Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 684

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

20 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 662. See the scan on archive.org.

1Archilaute von 1610 das Museum Kraus in Florenz (No. 516) und eine gleiche aus demselben Jahre Berlin aus der Sammlung Snoeck. Auf der Brust der Mandola von 1607 findet sich das Meisterzeichen MTH, das nicht ganz zu deuten möglich ist.
3Tiefenbrucker, Ulrich. Venedig.
4Das Selhof'sche Auctionsverzeichniss führt eine Elfenbeinlaute mit 13 Saiten von »Ulrich Dieffenprugkher in Venezia« auf. Ein Ulrich dieser Familie ist mir anderswo nicht begegnet.
6Tieffenbrucker, Wendelin. — Padua. 1572. 1611.
7Wenn die Deutung seines Zettels richtig ist, ein Sohn des Leonardo T. Er nennt sich darauf »Vendelinus« oder häufiger Wendelino Venere de Leonardo etc. »Venere« dürfte identisch sein mit »Genere«. Häufig verwendete er nur die obere Hälfte seines Zettels, so dass nur »Wendelio Venere« mit Ort und Jahreszahl blieb, was dazu führte, dass seit Baron ein Lautenmacher »W. Venere in Padua« als besonderer Meister aufgeführt wird. Auf den halbirtten Zetteln kann man öfter noch aus den Buchstabenresten der abgetrennten zweiten Zeile diese selbst reconstruiren, so in einer Laute des kaiserl. Hof-Museums in Wien. Die Gründe für diese Art der Zettelbenutzung lassen sich heute freilich nicht mehr erkennen; aber seit etwa 1595 scheint er mit Vorliebe die halben Zettel eingeklebt zu haben. Ausserdem verwendete er auch gerne eine Brandmarke, die sich am Halsrande zu finden pflegt und aus einem Anker mit den Buchstaben V und T besteht:
8Von ihm und Magnus T. sagt Baron in seiner Untersuchung des Instruments der Lauten: »Magnus und Vendelino Tieffenbrucher und Vendelino Venere, welche sehr berühmt und alt, haben an ihrer Arbeit viele proportion propreté bewiesen, und nach der neuesten und am meisten aestimirten Art, nemlich länglicht oder etwas flach gearbeitet. Was die Tieffenbruckerische Arbeit anlanget, so schätzt man sie weit höher als die Füssner und sind selten zu bekommen. Diese jetzt angeführte Meister haben meistentheils in Venedig zwischen Anno 15 und 1600 gelebt.« — Arbeiten von Wendelin finden sich noch oft in Sammlungen, so eine Laute von 1572 in der Sammlung Snoeck (jetzt in Berlin), eine von 1578 im städtischen Museum zu Braunschweig, eine von 1582 und eine Lyrone im Museum Modena in Wien, eine Laute von 1587 in der Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, eine von 1592 im Museum zu Darmstadt, eine Theorbe von 1595 mit zwei Schalllöchern, zwei Stegen*) im kaiserl. Hof-Museum in Wien, eine zehnsaitige Laute aus Ebenholz und Elfenbein im Museum Kraus in Florenz; auch Th. Körner's Laute (jetzt im Körner-Museum in Dresden) ist eine Arbeit Wendelin's.
10IN PADOVA | Vvendelio Venere de Leonardo Tiefenbrucker 1582
121595
13IN PADOVA | Vvendelio Venere
14Die untere Hälfte des Zettels abgetrennt.
16Tiefenbrunner, Adolf. — München. Geb. 5. Mai 1865 in München, † 14. Febr. 1900.
17Sohn zweiter Ehe von Georg T. Nachdem er das Gymnasium (»Holländ. Inst.«) absolviert und bereits die Universität besuchte, wurde er von seiner Vorliebe für das Instrumentenmachen und durch Geschäftsinnteresse veranlasst, am 23. April 1891 das väterliche Geschäft zu übernehmen. Da ihn der Vater stets im Instrumentenmachen unterwiesen hatte, brachte er die besten Vorkenntnisse mit.
19*) Auf dem unteren 3 Basssaiten, auf dem oberen 7 Doppelsaiten; Länge der Theorbe 1,47 m, Breite 400 mm.

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