Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 123

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

23 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 119. See the scan on archive.org.

1Edlinger, Hans Georg. — Augsburg. Geb. 28. März 1666, † 1696
2Zweiter Sohn von Thomas Edlinger. Da er jung starb, kommen Arbeiten von ihm nur selten vor. Er heiratete am 27. Mai 1691 Maria Nigrius (Nigrinuss) aus Sünching(en), die bereits am 11. Februar 1696 als Witwe vorkommt und an diesem Tage für ihre beiden Töchter Anna und Maria Theresia Vormünder bestellt. Sie heiratete dann am 2. Februar 1697 den Lautenmacher Jakob Fichtel, aber auch dieser starb ihr drei Jahre später, und am 23. Oktober 1701 vermaßhte sie sich, zum dritten Male, mit dem Geigenmacher Gregor Ferdinand Wenger.
4Edlinger, Josef Joachim. — Prag. Geb. 7. März 1693 in Prag, † 30. Mai 1748
5Sohn und Schüler von Thomas (II) E. Er bereiste nach beendigter Lehrzeit fast ganz Italien und arbeitete hauptsächlich in Cremona, Rom, Neapel, Bologna, Ferrara und Venedig. Gründlich ausgebildet kehrte er gegen 1728 nach Prag zurück, wo er von nun an tätig war. Am 2. Februar 1728 erlangte er das Bürgerrecht auf der Kleinseite und gelangte zu hohem Ansehen. Er war Mitglied des Sechsmänneramts und der Nikolaus-Bruderschaft. Seine Geigen und Lauten werden über die seines Vaters gestellt¹), und ihm verdankt es die Prager Geigenbauschule zuerst, daß man auch auswärts auf sie aufmerksam wurde. Er wurde in der Johanniskirche unter dem Felsen begraben. Er war nicht verheiratet. Seine Erbinnen waren die Schwestern Therese und Anna Perlocher; seine Werkstatt mit allen Vorräten an Instrumenten, Holz und Werkzeugen hinterließ er dem vierjährigen Sohne seiner Dienerin, Josef Michl, mit dem Wunsche, daß dieser den Geigenbau erlernen möge, wozu er ihm noch außerdem 200 fl. Rhein. vermachte. — Sollte dieser Josef Michl nicht vielleicht identisch sein mit Josef Muschl? — Seine Arbeit ist gut; sein Modell knüpft an italienische Vorbilder an und hat flache Wölbung. An vielen seiner Geigen ist der Lack jetzt gänzlich zerstört; auch sonst haben sie stark gelitten. Eine Gitarrenlaute mit schöner Rosette im Schalloch (Dachstern) besitzt der Maler Wenig in Prag mit dem Zettel: Josephus Joachimus Edlinger / me fecit Pragae / Anno 1732 (gedruckt).
6Geigenzettel: Josephus Edlinger / me fecit Pragae 1733 (gedruckt).
8Edlinger, Thomas I. — Augsburg. 1656. † 8. Okt. 1690
9Er stammte aus Groß-Kirchheim in Kärnthen und ließ sich 1656 in Augsburg nieder, wo er die Tochter Matthias Hummels (s. d.) heiratete. Im Augsburger Hochzeitsamtsprotokoll vom 6. Februar 1661 heißt es: »Thomas Edlinger von Groß-Kirchhaimb aus Cärndten Lautenmacher und Elisabetha Humblin, hiesig, beide ledigen Standes« … usw. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder, Thomas II, Hans Georg und eine Tochter hervor. In zweiter Ehe heiratete er Barbara geb. Baur (Baür) aus Kirchheim. Im Pflegschaftsbuche von 1696 wird er bereits als »seelig« aufgeführt. Er besaß viel Handgeschicklichkeit; seine Geigen sind leicht zu erkennen; die Wölbung geht ohne Hohlkehle vom Rand empor, ist hoch, aber in der Brust flach. Auch die Zargen sind hoch, die F-Löcher groß und der Lack dunkelbraun. Das Holz ist gut und der Ton ziemlich kräftig. Das Museum Francisco-Carolinum in Linz besitzt eine Taschengeige von ihm, eine ebensolche sowie eine Laute aus dem Nachlass Hans Makarts und eine sehr originelle Tenorviola da Gamba und eine Laute aus de Wits Sammlung befinden sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln. Eine besonders schöne Taschengeige, nach Art der Viola d’amore besaitet, besitzt Daniel Fryklund in Sundsvall (Schweden), die er auch in einem hübschen Aufsatz beschrieben hat.
10Geigenzettel: Abb. 186 und 187.
12Edlinger, Thomas (II). — Prag. Geb. 23. Nov. 1662 in Augsburg, † 20. Jan. 1729 in Prag
13Er war jedenfalls ein Schüler seines Vaters Thomas Edlinger und nicht von J. Stainer, wie W. Sandys behauptet; er kann jedoch möglicherweise bei J. Stainer gearbeitet haben. In Augsburg wird er zuletzt am 18. Februar 1690, schon majorenn, genannt. Kurze Zeit darauf dürfte er nach Prag gegangen sein. Er lernte dort die Witwe des Geigenmachers L. Brater (geb. 1653 als Tochter des Geigenmachers A. Ott und † 19. Mai 1701) kennen, mit der er sich am 17. Mai 1692 verheiratete, nachdem er am 8. Mai desselben Jahres das Bürgerrecht auf der Prager Kleinseite erworben hatte. Edlinger war sehr wohlhabend und besaß außer dem Hause Nr. 210 in der Spornergasse »bey den 3 Geigen« (jetzt Nerudová ulice), wo sich auch seine Werkstatt befand, noch ein zweites Haus. Er starb am 20. Januar 1729 und wurde in der Wenzelskirche in eigener Gruft an der Seite seiner Frau begraben. Er hinterließ zwei Söhne, von denen der eine sein Schüler und Nachfolger wurde. Im Stift Ossegg befindet sich eine Laute von ihm aus dem Jahre 1718 (Kat. Nr. 23) und eine von 1700 (Kat. Nr. 48); einen Kontrabaß von 1713 besitzt Fürst Lobkowitz auf Schloß Raudnitz, eine schöne Viola von 1719 besaß der Geigenmacher Eman. E. Homolka in Prag, Königl. Weinberge, und ein Violoncello von 1723 befindet sich in der Prager Lorettokirche.
14Geigenzettel: Thomas Edlinger / fecit Pragae Anno 1729 (gedruckt). — Thomas Edlinger / Lauten- und Geigenmacher in Prag 1719 (gedruckt).
16¹) Baron sagt: »In Prag haben sonst Thomas und Joseph Edlinger Vater und Sohn sich hervorgethan, und ist absonderlich der letztere eine ziemliche Zeit in Italien gewesen, daß man sich schon was gutes von seiner Faust versprechen mag«.
18Eesbroeck, Jan van. — Antwerpen. 1583. 1585
19Geboren in Mariakerck als Sohn von Josse van Eesbroeck. Er wurde am 9. Dezember 1583 als Bürger von Antwerpen aufgenommen und war ein seinerzeit hochgeschätzter Lautenmacher, der aber auch manches gute Clavecin gemacht hat. Geigen mit seinem Namen, die jetzt im Handel vorkommen, müssen wohl ausnahmslos als Fälschungen betrachtet werden.
21Egan, J. — Dublin
22Nur als Verfertiger von irischen Harfen bekannt.

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