Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 54

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

17 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 30. See the scan on archive.org.

1bei dem als Lehrer geschätzten Geiger Nappi das Violinspiel. Nappi führte kleinere Reparaturen an Geigen selbst aus und leitete auch seine Schüler darin an, was Baldantoni veranlasste, selbst zu versuchen, eine Geige zu bauen. Wenn diese im Aeussern auch wohlgelungen aussah, so war sie doch in allen Maassen etc. verfehlt, und erst, als ihm Bagatella's Schrift in die Hand fiel, kam er dazu, den Geigenbau ernsthafter zu studiren. Er that dies von nun an mit Eifer und war nach jahrelangen Bemühungen wirklich im Stande, Geigen von schöner Form und gutem Klang herzustellen. Er hat an 200 neue Violinen, Violen, Violoncelli und Bässe gebaut, obwohl er auch als Mechaniker vielbeschäftigt war. 1869 erhielt er eine goldene Medaille für seine Erfindung einer sehr zweckmässigen Mechanik für Trommeln, auch die von ihm verfertigten Stimmgabeln waren geschätzt. Seine Geigen sind sauber durchgearbeitet, haben flache Wölbung und braungelben Lack. Merkwürdiger Weise werden seine Geigen oder solche, die man ihm nur zuschreibt, von Händlern und dergl. gerne bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückdatiert. Sein Sohn Benjamin ist ein bekannter Geigenvirtuose.
3Balestrieri, Pietro. — Cremona. 1735.
4Er nennt sich einen Schüler Stradivari's und war ein Bruder von Tommaso B., dem er jedoch in keiner Beziehung gleichsteht, trotzdem kommt gerade sein Name in freilich oft sehr verstümmelter Schreibweise in unechten Instrumenten vor.
6Petrus Balestrieri alumnus Antonii Stradivarii fecit Cremonae anno 17..
8Pietro Balestrieri fece in Cremona 17..
10Balestrieri, Tommaso. — Mantua. 1720. 1772.
11Seiner Angabe nach stammt er aus Cremona und ist ein Meister, über den die Meinungen merkwürdig auseinandergehen. Während ihn die Einen nur als geschickten Dilettanten ansehen, machen Andere ihn zu dem einzigen Schüler des Pietro Guarneri, und wieder Andere, wie De Piccolellis und Vidal, weisen ihn der Schule Stradivaris zu. Das Letztere hat insoferne Berechtigung, als Balestrieri tatsächlich an die letzten Arbeiten des grossen Cremonesers anzuknüpfen scheint. Sein Modell ist gross und schön, die Arbeit nicht sehr gleichmässig, sein Lack ist von gelblichrother oder orangegelber Farbe, — man kann übrigens zwei bestimmte Lackarten bei ihm unterscheiden, von denen die eine an Guadagnini erinnert. Seine Geigen haben zweifellos durch das Alter sehr an Tonschönheit zugenommen, so dass es sich erklärt, dass sie jetzt wesentlich höher geschätzt werden als früher. Besonders sind seine Violoncelli gesucht. Er soll erst von 1757 an in Mantua nachweisbar sein und vorher in Cremona gelebt haben, mir sind jedoch nur Zettel aus Mantua bekannt geworden. Er verwendete verschiedene Zettel, darunter auch einen mit verziertem Rand, auf welchem der Text dreizeilig erscheint.
13Thomas Balestrieri Cremonensis Facit Mantua. Anno. 17. 75
15Ballantine. — Edinburgh, dann Glasgow. 1850. 1856.
16Man weiss nur, dass er 1856 nach Glasgow übersiedelte, wo er in den sechziger Jahren gestorben sein soll. Er scheint hauptsächlich Händler gewesen zu sein (bei Honeyman wird er nicht erwähnt).

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