Scan 701
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Händler einst eine Geige bei ihm bestellte und nachträglich zu feilschen begann ergriff der leicht zum Zorne gereizte Vauchel seine Arbeit und zerschlug sie in tausend Stücke. Seinem letzten Wunsche entsprechend wurde er nicht in Damm, sondern (am 13. Januar 1856) auf dem Friedhofe in Aschaffenburg begraben. Sechs Männer trugen ihn von Damm zum Kapuziner- oder Karlsthor nach Aschaffenburg, und von dort begleiteten ihn drei Geistliche zu seiner letzten Ruhestätte. Auf seinem Grabstein ward eine Geige eingemeisselt. Vauchel war zweifellos eine echte Künstlernatur, der mit tadelloser Sorgfalt arbeitete, feines Empfinden und werthvolle Kenntnisse der akustischen Gesetze besass. Der Ton seiner Geigen kommt in der That dem echter italienischer sehr nahe. Sein Schüler I. B. Reiter vollendete noch alle unfertig hinterlassenen Arbeiten und erwarb von den Erben schliesslich Vauchel's Werkzeuge.
3Vecchi, Orazio. — Modena. 1880.
4Er stammte aus Scandiano und hat verschiedene Bässe von kleinem Patron gemacht.
6Veinar, Anton. — Hořovic, Wien. 1856. 1860.
7Er kam 1860 aus Hořovic nach Wien.
9Veinar, Franz. — Hořovic, Kiew, Moskau.
10Sohn von Ant. V. Er ist auch Musiker, lebte 1873 bis 1875 in Hořovic und jetzt in Moskau.
12Velondio. — Athen. 1867.
13Griechischer Mandolinen- und Guitarrenmacher.
15Veltom, Jacobus van. — ?
16Ein belgischer Meister des 18. Jahrhunderts, der u. A. eine Taschengeige, deren Form an die französische gigue des Mittelalters erinnert, gemacht hat, die sich jetzt in der Sammlung des Conservatoriums [in Brüssel (No. 232) befindet.
18Velvarský von Většin, Heinrich Felix (böhmisch: Lindrich Šťastný). — Kutná Hora-Kuttenberg. 1620. † 28. März 1624.
19Er gehörte einer um die Mitte des 16. Jahrhunderts in den böhmischen Adelstand erhobenen Familie an, die [sich in die Zweige Velvarský und Kourzimský von Wjetschin (böhmisch: z Většína) theilte. Dem Namen nach scheint er aus Welwarn zu stammen und war Musiker und Lautenmacher. Er war vermögend und ursprünglich Protestant, trat aber zur Zeit der Gegenreformation zum Katholicismus über, was ihm insoferne einen Vortheil brachte, als ihn der Oberstmünzmeister Wilhelm von Wreschowitz am 9. Mai 1622 zum ersten Schöffen erwählte. Sein Zeitgenosse, der böhmische Chronist Nicolas Dačicky von Heslova, schreibt (1622) darüber: «Und es wurde zum ersten Schöffen ein gewisser Heinrich Welwarsky, welcher sich erst unlängst in Kuttenberg ansässig machte und früher ein Geigenmusiker war. Dadurch wurde das Amt herabgesetzt.» (!) — Er starb am Donnerstag-Abend des 28. März 1624, wurde in der St. Barbara-Kirche in Kuttenberg begraben und hinterliess eine Wittwe Namens Johanna, wahrscheinlich aber keine Kinder. Da er ausdrücklich als Geiger bezeichnet wird, dürfte er auch Geigen gemacht haben. Eine gute Laute von ihm besitzt Bohuslav Lantner in Prag.
21Venere, Vendelio, s. Tieffenbrucker.
22Veneziano, s. Alessandro.
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