Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 127

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

36 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 123. See the scan on archive.org.

1Engleder, Ludwig. — Bamberg. Geb. 1811, † 2. Febr. 1873
2Schüler von Fischer in Regensburg. Er eröffnete am 1. August 1835 in Bamberg als vierundzwanzigjähriger Mann seine eigene Werkstatt; obwohl er sehr tüchtig war, brachte er es doch zu keinem nennenswerten Wohlstande, so daß er im Alter froh war, im Bürger- spital auf dem Michaelsberge aufgenommen zu werden, wo er als Pfründner starb. Er baute frei nach Stainer; seine Geigen usw. zeichnen sich durch vollen Ton aus.
4Ennemoser, Joseph. — Meran. Geb. 1875 in Obermais
5Nach Beendigung seiner Lehrzeit in München und nach mehrjähriger Gehilfentätigkeit machte er sich im Jahre 1902 in Meran selbständig. Er repariert Streichinstrumente und baut Zithern und Gitarren.
7Enrico, Giovanni di. — Rom. 1590. 1608
8Ein Flamänder, der wahrscheinlich Heindrichs geheißen hat und in der Via dei Liutari bei Meister Cristoforo del Forno wohnte. Er erschien 1608 vor dem Tribunal des Gouverneurs, erzählte, daß er in Neapel mit seinem Landsmanne Armand Coppo als Lautenmacher ansässig war, und klagte, daß ihm zwei näher beschriebene kostbare Ebenholzgitarren im ungefähren Werte von 65 Talern gestohlen worden seien. — Bereits 1590 besaß ein Flamänder »Meister Giovanni« ein Geschäft in Rom mit dem Ladenschild »alla Trinità«. — Vielleicht ist die prächtige Laute (Orphéoréon) in der Sammlung des Pariser Konservatoriums, die sowohl römische als vlämische Züge aufweist, und die im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts entstanden sein muß, ein Werk Giovanni di Enricos.
10Entzensperger, Christoph. — Füssen. 1708. † 3. Febr. 1747
11Vermutlich der Stammvater der heute noch bestehenden Geigenmacherfamilie, als deren Urheimat das unweit Füssen gelegene Enzensberg (Gemeinde Hopfen) angesehen werden kann. Eine Viola d’amore aus dem Jahre 1714 von ihm besitzt das Historische Museum in Basel.
12Geigenzettel: Abb. 185.
14Enzensperger, Bernhard I. — Wien. Geb. um 1780, † um 1855
15Er dürfte aus Füssen oder Sonthofen im Allgäu (wo im 18. Jahrhundert die Entzensperger ansässig waren) stammen. Bei wem er seine erste Lehrzeit durchgemacht hat, ist unbekannt. In Wien kam er zu Georg Thir, als dessen Schüler er sich betrachtete. Er eröffnete im Jahre 1812 seine eigene Werkstatt und legte am 23. Juni 1820 den Bürgereid ab. Seine Blütezeit fällt in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts. Er beschäftigte sich viel mit akustischen Studien und erhielt auch 1831 ein Patent auf eine von ihm erfundene sogenannte »Akustikgitarre«. In der Folge verlegte er sich mehr auf den Bau von Gitarren und Zithern. Er wohnte 1820 Leopoldstadt Nr. 100, 1831 »auf der Wieden nächst dem Freyhause Nr. 6 Stiege Nr. 3 beym goldenen Adler« und 1835 »nächst dem Theater an der Wien Nr. 24«
16Geigenzettel: Abb. 193 und 195.
18Enzensperger, Bernard II. — Wien. Geb. 1828, † 1896
19Schüler seines Vaters Bernard I E. Er bildete sich durch ausgedehnte Reisen weiter aus, arbeitete bei Tiefenbrunner in München, Bausch in Leipzig, Schwarz in Straßburg und Bernardel in Paris, bis er nach dem Tode seines Vaters die väterliche Werkstatt übernahm, deren alten Ruf er zu erhalten verstand. Er war ein künstlerisch veranlagter und ungemäss tätiger Mann und besaß verschiedene Medaillen. Wie ein Soldat auf dem Schlachtfeld, starb er, vom Herzensschlag getroffen, in seiner Werkstatt.
21Enzensperger, Victor. — Wien. Geb. in Wien 19. Mai 1867, † 23. Febr. 1918
22Schüler seines Vaters Bernard II E. Er sollte ursprünglich Geiger werden und ging nach beendetem Lehrzeit vom Jahre 1882—1889 in die Fremde, arbeitete nach seiner Angabe in Salzburg, München und in den Hauptorten der Geigenindustrie: Mittenwald, Schönbach und Markneukirchen, übernahm nach dem plötzlichen Tode seines Vaters am 2. Mai 1896 das väterliche Geschäft und beschäftigte sich mit dem Instrumentenhandel und der Reparatur von Geigen. Er verwendete bei Reparaturen Sprit-, beim Neubau Öllack. Außerdem machte er auch andere Saiteninstrumente und hauptsächlich Saiten.
23Geigenzettel: Abb. 202.
25Epp (Oepp), Georg (Jörg). — Wien. † um 1632
26Ein Füssener Lautenmacher, der es in Wien zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatte, aber schon bald nach der Geburt seiner einzigen Tochter Anna Maria starb. Sein Geselle Marcell Hollmayr, der sein engerer Landsmann war, führte die Werkstatt für die Witwe Rosina fort, die ihn im Jahre 1633 heiratete und so zum Nachfolger ihres ersten Ehemannes machte1).
28Epp, Johann Jakob. — Straßburg i. E. Geb. 1639 in Straßburg. 1669
29Ältester Sohn von Math. E., war Lautenmacher, wie sein Vater, und wohl auch dessen Schüler. Eine Tenorviola da Gamba mit seinem gedruckten Zettel neben dem seines Vaters befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
30Geigenzettel: Hanß Jacob Epp / in Straßburg (gedr.).
32Epp, Magn. (?). — Füssen. 1600
33Eine rundbauchige, einfache Laute von roher Arbeit trug diesen Namen. Der Taufname war nicht sicher leserlich; die Jahreszahl könnte auch 1609 geheißen haben. Er ist vielleicht der Stammvater der Straßburger Familie.
351) Vgl. E. K. Blümml, Beiträge zur Geschichte der Lautenmacher in Wien, Zeitschr. f. Musikwissenschaft 1920, Heft 5,

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