Scan 119
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Dvořák (Dwořák), Johann Baptist. — Prag. Geb. 10. Aug. 1825 in Unhošť, † 28. Sept. 1890 in Prag
2Schüler von Joh. Kulik, bei dem er 1844 ausgelernt hatte. Er ging dann nach Pest zu J. B. Schweitzer, dann zu A. Hoffmann nach Wien, zurück nach Pest zu Ferd. Patzelt und zuletzt zu Ignaz Sandner in Prag, dessen Werkstatt in der Husová třída (Husgasse) Nr. 230 er später übernahm. Er verheiratete sich mit Maria Klima; von seinen drei Söhnen sind zwei Geigenmacher geworden. Er kommt in mancher Beziehung seinem Lehrer Kulik nahe, seine Arbeit ist gut. Er hatte Stradivari und Guarneri nachgeahmt, doch erzielte er wie Kulik meist nur einen harten, scharfen Ton. Besser sind seine Violoncelli. Besondere Sorgfalt verwendete er auf den Lack, der sich bis jetzt recht gut bewährt hat, aber etwas grell in der Farbe ist. Außer Geigen baute er auch Gitarren usw. Seinen Namen, der nach der neueren böhmischen Rechtschreibung jetzt Dvořák geschrieben wird, schrieb er gewöhnlich Dwořák.
3Geigenzettel: Joh. Bapt. Dwořák / Geigen- und Guitarrnacher, Prag / 230/I (gedruckt) und Abb. 162.
5Dvořák, Karl Boromäus. — Prag. Geb. 26. Okt. 1856 in Prag-Neustadt, † 28. Juni 1909 in Königssaal bei Prag
6Schüler seines Vaters Joh. B. Dv., bei dem er von 1872—1876 in der Lehre war. Um sich weiter auszubilden, ging er zunächst zu Thom. Zach und Dav. Bittner nach Wien, zu Sütterlin nach Straßburg, von da nach Paris zu Hip. Chrétien-Silvestre und zuletzt zu Gand & Bernardel. Trefflich geschult kehrte er ins Vaterhaus zurück, wo er den Vater in dessen langwieriger Krankheit vertreten mußte. Hierauf eröffnete er seine eigene Werkstatt und baute gute Geigen nach Stradivari und Guarneri. Gleichzeitig war er ein eifriger Sammler alter Instrumente, die er mit Glück auf seinen größeren Reisen zu entdecken wußte. Seine Arbeit erinnert an die moderne französische Schule, er erfreute sich eines wohl begründeten Rufes und war im Besitze vieler Medaillen und Auszeichnungen.
7Geigenzettel: Abb. 152.
9Dykes, Geo L. — Leeds. Geb. 11. Okt. 1884 in Leeds
10Mit zwölf einhalb Jahren trat er in die Lehre bei seinem Vater und ging dann zu Paul Bailly. Er hat Violinen gemacht, die in allen Einzelheiten seine eigene Arbeit zeigen. Er baut nach Stradivari, Guarneri und Amati, und zwar mit solchem Erfolg, daß schon im März 1901 Meredith-Morris seine Biographie mit Bild in »The Strad« veröffentlichte. Daß er auch im übrigen eine gute Ausbildung genossen hat und Deutsch und Französisch mit bemerkenswerter Sicherheit spricht, sei nebenbei erwähnt.
11Geigenzettel: Made by / George L. Dykes, / Leeds, pupil of Paul Bailly, / (pupil of Jean Baptiste Vuillaume, of Paris) / No. 14 (gedruckt).
13Dykes, Harry. — Leeds, 28 Queens Arcade. 1883. 1900
14Er besitzt eine Geigenmacherwerkstatt und ist ein bedeutender englischer Händler mit alten Geigen. Er ist auch Vertreter mehrerer französischer und italienischer Geigenmacher der Gegenwart für England.
16Eastburn, W. — Halifax. 1902
17Er wird als Geigenmacher und Saitenhändler bezeichnet.
19Ebar s. Ebert
21Ebentheur, Franz Sales. — Kriegshaber bei Augsburg. 18. Jahrhundert
22Seinen mit musikalischen Emblemen umrahmten Zettel veröffentlichte Paul de Wit. Das Augsburger Stadtarchiv enthält keinerlei auf diesen Meister bezüglichen Vermerk.
23Geigenzettel: Sales Ebentheur / Instrumentenmacher / in Kriegshaber / bey Augsburg (gedruckt).
25Eberl (Eberle), Benedikt. — Budapest. 1820. 1827
26Wenig bekannter, aber geschickter Geigenmacher, der der Vorliebe der ungarischen Geiger seiner Zeit für die Brescianer Modelle entsprechend fast nur Nachahmungen nach Maggini gebaut hat. Seine Geigen sind doppelt eingelegt, der Lack sehr geschickt imitiert, Arbeit und Holz vorzüglich. Seine Geigen haben immer unechte Maggini-Zettel, versteckt im Inneren aber liest man: »Benedikt Eberl, Pesth« und die Jahreszahl.
28Eberl, Christoph. — Prag. 1780. 1784
29Mir ist zwar eine Geige dritten Ranges mit dem untenstehenden gedruckten Zettel vorgekommen, ein Christoph Eberl ist jedoch als Geigenmacher in Prag nicht nachzuweisen. Es wird wohl ein Schönbacher Meister gewesen sein, der, wie viele Neukirchner, seine Arbeiten von Prag aus datierte.
30Geigenzettel: Abb. 188.
32Eberl. — Schönbach b. E.
33Eine egerländische Familie, von der mehrere Mitglieder in der Geigenindustrie ihrer Heimat tätig waren und noch sind. Jetzt sind dies ein Johann und ein Rudolf Eberl.
35Eberle, Eugen. — Rotterdam
36Geb. 7. März 1885 in Rotterdam als Sohn des berühmten Violoncellisten Oskar E., Schüler von K. Ferenczy-Tomasowsky, bei dem er von 1896—1902 blieb. Er arbeitete als Gehilfe bei Karel van der Meer, dann zwei Jahre lang bei O. Möckel und machte sich 1904 in seiner Vaterstadt selbständig. Seine Arbeit ist sehr sorgfältig, er führt alle Teile seiner Geigen ohne fremde Mitarbeit aus und wird sehr gelobt. Auf der
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