Scan 101
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Deconetti, Michele. — Venedig. Padua. 1752. 1795
2Vielleicht ein Sohn von Gio. B. D. Wie dieser schreibt er seinen Namen gewöhnlich »Deconet«. Vom Jahre 1790 an hat er in Padua gearbeitet, wo er schon früher (1772) vorübergehend ansässig war. Er hatte ein breites, flaches Modell. In den Umrissen ahmte er öfter Jos. Guarneri, manchmal auch Stradivari ohne besonderen Schwung nach, sein rotbrauner Lack ist dagegen dem des Montagnana, für dessen Schüler man ihn hält, ungewöhnlich. Er war sehr fleißig, weshalb er auch vielerlei Zettel gebrauchte, bei denen die beinahe stets wechselnde Schreibweise des Taufnamens auffällt (Michele, Michaele, Michiel, Michael, Micael usw.). Eine Geige von ihm mit der Jahreszahl 1786 besitzt Wrede in Lüneburg.
3Geigenzettel: Michele Deconet / fecit Venezia 1775 (gedruckt). — Michiel Deconet / Fecit Venetij. Anno / 1786 (gedruckt) und Abb. 180.
5Defresne, Pierre. — Rouen. 1731. 1745
6Er lernte in Paris und ließ sich 1731 in Rouen nieder, wo er in allerlei Zunftstreitigkeiten verwickelt wurde. Man wollte ihm u. a. nicht gestatten, daß er sich auf dem Schild über seinem Schaufenster einen Meister von Paris nenne usw. Schließlich setzte er seine Aufnahme in die Zunft dennoch durch; er berief sich dabei auf ein »Brevet de Monseigneur de Luxembourg«. Seine Violinen sind nicht übel im Aussehen und in der Arbeit.
7Geigenzettel: Fait par moi Pierre Defresne, maistre luthier de Paris / demeurant rue Nve St. Lô à Rouen 1737 (gedruckt).
9Degani, Domenico. — Montagnana. Geb. um 1820, † 1887
10Geschickter Musikinstrumentenmacher, der Geigen, Gitarren und Mandolinen machte, deren Ton gelobt wird, die aber der Billigkeit halber meist sehr einfach ausgeführt sind; so fehlt den meisten seiner Geigen die Einlage am Rand. Eine Lyra von ihm besitzt C. Claudius in Kopenhagen.
11Geigenzettel: Degan Domenico / fecit in Maggio 18 . . / Montagnana (gedruckt).
13Degani, Eugenio. — Venedig. Geb. 20. Mai 1840 zu Montagnana (Prov. Padua)
14Seit seinem zehnten Jahre Schüler seines Vaters, ging er, 16 Jahre alt, um sich im Orgelbau auszubilden, zu dem Orgelbauer Domenico Malvestio in Montagnana, bei welchem er von 1856—1866 arbeitete. Während des Krieges von 1866 mußte er, um sein Leben zu fristen, Flinten machen, wozu ihn seine technischen Fertigkeiten befähigten. Im Jahre 1877 machte er sich in seinem Geburtsorte selbständig und siedelte 1887, nachdem er sich als Geigenmacher bereits einen Namen gemacht, nach Venedig über. Er baut nach eigenem Modell, versieht seine Geigen mit fünf Einlagespänen (drei schwarzen und zwei weißen) und hat auch eine besonders gestochene Schnecke, doch kopiert er auch alte Meister. Sein Lack, dessen Zusammensetzung sein Geheimnis ist, wird sehr gelobt. Er besitzt mehr als 15 Medaillen von den Ausstellungen in Treviso, Rovigo, Mailand, Arezzo, Neapel, Turin, Paris, London, Chicago, Mailand, Palermo, Bologna usw. usw. und gilt als trefflicher Lehrer seiner Kunst. Seit 1898 lautet seine Firma Eugenio Degani & Figlio.
15Geigenzettel: Abb. 154.
17Degani, Giulio. — Venedig. Geb. in Montagnana 1875
18Schüler seines Vaters, dessen Geschäftsteilhaber er jetzt ist. Er arbeitet im Stile seines Vaters.
20Degen, F. — Zürich
21Ein Zitherlehrer, der im Jahre 1896 ein Musikinstrumentengeschäft begründete, in dem auch Geigen repariert werden.
23Degroot, Romain. — Quaregnon. 1900
24Ein Bildhauer, dessen aus amerikanischem Nußbaumholz gefertigte Geigen als interessante Versuche gelten können.
26Dehayes s. Deshayes
28De Haven, Frank. — New York. Geb. in Bluffton (Indiana) 1856
29Ein berühmter amerikanischer Landschaftsmaler, der aus Liebhaberei im Jahre 1911 angefangen hat, Geigen und namentlich Violen zu bauen, und es darin zu großer Vollkommenheit gebracht hat. Er hat sich ein eigenes Modell gebildet, nimmt die Wölbung flacher als Stradivari, hat eigenartige lange F-Löcher und einen elastischen orange- bis rotbraunen Lack eigener Zusammensetzung von sehr guter Beschaffenheit. Der Ton seiner Geigen ist kräftig und edel.
31Dehmal (Dejmal), Anton. — Wien
32Blech- und Streichinstrumentenmacherfirma der Gegenwart.
34Dehommais. — Paris
35Von 1876—1882 Teilhaber der Firma Dehommais & Germain. Er war ein Liebhaber, der sich durch seine Untersuchungen des Geigenlacks ein Verdienst erwarb, aber selbst kein gelernter Geigenmacher.
37Deininger, Charles. — Paris. 1851
38Wahrscheinlich ein Deutscher, der sich in Paris niedergelassen hat, aber nicht hervorgetreten ist.
40Deistler, Joseph. — Schönbach b. Eger. 1826 1830
41Einer der besseren Geigenmacher seines Orts. Seine Nachkommen sind meist Zithermacher geworden.
43Delaborne. — Paris oder Mirecourt (?). 1819. 1823
44Nur als Gitarrenmacher bekannt. Er baute Gitarren für »doppeltes Spiel« und mit Registern.
46De Lacroix s. Lacroix
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