Scan 105
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Desideri lesen kann¹). Erich Lachmann in Berlin besitzt eine Violine von ihm, Decke und Boden nach der Schwarte geschnitten; eine andere besaß Eugen Gärtner, bei der die Decke ebenfalls nach der Schwarte geschnitten war. Der Boden bestand aus beinahe glattem (ungeflammtem) Ahornholz.
2Geigenzettel: Pietro Paolo Desideri / fecit Ripe 1837. (gedruckt).
4Desideri, Raffaele. — Ascoli. 18./19. Jahrh.
5Reich eingelegte Geigen, Violoncelli und Gitarren von ihm kommen öfter vor.
7Desjardins, Louis. — Caen. 1740. 1780
8Er hieß eigentlich Bossard genannt Desjardins. Unbedeutender Musikinstrumentenmacher des 18. Jahrhunderts, der in den letzten Jahren gemeinschaftlich mit seinem Schwiegersohn gearbeitet zu haben scheint. Eine Vielle in einem Gitarrekorpus ist aus der Sammlung Snoeck (Nr. 606) nach Berlin gekommen.
9Geigenzettel: Faite par Desjardins, Marchand / Luthier, grande rue St.-Jean / à Caen 1763 (gedruckt).
11Desmarées (Desmaretz), Nicolas. — Mirecourt. 1742. 1783
12Nur dem Namen nach überliefert.
14Desmoulins. — Paris. 1640. 1660
15Im Briefwechsel Const. Huygens (»Corresp. et œuvres musicales de Const. Huygens, publ. p. W. J. A. Jonckbloet et Land, Leyde 1882«) findet sich eine Stelle, in der ein Lautenmacher dieses Namens erwähnt wird. De la Barre, an den sich Huygens wegen Ankaufs einer Laute nach Paris gewendet, schreibt am 15. Oktober 1638: »… ne luy ayant rien communiqué de la recherche que vous faites d’un excellent Luth de Bologne, joint qu’il me semble qu’il estime plus les luths neufs de Desmoulins…« Valdrighi erwähnt ihn gleichfalls (Nr. 835) und setzt ihn in die Zeit von 1640—1660.
17Despines, Alexandre. — Turin. 1828. 1842
18Schüler von Pressenda, Gatte der Sängerin Mme Despines. Die Geschichte eines von ihm nach Omobono Stradivari gemachten Violoncellos erzählt Alfredo Piatti in den Violin Times (deutsch in De Wits Z.) Nr. 31, 1895. Er baute nach Guarneri. Auf seinen Zetteln hat er sich auch D’Espine genannt.
19Geigenzettel: Abb. 177.
21Despont s. D’Hespont
23Des Rousseaux, Nicolas. — Verdun. 1755
24Er war ursprünglich Steinmetz und wurde der Schwiegersohn von Joseph Miracourt; als Violenbauer brachte er es zu achtungswerter Tüchtigkeit und arbeitete nach A. Jacquots Angabe im Stile der Klotzschule. Sein Ladenschild lautete »à la Luth«. Er verwendete auch einen Brandstempel mit seinem Namen. Eine von ihm gemachte fünfsaitige Bratsche findet man aus der Sammlung Snoeck (Nr. 465) in Berlin. Eine Pardessus de viole befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 790).
25Geigenzettel: A Verdun par Nicolas / des rousseaux 1755 (gedruckt).
27Dessauer, Heinrich. — Linz a. D. 1902
28Ein Tonkünstler, der eine Bratsche erfunden hat, die, bei vergrößertem Körper, die gleiche Mensur wie die Violine hat. Vgl. »die Dessauer Bratsche«, Zeitschr. f. Instr. v. Paul De Wit, Nr. 11, 1902.
30Deuz(?), John. — 1755
31Eine Violine mit diesem mir sonst nicht bekannten Namen wurde im Juli 1904 bei Puttick & Simpson in London versteigert.
33Devereux, John. — London. Melbourne. 1840. 1880
34Er arbeitete längere Zeit bei B. S. Fendt in London und ging später nach Australien, wo er 1880 noch lebte.
36De Vitor, Pietro Paolo. — Brescia. 1738. 1740
37Er bezeichnet sich als Venezianer. Seine Geigen zeigen ein übertrieben hochgewölbtes Modell, kurze und gedrungene Schnecke, ziemlich gute Arbeit und einen besonders schönen roten Öllack. In einigen Teilen ahmte er Maggini nicht ungeschickt nach. Eine gute Geige von ihm besitzt Adamowski in Boston (Mass.).
38Geigenzettel: Abb. 173.
40De Voney, Frank. — Blackpool, Pittsburg (Am.), San Francisco. 1890. 1908
41Ein Perthshirehochländer, der sich als Geigenmacher einen guten Namen gemacht hat; um 1900 wanderte er nach Amerika aus und soll auch dort mit Erfolg tätig gewesen sein. Er arbeitete nach den Modellen von Gaspar da Salò, Stradivari und Guarneri und hat gelben oder roten Öllack verwendet.
42Geigenzettel: Joseph Guarnerius / Copy / By / Frank de Voney 1893 [I. H. S. im Kreis mit Kreuz] (gedruckt).
44Devyri, Anton. — Alpenrose (bei den Karersee nächst Bozen)
45Eine Geige, wohl dem 18. Jahrhundert angehörend, Stainermodell, etwas ungleich gemacht, trug den schlecht leserlichen Zettel: Anton Devyri / Alpenrose bey Carrer See / nechst Botzen (geschrieben).
47Dewars, William. — Brechin (Schottland). Geb. 1878
48Er baut Geigen nach Stradivari und Guarneri und verwendet Whitelaws oder Hardies Öllack.
50De Zorzi, Valentino. — Florenz. Geb. 1837 in Vittorio (Venetien), † 1916
51Erlernte autodidaktisch den Geigenbau, arbeitete stets in Italien, eröffnete seine eigene Werkstatt in Pistoja 1880 und verlegte diese vor 1885 noch nach Florenz, wo er zu Ansehen kam. Er war sehr fleißig, bis er in hohem Alter in Geistesnacht verfiel. Er baute nach
53¹) Der Name Desideti kommt mehrfach vor. Ein Goldschmied Giorgio Desideti lebte um 1536 in Rom. Die Familie war in Novara heimisch,
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- Desjardins, Louis
- Desmarées, Nicolas
- Despines, Alexandre
- Dessauer, Heinrich
- Deuz, John
- Devereux, John
- Dewars, William
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