Scan 44
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
18 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 20. See the scan on archive.org.
1Andrés, Domenico. — Bologna. 1740.
2Ein Liebhaber, von dem ein Violoncello von gewöhnlicher Arbeit bekannt wurde, und der ehrlich genug war, sich selbst als Dilettant zu bezeichnen.
4Andrescu, Johann. — Broos (Szászváros, Ungarn).
5Geboren 1868 in Broos, erlernte den Geigenbau durch Privatunterricht, vervollkommnete sich in Wien und begründete dann 1888 in seinem Elternhause sein eigenes Geschäft. Er benützt im allgemeinen das Stradivari-Modell, nur wählt er eine stärkere Wölbung, die Decke lässt er in der Mitte stärker im Holz als den Boden, die Zargen sind 27 bis 30 mm hoch. Der Hals unterhalb der Schnecke ist 2 cm, am Geigenkörper 3 1/4—4 1/4 cm breit. Er verwendet Spirituslack nach einem Wiener Recept und klebt seinen Geigen seinen Firmastempel mit Datum und der eigenhändigen Unterschrift ein. Er baut nur Geigen in 4 1/4-Grösse und hat auf allen von ihm seit 1890 beschickten Ausstellungen, so in Budapest, Hermannstadt etc. Preise erhalten.
7Angard, Maxime. — Paris. Geb. 1. Dec. 1849 in Arronville (Seine-et-Oise).
8Ursprünglich nur Liebhaber, verlegte er sich erst später ganz auf den Geigenbau. Seine Arbeit ist im ganzen gut, eigenartig sind aber nur seine Wirbel, an denen er Verbesserungen angebracht hat. Er dürfte um 1900 gestorben sein, oder hat um diese Zeit Paris verlassen. Ausser seinem Zettel tragen seine Geigen auch noch seinen Namen handschriftlich.
10Angelis, Vitus de. — Bologna. 1609.
11Dem Namen nach bekannter Meister vom Anfang des 17. Jahrhunderts.
13Angerer, Franz. — Wien. 1886. 1900.
14Ein Wiener Streichinstrumentenmacher, der 1886 in Wien XV, Mariahilf-hilfstrasse 170, eine Werkstatt eröffnete und 1893 in Chicago eine Medaille erhielt. Er macht jedoch hauptsächlich Guitarren.
16Anselmo (Anselmi), Pietro. — Florenz, Venedig. 1700. 1750.
17Er soll zuerst in Cremona gearbeitet haben, was nach dem Stil seiner Arbeit nicht allzu glaubwürdig erscheint. Er verwendet ein kleines an Ruggeri erinnerndes Modell von mässiger Wölbung, einen schönen goldigen Lack, wenn auch nicht immer schönes Holz. Arbeiten, die ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden können, sind selten und gewöhnlich aus Venedig datiert. Der Text auf seinen Zetteln ist italienisch oder lateinisch.
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