Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 113

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

41 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 109. See the scan on archive.org.

1Geigen selbst anfertigt, auch seinen Lack selbst bereitet und sich in jeder Beziehung als Künstler erweist, hat er bald in weiten Kreisen Anerkennung gefunden. Seine Kopien alter Meisterwerke gehören zu dem Besten, was in dieser Beziehung geleistet werden kann. In der Kunst des Lackierens ist er kaum zu übertreffen.
2Geigenzettel: Michael Dötsch / Berlin W 19 Monogr. M. D., darunter B., das Ganze von Laub- und Nadelzweigen umrahmt.
4Dollenz, Giovanni. — Triest. 1800. † um 1850
5Er soll ein Schüler Storionis gewesen sein, den er auch nachahmte. Er baute sowohl Geigen als Violen und Violoncelli und war auch als Bogenmacher sehr geschätzt; sein Lack ist gelbrot.
6Geigenzettel: Restauratum a me Gio. Dollenz / in Triest 18 . . (gedruckt). — Giovanni Dollenz, Fecit / in Trieste Anno 1805 (gedruckt).
8Dollenz, Giuseppe. — Triest. 1850. † 1889
9Sohn und Schüler von Giovanni D. Er baute im ganzen 130 Violinen und Violen und einige Violoncelli. Er war geschickt, wenn er auch den Vater nicht ganz erreichte. Die Geigen aus seinen letzten Lebensjahren sind am besten. Sein Lack gleicht dem seines Vaters; nur ist er etwas rötlicher. Seine Violoncelli sind recht gut.
11Domanski, Albert. — Paris usw. Geb. 1780, † nach 1855 in Spanien
12Ein polnischer Offizier, später russischer Konsul in Spanien, der sich in seinen Mußestunden auf den Geigenbau verlegte, dessen Anfangsgründe er in jungen Jahren in Wien erlernte. Er wohnte damals in demselben Hause wie Mozart, an den er durch den Prinzen Jablonowski empfohlen wurde. (Vgl. Domanskis Memoiren in der Zeitschrift »Przeglond Poznanski«, Heft 2 1850.) Als Geigenmacher bildete er sich in Paris von 1835—1849 weiter aus. Er hat dann noch in einigen polnischen Städten gearbeitet und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Spanien bei seinem Sohne, der dort als Offizier diente.
14Dombrowski (Dąbrowski). — Warschau. 1892. 1902
15Polnischer Geigenmacher der Gegenwart.
17Dombrowsky, August. — Riga. Geb. 16./28. Juli 1845 in Kengeragge bei Riga
18Besitzer einer großen Holzsägerei in Alt-Mühlgraben bei Riga. Er wendete sich seit 1878 aus Liebhaberei dem Geigenbau zu und beschäftigte sich bis 1890 mit vielfältigen Versuchen, wobei er 1886 von Wilhelmj wertvolle Anregungen erhielt. Wohlvorbereitet begann er 1890 die Geigenmacherei in größerem Umfange zu betreiben, zog sich zwei Gehilfen heran und hat seitdem 1134 Violinen, 30 Violoncelli und 2 Kontrabässe gebaut, die fast alle verkauft sind. Er hat Versuche mit den verschiedensten Holzsorten für die Böden (statt des üblichen Ahorns) angestellt und solche von Ebenholz, Wacholder usw. gemacht. Auch mit verschiedenen Lacksorten hat er experimentiert, verwendet aber jetzt fast ausschließlich sogenannten Danziger Bernsteinlack.
20Dominicelli (.. ero oder Domenico). — Ferrara. 1695—1715
21De Piccolellis schreibt den Namen Domincelli und fügt hinzu »di Brescia«. Daß er Violinen gemacht hat, steht noch nicht fest, wohl aber kennt man einige gute Violoncelli und Bässe von ihm. Vidal rechnet ihn zur Amatischule. Andere halten ihn für einen Schüler G. B. Rogeris. Er gebrauchte goldgelben Lack.
23Dominichini, Antonio Eduardo. — Bologna. 1708. 1766
24Als Geigenmacher und Reparateur mehrfach erwähnt, so auch bei Valdrighi (879).
26Dominichino, Giuseppe. — Verona. 1700. 1709
27Vielleicht ein Schüler der Amati, an deren Arbeit die seine stark erinnert. Ob er in Verona selbst tätig war, ist noch nicht nachgewiesen, doch ist es wahrscheinlich (seine Zettel geben auch Verona nur als seine Heimat an).
28Geigenzettel: Giuseppe Domichino / Veronensis Faciebat anno 17 . (gedruckt).
30Dominico. — Pesaro. Venedig. 1522. 1548
31König Philipp II. von Spanien besaß fünf Violen von einem Dominico. Das im Archiv des Palacio real in Madrid aufbewahrte Inventar der Musikinstrumente des Königs führt an: »Cinco vihuelas de arco de madera blanca, con unos quadros samblados de taraçea de mano de Dominico en tres caxas No 59 . . .« Dieser Dominico ist möglicherweise identisch mit dem Meister Dominicus in Pesaro, von dem mir sonst nur Klavizimbeln bekannt geworden sind, und der durch das Gravicembalo, das er nach Gioseffo Zarlinos Anweisung im Jahre 1548 baute, bekannt ist. Um 1548 kam übrigens auch ein Bildhauer und Medailleur Domenico Veneziano vor, von dem eine bezeichnete und datierte Medaille auf König Sigismund II. von Polen herrührt.
32Geigenzettel: Dominicus Pisaurensis/fecit MDXXXIII (gedruckt).
34Dominicus, Joannes. — Rom. 1570 (?).
35Niederheitmann besaß eine kleine Violine, die nach seiner Beschreibung in ihrer Wölbung und den F-Löchern an Andreas Amati erinnerte. Das Holz soll gut, der Lack braun und der Boden mit einer verzierten Einlage versehen gewesen sein. Die Jahreszahl zweifelte Niederheitmann selbst an, er scheint aber auch den ganzen Zettel falsch gelesen zu haben, der bei ihm lautet: Joannes Cesarum Dominicus / Roma minorum 1510 / und in dieser Form ganz unverständlich ist. Den Zettel sicher zu korrigieren ist, ohne das Original vor Augen zu haben, nicht gut möglich; wahrscheinlich aber mußte der Zettel folgendermaßen aussehen:
36Joannes Dominicus
37Ord. frum.
38Minorum
39Romae 1570
40Dominicus wäre demnach ein Minorit (Ordinis fratrum Minorum) gewesen. Die Jahreszahl könnte vielleicht 1570, wird aber wohl 1610 geheißen haben.

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.