Scan 719
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Wagener, Fritz. — Bielitz (Oe.-Schl.). Geb. in Hessen-Cassel am 12. Jan. 1867.
2Schüler von Heinr. Reinhold und Friedr. Sütterlin. Als Gehilfe arbeitete er in Magdeburg, Würzburg, Linz a./D. und Wien und liess sich 1891 in Bielitz nieder. Er macht neue Geigen nach Stradivari und verwendet Spirituslack. Eigenthümlich ist ihm eine besondere Bearbeitung des Bassbalkens.
4Wagner, Benedict. — Ellwangen. 1720. 1772.
5Ein tüchtiger Meister, der im Dienste des gefürsteten Propstes von Ellwangen stand. Seine Geigen haben meist hohe Wölbung und sind gross, doch scheint er auch italienische Vorbilder gekannt zu haben, nach denen er flache und zierlich durchgeführte Instrumente machte. Sein Lack ist gelbbraun, dunkelbraun oder roth, der Ton, namentlich bei den flachgewölbten Geigen, hell und glänzend. Ausser seinem Zettel verwendete er auch Brandmarken; den Namen »Wagner« brannte er auf dem Boden nächst der Halsplatte ein, auf den Zargen unter dem Saitenhalterknopf die Ortsbezeichnung »Ellwang«. Man unterscheidet bei ihm drei verschiedene Modelle, zwei davon beschreibt Piegendorfer in seiner trefflichen kleinen Schrift über die schwäbischen Geigenmacher. das dritte hat flache Wölbung und einen längeren Korpus (ähnlich wie Buchstädtler). Die Schnecke ist oft derbkräftig, aber immer originell.
7Wagner, Christian Salomon. — Medingen*). 1786. 1800.
8Arbeiten von ihm kommen recht häufig vor; er machte alle Arten von Musikinstrumenten, doch war etwas Näheres über ihn nicht zu erfahren.
10Wagner (Wangen?) Dominik Caspar. — Chioggia. 1725.
11Auf dem allein erhaltenen Boden einer Geige von eigenartigen Umrissen fand sich ein stark verblasster Zettel. Der Name konnte auch Wangen gelesen werden, hiess aber vielleicht auch noch anders.
13Wagner, Ernst Victor, betreibt in Lissabon ein Geigengeschäft.
15Wagner, Johann. — Borstendorf. XVIII. Jahrh.
16Eine fünfsaitige Kniegeige im Museum zu Lübeck von ihm hat folgende 'Maasse: Corpus 48 cm, Gesamtlänge 77 cm, Zargenhöhe mit Boden und Decke gemessen 9 cm. Der gelbe Lack ist glanzlos, dagegen das Holz recht gut.
18Wagner, Josef. — München. 1730.
19Er scheint nicht immer Zettel eingeklebt zu haben, und wenn er es that, liess er die Angabe des Wohnorts meistens fehlen; daher kommt es auch, dass man nur wenig von ihm kennt und auch nicht weiss, wie lange er in München gearbeitet hat, oder wo er sonst noch lebte.
21Wagner, Joseph. — Konstanz. Geb. um 1740, † um 1800.
22Wahrscheinlich ein Sohn von Thomas Wagner aus Oberammergau, der sich 1728 in Konstanz verheirathete. Seine Violinen und Violen erinnern an die
24*) Es giebt ein Alt- und ein Kloster Medingen im Lüneburgischen.
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