Scan 687
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
22 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 665. See the scan on archive.org.
1seine Lauten mit Schnitzereien und Einlagen zu verzieren*). Joachim T. feierte am 7. Sept. 1717 noch in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit, und einen Beleg für das Ansehen, dessen er sich erfreute, giebt eine Festschrift, die damals erschien und manche werthvolle Beiträge zur Biographie des Meisters enthält, die um so willkommener sind, als Tielke gerade in Hamburg im 19. Jahrhundert einer unverdienten Vergessenheit anheimfiel. Eine Anfrage, die ich im Interesse des vorliegenden Werkes an das Hamburger Archiv richtete, gab den Anlass zu Dr. H. Nirnheim's Aufsatz in den Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte (Bd. VII, Heft 1, No. 7): „Zur Geschichte des Musikinstrumentenbaus in Hamburg“, welcher Alles enthält, was sich im Archiv über Tielke ausfindig machen liess. Im Jahre 1897 (14. Dec.) war bereits ein Aufsatz über Tielke von Julius Thias im Hamburger Fremdenblatt erschienen; im selben Jahre (20. Dec.) ein gleicher, der schon früher geschrieben war, von Dr. J. Heckscher im Hamburger Correspondenten und von demselben Verfasser, der die Festschrift zur goldenen Hochzeit Tielke's auffand, ein weiterer Aufsatz in den Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, der die biographische und genealogische Ausbeute dieser Festschrift enthält. Aus der H. v. Bülow-Stiftung kaufte das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe in den letzten Jahren einige hübsche Arbeiten Tielke's; eine gute Laute besitzt das Lübecker Museum, eine Taschengeige das städt. Museum in Budweis; andere Arbeiten sind im städtischen Museum in Braunschweig, in Stockholm, bei Claudius in Malmö etc. Im Uebrigen sei auf das schon genannte Verzeichniss in P. de Wit's Zeitschrift hingewiesen, das die schönsten erhaltenen Arbeiten nennt. Ausser seinen Zetteln findet man auch manchmal in den Elfenbeinbelag gravirt: Tielke in Hamburg fecit (1700).
3IOACHIM TIELKE
4in Hamburg An. 1672
6Joachim Tielke
7in Hamburg Año 1703
9Tielke in Hamburg
10fecit 1700
12Quinterne von J. Tielke
13(kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin).
15Tielke, Johann. — Hamburg. 1635.
16Der Vater Joachim's. Er wanderte mit seinem Sohn in Hamburg ein**), da er aber das Bürgerrecht nicht erwarb und auswärts gestorben zu sein scheint, kommt sein Name in den Archivalien nicht vor. Ein eigenartiges Streichinstrument mit vier Darm- und drei Aliquotseiten mit seinem Namen war auf der Wiener Musik- und Theaterausstellung zu sehen. (Dasselbe soll in Cottbus aufbewahrt werden.) Ein C. Tielke soll in Hamburg schon um 1551 vorkommen, was mir unglaubwürdig erscheint.
18*) Gottfried T., geb. 1668, stand im Dienste des Landgrafen von Hessen-Kassel, Joachim, geb. 1673, war Secretär der verwitweten Herzogin von Mecklenburg, Martin Gabriel, geb. 1685, war Kaufherr und Oberalter der Kaufmannschaft, Christoffer, geb. 1670, starb 1706.
19**) Dass auch Joachim nicht in Hamburg geboren ist, geht aus einem Gedichte seines Enkels in der Festschrift zur goldenen Hochzeit hervor, in welcher es u. A. heisst:
20„… Wen Gott/wie Abraham/aus seinem Lande hiess ziehen/
21Und schickt ihn in ein Land/da er ein Fremdling war« etc. etc.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.