Scan 724
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
20 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 702. See the scan on archive.org.
1Jahresfrist von dort wieder fort, ging nach Dresden zurück und verheirathete sich mit Christiane Engst aus Dahlen. Er fand bald einen weiten Kundenkreis, wurde Lieferant des Hoftheaters, der katholischen Kirche etc. und bekam den Hofstitel. Er verfertigte alle Arten von Geigen, ferner Guitarren und Zithern und war ein gewiegter Kenner. 1860 erfand er ein neues Verfahren, um quintenreine Saiten herzustellen, und machte auch recht gute Bogen. Weniger Erfolg hatte er mit seinen Versuchen, das Geigenholz künstlich alt zu machen. (Vgl. seinen Aufsatz in De Wit's Zeitschr. 1894. No. 33: "Ein neues Präparationsverfahren zum Altmachen von Tonhölzern…") Wegen zunehmender Schwerhörigkeit verkaufte er 1881 sein Geschäft an Liebhold Meyer, arbeitete aber noch fort und stellte viele Versuche an; auch mit der Lackfrage beschäftigte er sich (vgl. "Zur Geigenlackfrage", De Wit's Zeitschr. 1894. No. 7). Anfangs der neunziger Jahre zog er sich dann ganz in das Privatleben zurück. Seine Ehe war kinderlos geblieben, das Geschäft besteht jedoch noch fort und ist auf August Paulus übergegangen, der seit 1902 Hoflieferant ist. Paulus errichtete die Weichold-Paulus-Stiftung am Dresdener Conservatorium, indem er von Ostern 1899 an dieser Kunstanstalt jährlich eine aus seiner Werkstatt hervorgegangene neue Geige im Werthe von 350 M. zur Preisvertheilung schenkt. Die Firma hat auch den Alleinvertrieb der nach dem System Dr. Stelzner's gemachten Streichinstrumente. one of two readings
2Jahresfrist von dort wieder fort, ging nach Dresden zurück und verheirathete sich mit Christiane Engst aus Dahlen. Er fand bald einen weiten Kundenkreis, wurde Lieferant des Hoftheaters, der katholischen Kirche etc. und bekam den Hofstitel. Er verfertigte alle Arten von Geigen, ferner Guitarren und Zithern und war ein gewiegter Kenner. 1860 erfand er ein neues Verfahren, um quintenreine Saiten herzustellen, und machte auch recht gute Bogen. Weniger Erfolg hatte er mit seinen Versuchen, das Geigenholz künstlich alt zu machen. (Vgl. seinen Aufsatz in De Wit's Zeitschr. 1894. No. 33: "Ein neues Präparationsverfahren zum Altmachen von Tonhölzern…") Wegen zunehmender Schwerhörigkeit verkaufte er 1881 sein Geschäft an Liebold Meyer, arbeitete aber noch fort und stellte viele Versuche an; auch mit der Lackfrage beschäftigte er sich (vgl. "Zur Geigenlackfrage", De Wit's Zeitschr. 1894. No. 7). Anfangs der neunziger Jahre zog er sich dann ganz in das Privatleben zurück. Seine Ehe war kinderlos geblieben, das Geschäft besteht jedoch noch fort und ist auf August Paulus übergegangen, der seit 1902 Hoflieferant ist. Paulus errichtete die Weichold-Paulus-Stiftung am Dresdener Conservatorium, indem er von Ostern 1899 an dieser Kunstanstalt jährlich eine aus seiner Werkstatt hervorgegangene neue Geige im Werthe von 350 M. zur Preisvertheilung schenkt. Die Firma hat auch den Alleinvertrieb der nach dem System Dr. Stelzner's gemachten Streichinstrumente. one of two readings
4Weickert. — Halle a./S. Um 1800.
5Er wird bei Hart als Geigenmacher erwähnt. Nach Anderen soll er der "Erfinder" des Verfahrens, Geigen mit einer Mischung von in Terpentin aufgelöstem Colophonium zu tränken, sein. Dadurch sollten die "verschwundenen Harztheile" im Holz ersetzt werden! — In Halle a./S. konnte ich diesen Weickert urkundlich nicht nachweisen. Vielleicht ist Hall oder Hallein sein Wohnort und sein Name Weigert gewesen?
7Weidemann, Richard. — Wiesbaden. 1887. 1900.
8Ein früherer Gehilfe Sütterlin's, der 1887 sein Geschäft begründete und seine Geigen nach Stradivari und Guarneri macht.
10Weidinger. — Nürnberg. 1885. 1904.
11Handelsfirma, die eine Werkstatt unterhält, die seiner Zeit von Richard Heberlein eingerichtet wurde.
13Weidlich, Anton, lebte im XIX. Jahrh. in Aussig (Böhmen).
15Weidlich, Friedrich August. — Brunndöbra. Geb. um 1820.
16Im Jahre 1847 wurde er Geigenmachermeister und hat in einem langen, arbeitsreichen Leben ziemlich viele Geigen gemacht. 1897 konnte er seine goldene Hochzeit feiern.
18Weidlich, Oswald. — Budapest. Geb. 1863 in Markneukirchen.
19Sohn eines Blechinstrumentenmachers, Schüler von Heinrich Gläsel. Nachdem er bei Otto in Düsseldorf gearbeitet hatte, siedelte er um 1886 nach Budapest über, wo er sich mit seinem Bruder Anton (Holzblasinstrumentenmacher) verband und selbstständig machte. Er besitzt mehrere goldene Medaillen und war auf der Pariser Weltausstellung 1900 mit einem Streichquartett nach Stradivari gut vertreten.
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