Scan 732
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
15 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 710. See the scan on archive.org.
1häufig flach ist, nimmt er das Holz ohne Wahl, bald Ahorn, bald Buche, Linde oder Nussbaum. Der Lack ist gewöhnlich zu spröde. Am Wirbelkasten bringt er gerne Löwen- oder Frauenköpichen an. Arbeiten von ihm sind in der Kathedrale von Gent. Aus der Sammlung Snoeck ist eine fünfkantige Pochette von 1679 in Berlin. one of two readings
2häufig flach ist, nimmt er das Holz ohne Wahl, bald Ahorn, bald Buche, Linde oder Nussbaum. Der Lack ist gewöhnlich zu spröde. Am Wirbelkasten bringt er gerne Löwen- oder Frauenköpfschen an. Arbeiten von ihm sind in der Kathedrale von Gent. Aus der Sammlung Snoeck ist eine fünfkantige Pochette von 1679 in Berlin. one of two readings
4Willems, Hendrick (Heyndrick) II. — Gent. 1717. 1743.
5Wahrscheinlich Sohn oder Neffe von Hendrick I. W., von dem verschiedene sorgfältig gemachte Geigen und Violoncelli bekannt sind. Er folgt mehr dem Amati-Modell. Ein J. B. Willems — wohl der Sohn Hendrick’s —, der noch 1760 vorkommt und wahrscheinlich Musiker, vielleicht auch Blasinstrumentenmacher war, heirathete eine Rottenbourg. Es soll allerdings auch Geigen von ihm geben.
7Willems, Jooris (Georg). — Gent. 1634. 1642.
8Wahrscheinlich ein Bruder von Hendrick I. W. Er war Cornetbläser und Geigenmacher. Seine Arbeit ist sehr sorgfältig und erinnert im Modell an die Amati-Schule; nur die Ecken sind wesentlich weniger hervorspringend und der Lack spröde und fahl. Sein Sohn Nicolas war Violist an der Genter Kathedrale. Eine Bassviola aus der Sammlung Snoeck ist in Berlin.
10Willer, Johann Franz. — Prag. Geb. 18. Mai 1781 in Prag, † 6. Sept. 1865.
11Schüler seines Vaters Joh. Mich. W.; arbeitete von 1812—1813 in der Bartholom. ul. No. 305, später, wie auch früher schon, im väterlichen Hause. in der zlatá ul. No. 274. Er war sehr wohlhabend, besass eine schöne Instrumentensammlung und machte mancherlei Versuche, so auch in der Anwendung neuer Schallöffnungen statt der F-Löcher. Von 1831—1834 war er Obervorsteher seiner Zunft und 1836 beeideter Schätzer für Geigen etc. Bei einigen seiner Zettel benutzte er dieselben Embleme wie sein Vater.
13Willer, Johannes Michael. — Prag. Geb. 25. Aug. 1753 in Vils, † 7. Oct. 1826 in Prag.
14Sohn des Sebastian W. und der Maria Anna, geb. Wörle. Er wurde am 2. Mai 1780 Bürger der Prager Altstadt und heirathete Eva Stokanek, mit der er drei Söhne und zwei Töchter hatte. Seine Werkstätte befand sich 1781 Husová tř. No. 227/I, im Jahre 1786 Řetězová ul. No. 224, von 1789—1792 No. 222 und von 1805 an in der Goldenen Gasse No. 274. 1825—1826 war er Vorsteher der Geigenmacher-Zunft. Er arbeitete Anfangs nach Stainer und ging dann zu dem Stradivari-Modell über. Auch die Brescianer Meister ahmte er sehr geschickt nach. Seine Geigen sind nach der Form gemacht, haben gelben Spirituslack oder schönen Oellack und recht guten Ton. Es giebt aber auch minderwerthige, einfach weiss polirte Geigen mit seinem Namen, jedenfalls Fälschungen, da Willer ein gewissenhafter und vorzüglicher Meister war.
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