Scan 677
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Thibouville-Lamy, Louis Emile Jérôme. — Mirecourt und Paris (Grennelle u. La Couture). Geb. in Mouettes 1. Febr. 1833.
2Besitzer einer der ältesten (gegr. 1790) und jetzt wohl der bedeutendsten Musikinstrumentenfabrik Mirecourts, die alle Sorten Instrumente, selbst Drehorgeln, Automaten und Saiten, herstellt, darunter jährlich an 30—40 000 Geigen nach allen gangbaren Modellen. Die Fabrik beschäftigt 600 Arbeiter und besitzt von allen grossen Ausstellungen seit 1862 Medaillen. J. Thibouville-Lamy's Theilhaber ist Alfred Acoulon; beide sind Ritter der Ehrenlegion etc. Die Geigen zeigen eine Brandmarke: T. & L.
4Thielemann (Thielmann), J.G.—Berlin. 1800. 1820.
5Er soll ausser Guitarren und Lauten auch Tasteninstrumente gemacht haben. Eine hübsche Lyra-Gitarre von ihm war auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 zu sehen; eine Guitarre befindet sich im Musikhistorischen Museum von Paul de Wit in Leipzig.
7Thierriot, Prudent. — Paris. 1772. 1775.
8Er wohnte Rue Dauphine, war geschworener Meister der Lautenmacherzunft für 1772 und ein ausgezeichneter Holzblasinstrumentenmacher; seine Arbeiten bezeichnete er kurzweg nur mit seinem Vornamen Prudent. Sein Sohn setzte das Geschäft bis 1830 fort. In einem amerikanischen Händlerverzeichniss werden die Geigen mit seinem Namen und der Jahreszahl 1772 ausgeboten. Es liegt aller Wahrscheinlichkeit ein Missbrauch des Namens vor.
10Thiphanon s. Tiphanon.
12Thir (Thier, Thirr), Andreas. — Pressburg. Geb. in Pressburg am 11. Aug. 1765, † nach 1790.
13Sein Vater war Anton Th., seine Mutter Barbara, geb. Denn. Der Beruf des Vaters ist in der lateinischen Taufmatrikel abgekürzt angegeben, es steht bloss: »Lau«, was sicher mit Lautarius zu ergänzen ist. Schon mit 21 Jahren heirathete Andreas Thir die fast gleichalterige Apollonia Michaeli. Die Matrikel enthält hierüber folgenden Eintrag: »Sponsus: Coelebs Andreas Thier, Civis, Instrumentorum musicorum Conlector, Sponsa: Apollonia Michaelia nnorum 21«. Er schrieb einen Namen in schwankender Orthographie, meist aber Thirr. Seine Arbeit ist sehr sauber, das Holz gewöhnlich gut und der Lack braun; er war jedenfalls einer der besten Geigenmacher Ungarns seiner Zeit. Im Mathias-Dom in Ofen (Budapest) befinden sich Violoncelli, Violen und Bässe von ihm, alle aus dem Jahre 1790.
15Thir, Anton. — Pressburg. 1755. 1765.
16Jedenfalls der Lehrer seines bekannteren Sohnes.
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