Scan 130
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1E. S. — 1462
2Herr Dr. Karl Voll in München besitzt eine Cister mit der Inschrift: »E. S. / MCCCCLXII«. Die Buchstaben gleichen den Lettern des Gutenbergischen Alphabets; die sparsam angebrachten Verzierungen des Instruments sind gotisch; der Knopf am Wirbelkasten zeigt durch Einschnitte und hervorstehende Nase eine Fratze. Holz und Arbeit entsprechen der Jahreszahl der Inschrift. Das Instrument scheint deutschen Ursprungs zu sein, und wenn die Buchstaben den Verfertiger andeuten, könnte man auf Erhard Smid schließen. Ihrer Erhaltung nach ist diese Cister ganz besonders bemerkenswert, die wohl eine der ältesten unter den datierten ist.
4Esmenjand, Ae. — Barcelonette. 1821
5Nur ein Reparaturzettel gibt Nachricht von seinem Dasein.
6Geigenzettel: Réparé par Ae Esmenjand / de Barcelonette 1821 (gedruckt).
8Esposito, Giosuè. — Neapel. 1890. 1900
9Er und seine Brüder Giovane, Pasquale und Gaetano gelten als gute, aus der Schule Vinaccias hervorgegangene Mandolinenmacher.
11Estienne, Nicolas. — Mirecourt. 1767
12Ein vogesischer Geigenmacher und wahrscheinlich ein Vorfahre von Franz Ethien.
14Estruch, Gebrüder. — Barcelona. 1873
15Lauten- und Gitarrenmacher.
17Ethien (Etienne), François. — Orleans. 1804
18In seiner Arbeit nicht uninteressant. Niedt in Würzburg besitzt ein Violoncello von ihm, 75 1/2 cm lang, 34 cm oben, 43 cm unten breit. Die Wölbung ist sehr flach und läuft glatt aus, so daß der Rand nicht erhaben ist. Fischbeineinlage. F-Löcher sehr schön geschnitten, an Stradivari erinnernd. Deckenholz sehr schön, Boden und Zargen dagegen deutsches Ahornholz nach der Schwarte geschnitten. Schön geschnitzter Löwenkopf, gelber Öllack. Auf dem Boden befindet sich an der Stimmsseite ein breiter und flacher Baßbalken, so daß die Stimme auf diesem zu stehen kommt. Der Ton ist frisch und singend.
19Geigenzettel: Fait par François Ethien / Luthier à Orleans 1804 (geschrieben).
21Etienne, Victor. — Cambrai. 1900
22Er wird als »Luthier« bezeichnet und handelt auch mit Geigen.
24Eulry, Clément. — Mirecourt. Anfang des 19. Jahrhunderts
25Geschickter Mirecourter Meister, der auch hübsch eingelegte Mandolinen machte.
27Eury, François. — Mirecourt. 1753. 1758
28Bogenmacher.
30Eury, Jakob. — Mirecourt. 1770. 1780
31Vielleicht Sohn von François E. Tüchtiger Geigenmacher, wahrscheinlich der Vater des berühmten Pariser Bogenmachers Eury.
33Eury. — Paris. 1810. 1830
34Vorzüglicher Bogenmacher, der in der Rue des Lyonnais St. Jacques Nr. 20 wohnte. Die meisten seiner Bögen tragen die Brandmarke »Eury« und sind sehr schön gearbeitet; einzelne davon kommen denen von Tourte sehr nahe.
36Evangelides, Giorgios K. — Athen. Geb. 1860 auf der Insel Cypern
37Nach einer sechsjährigen Lehr- und Wanderzeit eröffnete er im Jahre 1885 in Athen seine eigene Werkstatt als Geigen-, Mandolinen- und Gitarrenmacher. Seine Geigen sind nach verschiedenen Meistern, seine Gitarren nach französischem und seine Mandolinen nach italienischem und griechischem Modell gemacht; seine Spezialität ist eine Lyramandoline. Er besitzt mehrere griechische Medaillen.
39Evangelisti s. Vangelisti
40Evans, Richard. — London. 1742 (auch 1750?)
41Der Zettel fand sich in einem Instrument, das nach Sandys und Forsters Meinung sicher älter war als das angegebene Datum; es könnte aber auch Evans ein älteres Instrument kopiert haben.
42Geigenzettel: Maid in the Paris of / Anirhengel (?) by Richard / Evans, Instrument maker / in the year 1742 (gedruckt).
44Ève, Jacques-Charles. — Paris. 1758. 1788
45Er hatte das Ladenschild »A la fortune« und wohnte 1758 in der Rue S. André des Arts, 1770 in der Rue Culture-Saint-Catharine, 1783 in der Rue Saint-Antoine und 1788 in der Rue Ville-du-Temple Nr. 101. In seiner ersten Zeit nennt er sich »Marchand Luthier«, später kurzweg »Luthier«. Anfangs ist seine Arbeit plump, die Wölbung hoch mit tiefer Hohlkehle, die F-Löcher an Stainer erinnernd, die Schnecke eigenartig und langgezogen. Die Zargen sind hoch und ohne Flammen, die Unterzargen aus einem Stück, der Boden zweiteilig und eng geflammt und der Lack rot. Der Ton seiner Geigen ist immer gut, und später wurde auch die Arbeit sauberer; er wechselte dann zwischen gelbem und rotbraunem Lack. Im ganzen scheint er unter deutschem oder englischem Einfluß gestanden zu haben. Eine gute Violine von ihm besitzt die Sammlung des Pariser Konservatoriums (Nr. 18).
46Geigenzettel: Ève Md Luthier, rue S. André des / Arts, près la rue Dauphine Fg S. Ger- / main, à la Fortune à Paris 1758 (gedruckt). — Ève, luthier, rue Culture-Saint / Catharine, 1770 A la Fortune (gedruckt.)
48Evers, A. H. — Lübeck. 1890. 1903
49Kaufmann und Instrumentenmacher, dessen Sohn in Klingenthal gelernt hat und der Werkstatt im väterlichen Geschäfte vorstand.
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