was ihn als Geigenmacher wie als Musiker sehr zurückbrachte. Seine Geigen sind manchmal recht gut, oft aber sehr roh gearbeitet.
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.