Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 104

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

41 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 100. See the scan on archive.org.

1De Poilly, Guillaume. — Ypern (Belgien). 1672
2Ein tüchtiger Meister, von dem sich aus der Sammlung Snoeck eine Taschengeige mit fünfkantigem Boden in Berlin befindet, die den Zettel trägt: Faict A Ypre / par Guillaume De Poilly 1672 (gedruckt).
4Derazey, Jean-Joseph-Honoré. — Mirecourt. Geb. 1794 in Darney, † 23. April 1883
5Bevor er sich in Mirecourt als Fabrikant selbständig machte, arbeitete er einige Jahre in Paris bei verschiedenen Meistern. Seine Geigen, gewöhnlich nach Stradivari, seltener nach Amati gemacht, sind aus gutem Holz und tragen eine Brandmarke mit seinem Namen, die freilich oft nur nach Öffnung der Geige zu finden ist. In seiner Fabrik wurden schon 1846 jährlich an 600 Geigen hergestellt, die er zu Preisen von 5—150 Francs verkaufte. Schon 1855 und 1862 hat er in Paris und London Medaillen erhalten. Die Schülergeigen, die J. B. Vuillaume in seinem Laden verkaufte, ließ er bei Derazey herstellen.
7Derazey, Just.-Amédée. — Mirecourt. Geb. 28. Juni 1839, † 22. Jan. 1890
8Sohn, Schüler und Nachfolger von J. J. Honoré D. und Geigenfabrikant wie dieser. Im Jahre 1864 kaufte er von der Witwe das Geschäft von Joseph Nicolas fils mit allen Werkzeugen und Vorräten und machte von nun an einen größeren Unterschied zwischen Geigen, die er selbst machte, und solchen, die nur Werkstattarbeit waren. Die letzteren erhielten den Firmastempel Nicolas. Sein Holz ist ziemlich gut, der Lack dagegen spröde und bald unscheinbar. Sein Geschäft ging auf P. Mougenot über, der jetzt beide Brandmarken verwendet. — Er soll auch eine Niederlage mit Werkstatt in Nancy gehabt haben.
9Geigenzettel: Just Derazey, Luthier / à Mirecourt, Vosges. 18 . . (gedruckt, die Jahreszahl geschrieben).
11Deroux (»Deroux père«), Georges. — Mirecourt. Geb. in Mirecourt 1822, † 1889 in Reims
12Schüler von Honoré Derazey und wahrscheinlich der Enkel eines schon 1760 vorkommenden Geigenmachers Nicolas D. Einer der besseren Mirecourter Meister, der sich 1846 selbständig machte. Wenn er auch viel für den Markt gearbeitet hat, so verstand er sich doch trefflich auf sein Handwerk, was auch viele seiner Schüler, die etwas Tüchtiges bei ihm gelernt haben, beweisen, so Séb.-Aug. Deroux, Georges Mougenot usw. Er gebrauchte einen Brandstempel, schrieb oft auch seinen Namen mit Bleistift in seine Geigen hinein.
14Deroux, Sébastien-August. — Paris. Geb. am 29. Juni 1848 in Mirecourt
15Sohn und Schüler von Georges D. Nachdem er drei Jahre bei Silvestre in Lyon und 11 Jahre bei Miremont gearbeitet hatte, machte er sich 1884 selbständig und erfreut sich jetzt eines guten Rufs als Geigenmacher und Reparateur. Er hat bisher über 100 neue Geigen gemacht und dafür sowohl 1889 als auch 1900 Medaillen erhalten. Er arbeitet nach italienischen Vorbildern und verwendet Öllack.
16Geigenzettel: Abb. 166 und 168.
18De Santis, Giovanni. — Rom. 1899
19Gut eingeführte Mandolinenfabrik, die die Söhne fortführen.
21Deschamps, Claude. — Paris. 1783. 1785
22Er wird als »Luthier« bezeichnet und wohnte in der Rue de Seine. Arbeiten von ihm kommen sehr selten vor.
24Descquots, Jean. — Mirecourt. 1773. 1781
25Nur von A. Jacquot genannter Geigenmacher.
27Desgarnets. — Mirecourt. 17./18. Jahrhundert
28Eine Geigenmacherfamilie, als deren Stammvater Jean I. D. angesehen werden kann, dessen 1692 geborener Sohn und Schüler Louis D. der Vater des 1729 geborenen Nicolas II. war. Ein älterer Nicolas (I.) D. lebte in den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts und Jean II. D. ist von 1722—1728 nachweisbar.
30Deshayes (Dehaye). — Paris. 1775. 1825
31Er nennt sich einen Neffen und einzigen Schüler von Salomon. Er wohnte zuerst Rue des Saints-Pères und dann in der Rue de Grenelle-Saint-Honoré und führte das Ladenschild »au Prélude espagnol«. Er scheint übrigens mehr Händler als Geigenmacher gewesen zu sein.
33Desiato, Giuseppe. — Neapel. 1890. 1900
34Ein wenig bekannter Geigenmacher, der etwas leichtfertig nach dem Gaglianomodell arbeitete, aber gutes Holz besaß und sich auf den Ton verstand. Er wohnte 1899 noch Via Speransella 174. Auch ein Luigi und ein Vincenzo Desiato lebten im 19. Jahrhundert in Neapel.
36Desideri, An. — Ascoli
37Sein Name, ohne Jahreszahl, findet sich ab und zu in Geigen, die nicht schlecht sind.
39Desideri (Desideti?), Pietro Paolo. — Riva (?). 1793. 1837
40Seine Arbeiten sind meist sorglos, aber doch mit Talent ausgeführt. Auf die Wahl des Holzes scheint er kein großes Gewicht gelegt zu haben, dagegen ist sein dicker, gelber oder gelbbrauner Lack im ganzen nicht schlecht, auch die F-Löcher sind sauber geschnitten. Der Ton ist nicht groß, aber ziemlich edel. Seine älteren Arbeiten erinnern an die Schule der Guadagnini, die späteren nähern sich dem Andreas Guarneri-Modell. Ob mit »Ripe«, wie auf seinen Zetteln zu lesen ist, Riva gemeint ist, konnte ich noch nicht feststellen. Im Stadtarchiv zu Riva war nichts über ihn zu ermitteln. Auch die Form seines Namens steht nicht einwandfrei fest, da man auf vielen seiner handschriftlich hergestellten Zettel oder auf den Inschriften, die er im Innern der Decke anzubringen pflegte, ebenso gut Desideti wie

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.