Scan 128
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Epp, Martin. — Straßburg. Geb. 1641 in Straßburg, † 1671
2Jüngerer Sohn von Math. E., ein seinerzeit geschätzter Lautenmacher.
4Epp (Aepp), Mattheus (Mathias). — Straßburg i. E. Geb. in Füssen um 1610, † nach 1671
5Er wanderte als Lautenmacher in Straßburg ein und heiratete dort 1638 die Rosina Salome Windschläg (Kirchenbücher M. 109). Er war ein tüchtiger Künstler und hat nach Baron »breitspänichte Instrumenta verfertiget und unterschiedene Lauten aus Elfenbein gemacht«. Im Jahre 1652 wurde er nach Stuttgart berufen, wo er für die Hofkapelle zwei Diskantgeigen und eine Theorbe aubesserte. Je eine Taschengeige mit Elfenbeineinlagen befindet sich in der Sammlung des Pariser Konservatoriums (Nr. 1041)) und im Musikhistorischen Museum von W. Heyer in Köln eine zur Gitarre umgearbeitete Laute (vom Jahre 1671). Auch Baron Benkendorff in St. Petersburg besitzt eine schöne mit Elfenbein geaderte Taschengeige von ihm mit einem Frauenköpfchen am Wirbelkasten aus Elfenbein.
6Geigenzettel: Matheus Epp / in Strasburg 1656 (gedr.) und Abb. 201.
8Erahr. — Mâcon. Um 1820
9Grillet nennt ihn mit der Bemerkung, daß er Leiern im Stile Louvets gemacht habe. Ist der Name nicht aus Erard (Erhard) entstanden? Im Archiv zu Mâcon ist nichts über ihn zu finden.
11Érard, Sebastien. — Paris. Geb. in Straßburg 1752, † in Paris 1831
12Ein ausgezeichneter Klavier- und Harfenbauer.
14Ergele, Joh. Conrad (Vater). — Waldshut. Geb. um 1725, † 11. Febr. 1788
15Ein Geigenmacher, über dessen Leben ein von seinem Sohne geschriebenes Hausbuch einige Auskunft gibt. Er hatte mit seiner ersten, 1762 verstorbenen Frau, geb. Hattenbach, sieben Kinder, heiratete zum zweiten Male und wurde, wie der Sohn schreibt, »mit dieser Ehe so angeführt, daß er keine schlechtere Frau in Waldshut hätte bekommen können; alles mußte versoffen sein«. Seine Geigen zeigen denselben Stil wie die der Familie Straub.
17Ergele, Johann Conrad (Sohn). — Freiburg i. Br. Geb. 26. Aug. 1750 in Waldshut, † 10. Juni 1821
18Schüler seines Vaters, ging 1766 in die Fremde und kam 1772 wieder heim, wo er eine Stiefmutter vorfand. Er erzählt in einem erhaltenen Hausbuche die traurige Lage, in die er dadurch kam: »Meine Stiefmutter zerschnitt mir meine Hemmeter, die ich aus der Frembd gebracht habe zu Windeln für ihre Kinder; ich hatte Arbeit und genug zu verdienen, aber es half nichts, ja meine Stiefmutter trug die Früchte unter der Predig an den Sonntagen aus dem Hauss, kurz ich war es müde, dies länger anzusehen. Anno 1774 ging ich nach Rheinfelden, erzählte es meiner Schwester (die aelteste 1. Ehe), lieh von ihr 50 fl. und ging also den 27. April nach Freiburg.« Dort mietete er in der Pfaffengasse eine Wohnung, hing ein Schild aus und hatte sich in elf Monaten bereits 200 fl. »erhaust«, so daß es ihm in den Sinn kam, Bürger zu werden, was ihm mit dem Opfer fast aller seiner Ersparnisse endlich auch gelang. 1775 verheiratete er sich mit der Metzgerstochter Maria Anna Knüppfer und erhielt 250 fl. Mitgift. Seine Aufzeichnungen schließt er mit den Worten: »Gott sey gedankt, niemahls keine Noth gelitten.« Seine Geigen sind recht gut und kommen noch häufig vor. Seine Kinder waren: 1. Joh. Nep., geb. 5. Mai 1777; 2. Maria Magd., geb. 14. Juli 1778; 3. Joh. Conrad, geb. 1. Juli 1779, † 12. März 1791; 4. Franz Josefus, geb. 28. Febr. 1782; 5. Ferdinand, geb. 3. Febr. 1784.
19Geigenzettel: Abb. 192 und 194.
21Erggelet (Ergele), Johann Nep. — Freiburg i. Br. Geb. 5. Mai 1777, † 1863
22Schüler seines Vaters Joh. Conr. (Sohn) E. und dessen Nachfolger. Er verheiratete sich am 13. September 1808 mit Jungfer Sophia Dräher und galt bis in sein hohes Alter als tüchtiger Meister seines Faches. Er schrieb sich fast ausschließlich »Erggelet« statt Ergele, welche Rechtschreibung auch die Nachkommen übernommen haben.
23Geigenzettel: Abb. 200.
25Erhard, Paul. — Genua. 1690
26Ingenieur Höselmeyer in Dresden besitzt eine Geige mit dem etwas fragwürdigen Zettel: »Paul Erhard / Geigenmacher / Genua 1690«. — In Italien seßhaft gewordene deutsche Geigenmacher haben durchweg italienische oder lateinische Zettel verwendet. Auch der kurze Wortlaut ist für die Zeit etwas verdächtig.
28Erich (Erichsen), Daniel. — Lübeck. 1642. 1660
29Er war Lautenist und Lautenmacher und bat am 7. Oktober 1642 den Rat der Stadt Lübeck um Zulassung, wobei er versprach, das Bürgerrecht zu erwerben. Er schrieb: »Nachdem für einem halben Jahre Albert Uhlig (Olrich) gewesener Violen- und Lautenmacher allhie mit todt abgegangen, wan ich dan in meiner Jugend die Kunst lauten, Violen und derogleichen musikalische Instrumenten zu verfertigen erlernet« … usw. Seiner Bitte wurde entsprochen; es wurde ihm der Bescheid: »Dass er neue Lauten, Violen und andere musikalische Instrumente zu machen verlehnt worden, hatt ein Hochw. Raht decretiert, weil ihme die Musikanten ein gutt Bezeugniss geben, sey er damit Zeit seines Lebens belehnt.« Er wurde somit Uhligs Nachfolger. Ein Verwandter seines Vorgängers, vielleicht dessen Sohn, ließ sich später gleichfalls in Lübeck als Lautenmacher nieder, worüber man im Wetteprotokoll den Eintrag findet: »Am 27. April 1649 klagt Daniel Erich, privilegierter Lauten, Violen und Instrumentenmacher gegen Diedrich Olrichs, der seine
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