Scan 121
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1oft denen Amatis nähern, zierlicher und unterscheidet sich auch in seinen Schnecken von denen der Gagliani. Er verarbeitete sehr schönes Holz, verwendete rotbraunen und braungelben Lack und führte alle Teile sehr sauber durch. Seine Geigen kommen verhältnismäßig selten vor, was darauf zurückzuführen ist, daß die meisten jetzt unter dem gangbareren Namen des Nicolaus Gagliano in den Handel gekommen sind. Er verwendete häufig geschriebene Zettel und hat in der Regel quer über den oberen Klotz einen zweiten kleinen Zettel mit den Worten: »Gesu e Maria« eingeklebt. Eine jedenfalls von ihm gebaute Viola d’amore, mit dem Namen »Heberle«, befindet sich in der Sammlung Valdrighi. Etwa zwölf Geigen von ihm besitzt Eugen Gärtner in Stuttgart.
2Geigenzettel: Thomas Heberl / Fecit Neap. 1780 (geschrieben) und Abb. 189.
4Eberle, Wenzel Michael Jos. Vincenz. — Prag.
5Geb. 14. Okt. 1738, lebte noch 1770
6Vierter Sohn1) und jedenfalls auch Schüler von Joh. Udalricus E., dessen Nachfolger er dann wurde und der ihm alles Werkzeug und Geigenholz vermachte, sogar den freien Nießbrauch des Hauses, solange er ledigen Standes bleibe. Der junge Eberle scheint demnach eine Wahl getroffen zu haben, die der Vater nicht billigte. Der Sohn hielt den Ruhm der väterlichen Werkstatt nicht auf der gleichen Höhe, obwohl seine Arbeiten immer noch ein tüchtiges Können verraten. In seiner ersten Zeit hat er zweifellos die von seinem Vater noch vorgearbeiteten Geigen fertiggemacht und mit dessen Zetteln versehen. Vielleicht hat er an dieser Gewohnheit allzu lange festgehalten, auch wenn die Geigen ganz allein seine Arbeit waren, wodurch es sich am besten erklären ließe, daß Arbeiten mit seinem Zettel so selten vorkommen.
8Eberspacher, Bartolommeo.—Florenz.17. Jahrhundert
9Lautenmacher deutschen Ursprungs. Eine Theorbe von ihm befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
10Geigenzettel: Bartolomeo Eberspacher / In Fiorenza (gedruckt).
12Ebert (Eberl?), Heinrich. — Venedig. 1655
13Sehr tüchtiger Lautenmacher des 17. Jahrhunderts, von dem die Sammlung Scheurleer eine hübsche Theorbe aufweist. Wie Tiefenbrucker seinen Namen italianisierte, so hat dies augenscheinlich auch Ebert getan. Herr Franciolini besitzt eine reich eingelegte Mandoline in der Form eines kleinen Rebeks mit der Inschrift: »Enrico Ebar fecit anno Domini 1655«. Wenn das Datum richtig ist — was glaubwürdig scheint — und das Instrument keine späteren Veränderungen erlitten hat, hätten wir damit eine der ältesten Mandolinen vor uns. In der Ausstellung der holländischen
151) Seine Brüder scheinen jung gestorben zu sein oder sich anderen Berufen zugewendet zu haben. J. Udalricus Eberle hatte fünf Söhne: Joseph Elias, geb. 1728; Sebastian Valentin, geb. 1733; Martin Michael, geb. 1736; Wenzel Michael, geb. 1738; Udalricus Franz, geb. 1741.
17Gesellschaft »Pulchri Studio« 1893 war eine von ihm gebaute und von J. C. Hoffmann reparierte Theorbe. Auch P. de Wit erwarb 1885 eine Theorbe von schwarzem Palisanderholz mit Elfenbeinrippen von ungewöhnlicher Größe mit der Inschrift: »Heinrich ebert In Venetia«. Diese Theorbe zeichnet sich auch durch drei prächtige gotische Rosetten (»Dachsterne«) aus. Eine sechssaitige Viola d’amore von ihm besitzt auch die Sammlung Correr in Venedig. In dieser liest man den Namen »Heinrich Ebart«.
19Eberti s. Eberle
20Ebner, Andreas. — München. Geb. 1852 in München, † 24. Januar 1919
21Er wurde bei seinem Vater, der sich als Trödler schon seit 1850 mit dem Verkauf alter Musikinstrumente beschäftigte, frühzeitig mit dem Geigenbau vertraut und verlegte sich, als er das väterliche Geschäft übernahm, ganz auf den Handel mit alten Streichinstrumenten, Zithern usw.; und ververtigte auch Streichinstrumente nach eigenen Modellen. Sein Sohn Albert Benno E., der gebrannter Musikinstrumentenmacher ist, und seine musikalische Ausbildung am Konservatorium abgeschlossen hat, ist sein Nachfolger.
23Ebner, Georg. — Regensburg. 1723
24Wahrscheinlich ein Bruder von Gotthard Ebner in Hallein und Lehrmeister des bekannteren Gotthard Ebner in Regensburg. Er wird ausdrücklich als Geigenmacher bezeichnet.
26Ebner, Gotthard. — Hallein. 1723
27Die Ebner waren Bauern in der Au bei Hallein und haben wohl nur im Winter Geigen gemacht. Nur Gotthard E. scheint sich in jungen Jahren in guten Werkstätten umgesehen zu haben und war vielleicht der Vater des gleichnamigen Regensburger Meisters. Er baute fast ausschließlich nach dem breiten Stainermodell und ließ manchmal die Einlage fehlen. Sein Lack ist feurig, dick aufgetragen und kommt Stainer sehr nahe; auch im Ton sind seine Instrumente gut.
29Ebner, Gotthard. — Regensburg. 1724.
30† 4. Mai 1760
31Er war Geigenmacher und Musiker. Sein Modell erinnert in gleicher Weise an Stainer wie an Amati; an den letzteren namentlich in bezug auf die Schnecke und die F-Löcher. Er hatte einen gewöhnlichen braunen oder gelbroten Lack und nahm ziemlich hohe Wölbung, die Einlagen ersetzte er oft durch gezeichnete Linien. Eine Violine von ihm aus dem Jahre 1749 besitzt der Füssener Kirchenchor.
32Geigenzettel: Gotthard Ebner Lauten- und Geigenmacher Music. fecit Ratisbonae / 1724 (gedruckt).
34Ebner, Otto. — Augsburg. Geb. 10. Dez. 1883 in Breitenfeld i. Vogtland
35Schüler von Aug. Wilh. Ficker in Markneukirchen. Als Gehilfe arbeitete er bei Albin Oscar Zimmer, dann bei F. C. Louis in Saarbrücken und kam 1903 zu G. Piegendorfer nach Augsburg, nach dessen Tod er die Werkstatt leitete, die er dann am 1. Oktober 1906
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