Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 115

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

47 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 111. See the scan on archive.org.

1Dosseur, Claude. — ? 1775
2Französischer Geigenbauer des 18. Jahrhunderts. Wo er gelebt hat, ist ungewiß; seiner Arbeit nach scheint er die Brescianer Schule zum Vorbild genommen zu haben, ja er übertreibt die charakteristischen Formen Magginis noch; doch ist er im allgemeinen sehr geschickt gewesen.
3Geigenzettel: Claudius Dosseur / Fecit anno 1775 (gedruckt).
5Dotzauer
6Eine im Egerlande ansässige Familie, von der verschiedene Mitglieder in der dortigen Geigenindustrie tätig sind. In Schönbach bei Eger lebt jetzt Jakob D. als »Corpusmacher«; Josef D. lebt in Absroth bei Schönbach, ein anderer Josef D. in Pechbach in Böhmen.
8Dow, W. H. — Melbourne. 1880. 1900
9Australischer Geigenmacher, der schon 1880 eine Viola nach eigenem Modell sowie Violinen nach Stradivari und Guarneri ausgestellt und dafür den ersten Preis erhalten hat.
11Draßegg (Drassich), Victorin. — Bregenz.
12Geb. zu Groß-Polom (Mähren) 3. Sept. 1782, † 6. März 1847 im Militärspital zu Wien
13Nach G. Kinskys Ermittlungen war er gelernter Tischler, wurde Soldat und geriet in Italien in französische Gefangenschaft. Er kam weit in der Welt umher und ließ sich dann, da er Deserteur war, unter dem Namen Friedrich Grünwald in Bregenz nieder, wo er 1816 auch heiratete. Geigen scheint er nicht gebaut zu haben, wohl aber gute Gitarren und Zithern, von denen sich noch mehrere in Bregenz in Privatbesitz befinden. Auch soll er ein vorzüglicher Gitarrespieler gewesen sein. Eine Schlagzither aus dem Jahre 1834 und eine Gitarre von 1835 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. Vgl. den Katalog dieses Museums B. II, S. 236.
14Zettel: Victorin Draßegg / Instrumentenmacher in Bregenz / 1807 (gedruckt).
16Dreher, J. — Warschau. 1884. 1902
17Ein Geigenmacher, der vermutlich aus Deutschland nach Polen eingewandert ist und 1884 sein Geschäft in Warschau begründet hat.
19Dreier, Carl. — Leipzig. Geb. 2. Mai 1857 in Markneukirchen
20Schüler von M. Schmidt, arbeitete nach beendetem Lehrzeit in Dresden, Beuel bei Bonn und Philadelphia und machte sich 1887 in Leipzig selbständig. Er baut Geigen und Violoncelli nach Stradivari (aber auch schöne Gitarren und Zithern) und wendet einen gelbbraunen Lack an.
21Geigenzettel: Carl Dreier in Leipzig, / Streichinstrumentenmacher u. Reparateur (gedruckt). — Carl Dreier Leipzig (gedruckt).
23Dreier, Friedrich. — Grabow i. M. Geb. 1848 in Neu-Brenz
24Er ist als Weichensteller bei der Eisenbahn angestellt und versuchte gelegentlich, nach einer Kindergeige ein spielbares Instrument zu bauen. Seitdem macht er Geigen in seinen Nebenstunden. Er arbeitet nach keinem bestimmten Modell und verwendet Spirituslack.
25Geigenzettel: Gebaut von / F. Dreier, Weichensteller / in Grabow i. M. (gedruckt).
27Dreier, Ole. — Kopenhagen. 1795. 1810
28Einer der besten dänischen Geigenmacher. Sein Name findet sich auf der Außenseite des Bodens in seinen Violinen eingebrannt.
30Dresler (Dreßler), Ernst Wilhelm. — Landeshut. 1833. Geb. 13. Jan. 1799 in Schmiedeberg i. Riesengeb., † ?
31Sohn des Hufschmieds Joh. Ehrenfried Dreßler, der ein tüchtiger Musiker gewesen sein soll. Ernst W. Dr. soll bei einem Instrumentenmacher im Riesengebirge gelernt haben und ließ sich um 1833 in Landeshut nieder. Er ist aber bald wieder »unbekannt wohin« verzogen. Als Geigenmacher war er sehr unbedeutend.
32Geigenzettel: Ernst Dresler. / Instrumenten-Bauer / in Landeshut. Reyariert (sic.). (gedruckt).
34Drexel, Georg. — Nördlingen. 1902
35Geigenzettel: Georg Drexel / Instrumentenfabrikant / Nördlingen / gebaut 19 . . Renoviert 19 . . (gedruckt).
37Driel, Abraham von. — Hamburg. 1710
38Ein Instrumentenmacher, der am 14. März 1710 Bürger wurde. Vermutlich war er Klaviermacher, doch soll er auch Zimbeln und Lauten gemacht haben.
40Drinda, Giacomo. — Pienza (?). 18. Jahrh.
41Vidal führt einen Geigenmacher dieses Namens auf und gibt als Wohnort »Pianzo« an. Vermutlich sollte es »Pienza« (Toskana, Provinz Siena) heißen, möglicherweise aber auch Piazzo (ein Dorf in der Provinz Turin) oder ein anderer, ähnlich klingender Ort.
43Drögemeyer, Hermann August. — Bremen.
44Geb. 16. März 1849 in Bremen
45Ursprünglich Maschinentechniker, beschäftigte er sich frühzeitig mit dem Studium des Geigenbaus und brachte es bald darin zu so großer Fertigkeit, daß er sich 1883 in seiner Vaterstadt als Geigenmacher niederlassen konnte. Anfangs arbeitete er nach einem eigenen Modell, ging aber später zu denen des Stradivari aus den Jahren 1696—1709 über und machte mehrfach größere Reisen nach Belgien, Frankreich und England, um dort die Werke der großen italienischen Meister zu studieren. Im Jahre 1903 zog er sich in das Privatleben zurück. Seine Geigen werden sehr gelobt; in weiteren Kreisen ist er außerdem durch sein bereits in dritter Auflage erschienenes Werk »Die Geige« bekannt geworden.
46Geigenzettel: Abb. 176.

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