Scan 114
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Donato, Serafino. — Venedig. 1411
2Vidal und Valdrighi erwähnen ohne nähere Angaben nur seinen Namen mit der Jahreszahl.
4Doneda, Giovan Battista. — Brescia. Geb. um 1530, † 19. Jan. 1610 in Brescia
5Er war der Sohn eines Paolo D. und wird zuerst 1562 als dreiunddreißigjährig mit dem Zusatz »qual fa di violini« erwähnt; in seinen Steuererklärungen kommt er bald als »lavorento de instrumenti de citere« (1568), als »maestro d'instrumenti de sonar« (1588), bald als »cytaredus« (1607) vor. Sein Todestag findet sich in der Sterbematrikel der Pfarrei Nazaro e Celso. Ob er mit »Baptista Bressano« identifiziert werden kann, erscheint fraglich.
7Doni, Giambattista. — Florenz. 1635. 1663
8Berühmter Musikkennner und -schriftsteller, Akademi-ker usw., der sich auch als Instrumentenmacher ver- suchte und u. a. die Lira Barberina (Amficordo) erfand.
10Doni, Rocco. — Florenz. 1600. 1660
11Als Priester führte er vor seinem Taufnamen auch den Titel Dom1). Er hat ziemlich viele Lauten und Geigen gemacht und dürfte ein Verwandter des berühmten Giambattista Doni gewesen sein. Im Verzeichnis der Musikinstrumente des Herzogs von Florenz, das Cristo- fori am 23. September 1716 angefertigt hat, heißt es: »No 45. Bassetto opra del sacerdote Rocco Doni con corpo stacciato con suo arco.«
13Donozetto (Donizetti?), Pietro. — Neapel. 1789
14Ob der Name richtig gelesen ist, kann ich nicht entscheiden. Der Arbeit nach vielleicht ein Gagliani- schüler.
16Dopfer (Döpfer), Nikolaus. — Mainz. 1715. 1768
17Ein sehr tüchtiger, angesehener Künstler, der Kurfürst- lich Mainzischer Hofgeigenmacher war. Seine Geigen sind gut gearbeitet, haben großes Patron und erinnern in den Umrißlinien an Stainer. Da er die Wölbung oft ohne Hohlkehle gleich vom Rande aus ansteigen ließ, sieht sie höher aus, als sie eigentlich ist. Das Holz ist gut, auch wenn er für den Boden statt Ahorn- Eschen- holz nahm, denn er legte dann Wert darauf, daß ihm die Wurzelknollen ein buntes Aussehen verliehen. Der Ton ist vorzüglich. Die Schnecke, oft aus Birnbaumholz, ist hübsch im Schwung; auch die F-Löcher sind in der Regel elegant und schmal, wenn sie nicht genau nach Stainer geschnitten erscheinen. Weniger gut ist sein brauner, besser sein gelbbrauner Lack. Er war der Schwiegervater von Diehl und Steininger. In einer Frankfurter Matrikel wird sein Name irrtümlich Dopp- ler geschrieben. Eine Altgeige von ihm aus dem Jahre 1763 war in der von der holländischen Gesellschaft »Pulchri Studio« 1893 veranstalteten Ausstellung zu sehen.
18Geigenzettel: Abb. 156.
201) Was irrtümlich manchmal mit »Dominicus« ergänzt wurde.
22Dorant, William. — London. 1814
23Er wohnte Winfield Street, Brick Lane Spitalfields, und ist kein bedeutender Meister gewesen.
25Dorigo s. Spilman
27Doring, Ernest N. s. John Friedrich & Bro.
29Dorner, Ignatz Martin. — Wien? 1716 (?). 1777
30In den Steuerlisten kommt sein Name nicht vor, wohl aber fand man ihn in mittelmäßigen Geigen, von denen eine entschieden jünger war als die angegebene Jahreszahl 1716. Auch daß der Name der Stadt Wien entgegen der damals meistens gebrauchten Schreibweise »Wienn« nur ein n zeigt, läßt die Echtheit des Ursprungsortes und der Jahreszahl sehr zweifelhaft erscheinen. Eine seiner Violinen mit der verdächtigen Jahreszahl 1716 tauchte noch im Jahre 1912 bei der Oktoberversteige- rung von Puttick & Simpson in London auf. Wahr- scheinlich war Dorner ein Schönbacher oder Vogtländer, wofür auch das fehlerhafte Latein der Taufnamen auf einem anderen Zettel spricht.
31Geigenzettel: Ignatii Martynij Dorner / Violin und Lautenmacher me fecit Wien 1777 (gedruckt) und Abb. 157.
33Dorniedten (Tor Niedten). — ? 18. Jahrh. (?)
34Vermutlich ein Holländer, dessen Name hie und da in Musikinstrumenten eingebrannt zu finden ist.
36Doser, Joseph. — Freising. Geb. 1770 in Vils bei Füssen, † 19. März 1836 in Freising
37Er wird als Sohn eines gleichnamigen Vaters bezeichnet und dürfte in seinem Geburtsort gelernt haben. Um 1790 scheint er nach Freising gekommen zu sein, wo er am 10. Juni 1794 Therese, die Witwe Franz Knittls, heiratete, obwohl sie 20 Jahre älter war als er. Er dürfte das Versprechen gehabt haben, auch als Hofgeigen- macher der Nachfolger Knittls zu werden, denn im Trauschein wird er bezeichnet als »angehender bürger- licher Hof-Lauten- und Geigenmacher«, doch scheint er den Dienst nicht erhalten zu haben, da sein Totenschein von ihm nur kurz als »bürgerlichem Geigen- macher« spricht. Nach dem 1811 erfolgten Tode seiner Frau hat er sich nicht wieder verheiratet. Seine Arbeit verrät gute Tiroler Schule, und er kommt den besseren gleichzeitigen Mittenwaldern sehr nahe.
38Geigenzettel: Doser in Freising 1790 (geschrieben).
40Dosi, Pietro. — Bologna. 1880. 1885
41Ein aus Livorno stammender Zollbeamter, der sich in seinen Nebenstunden als Rahmenmacher versuchte. Er gehörte dem Freundeskreis von Raffaele Fiorini an und wurde dadurch veranlaßt, sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen zu beschäftigen. Er war nicht unbegabt und hat sogar Ausstellungspreise erhalten; seine Arbeiten sind trotzdem unbedeutend zu nennen.
42Geigenzettel: Pietro Dosi di Livorno / fece per diletto (gedruckt).
44Doss & Heidegger. — Hamburg
45Eine 1879 begründete Musikinstrumentenfirma, deren jetziger Inhaber Heinrich Schlüter ist.
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