Scan 138
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
41 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 134. See the scan on archive.org.
1Fichtl, Mathias. — Augsburg. 1720
2Vielleicht ein Sohn von Philipp Jakob F. Da dieser aber erst 1696 geheiratet hat und schon um 1701 gestorben ist, geht schon daraus hervor, daß er nicht dessen Schüler gewesen sein kann. Dagegen spricht auch die Arbeit von Mathias F., die diejenige von Phil. Jak. F. bedeutend überragt. Er verwendet ein hochgewölbtes Modell ohne Hohlkehle; nur den meist aus einem Stück gearbeiteten Boden nimmt er ziemlich flach. Das Holz ist gut, Hals und Schnecke gewöhnlich Birnbaum, die Schnecke sehr schön geschnitzt; auch der Lack ist gut und von rotbrauner, durchsichtiger Farbe. Der Ton ist ansprechend, hell und gleichmäßig.
3Geigenzettel: Mathias Fichtl / Lauten- / und Geigenmacher in / Augspurg 1720 (gedruckt).
5Fichtl, Michael. — Füssen. 1737. † 13. März 1757
6Im Füssener Umlageregister für 1737 wird er als Lautenmacher mit einem einjährigen Söhlein Mang Anton aufgezählt.
8Fichtl, Philipp Jacob. — Augsburg. Geb. um 1670 in Füssen, † um 1701
9Nach dem Hochzeitsbuche stammt er aus Füssen und heiratete am 2. Februar 1696 die Witwe des Augsburger Lautenmachers Hans Georg Edlinger, die er jedoch schon 1701 wieder als Witwe hinterläßt. Als Geigenmacher war er nicht bedeutend; sein hochgewölbtes Modell hat am Rand eine deutliche Hohlkehle, die Brust ist spitz, die F-Löcher steil und lang. Das Holz ist manchmal nicht schlecht, aber fast immer zu dick. Auch der Lack ist spröde und dünn, gewöhnlich von gelbbrauner Farbe, der Ton armselig und roh. Eine Viola mit einem Löwenkopf am Wirbelkasten besitzt das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld bei Augsburg.
10Geigenzettel: Philipp Jacob Fichtl / Lauten- und Geigen-Ma / cher in Augsburg 1698 (gedruckt).
12Fichtold, Christoph. — Füssen. 1650. 1666
13Einer aus Lechbruck nach Füssen gezogenen Familie angehörend. Vielleicht der jüngere Bruder von Hans F. Er wohnte im zweiten Stadtviertel und betrieb außer der Lautenmacherei auch einen Kornhandel.
15Fichtold, Hans d. Ä. — Füssen. 1616. 1666
16Er wurde am Sonntag Lätare 1616 als Meister in die Füssener Lautenmacherzunft aufgenommen und war vielleicht der am 18. September 1598 geborene Sohn des Andreas Fichtold. Man kennt seinen Namen aus Barons »Untersuchung des Instruments der Lauten«; dort heißt es (Seite 94): »Hannss Fichtholdt, welcher noch Anno 1612 vortreffliche, auf Italiänische Art gearbeitete Lauten gemacht, ist auch nicht zu übergehen, an welchen Ort er aber wohnhaft gewesen, ist mir unbewußt. Seine Arbeit, welche klein-spänicht, ist bey denen Instrument Verständigen in grossen Werthe.« — Die Jahreszahl hat Baron wohl zu früh angesetzt, es sei denn, daß der 1650 als sehr wohlhabend vorkommende Füssener Meister, der im vornehmsten (ersten) Viertel der Stadt wohnte, einen gleichnamigen Vater gehabt oder daß Hans F. ein sehr hohes Alter erreicht hat.
18Fichtold, Hans d. J. — Füssen. 1666. † vor 1690
19Er war ein Sohn von Hans F. d. Ä. und gleichfalls ein geschätzter Lautenmacher.
21Fichtold, Hanns. — Ingolstadt. 1650
22In der Mitte des 17. Jahrhunderts soll ein Hanns Fichtold — vielleicht ein Bruder von Michel F. in Ingolstadt gelebt haben. Vielleicht aber hielt sich der Füssener Meister um diese Zeit vorübergehend in Ingolstadt auf.
24Fichtoldt, Michel. — Ingolstadt. 1650. 1651
25Leider ließ sich in der Ingolstädter Registratur nichts über ihn finden. Er war ein trefflicher Lautenmacher, von dem das Städtische Museum in Braunschweig eine schöne Theorbe (Nr. 59) und die Königl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin eine Pandore von vollendet Arbeit (Nr. 740) besitzt.
26Geigenzettel: Mich. Fichtoldt Bürger und / Lautenmacher in Ingolstadt 1650 (gedruckt). — Michl Fichtoldt lauten / Macher in Ingolstat 1651 (geschrieben).
28Fichtold (Vichtelt), Sebastian. — Füssen. 1606. 1612
29Er war schon im Jahre 1606 »Fürgesetzter« (Ältermann) und kommt noch 1612 als Mitglied der Lautenmacherzunft vor. Seine Arbeit zeichnet sich durch Sauberkeit und reiche Verzierung aus.
31Fick, C. — Boitzenburg a. E. 1850. 1859
32Ein Musiker, der auch einige Geigen machte, die nicht unfleißig gearbeitet sind und gut klingen, aber doch eine ungeübte Hand verraten.
33Geigenzettel: C. Fick, Musicus fecit / Boitzenburg an der Elbe, op. 2 / 1850 (geschrieben).
35Ficker, August Wilhelm. — Markneukirchen. Geb. 23. Nov. 1855
36Schüler von Herrmann Dölling sen., Sohn des Gitarremachers Heinr. Wilh. F. († 8. November 1858). Von 1872—1879 Gehilfe bei A. Riechers, gründete 1880 sein eigenes Geschäft in seiner Vaterstadt und verlegt sich besonders auf die Herstellung von Konzertviolinen und Violoncelli, bei denen er in neuerer Zeit auch Boden und Decke nach Dr. Großmanns System abstimmt. Er arbeitet nach Stradivari und auch nach Amati und Guarneri und verwendet meist Öllack, teilweise jedoch auch Spirituslack.
37Geigenzettel: Wilhelm Ficker, / Fabrikation von Streichinstrumenten / Markneukirchen i/S. (gedruckt).
39Ficker, Carl Friedrich (gen. Fickerhansel). — Markneukirchen. Geb. 13. Nov. 1783, † 7. Mai 1849 in Markneukirchen
40Sohn und Schüler von Johann Christian F. und dessen Nachfolger in der Werkstatt. Er war sehr tüchtig und
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.