Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 139

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

46 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 135. See the scan on archive.org.

1wird als Lehrer von A. Riechers bezeichnet, was jedoch nicht richtig zu sein scheint. Sein Sohn, der auch Geigenmacher wurde, machte ihm wenig Ehre, dagegen mehr sein Schwiegersohn Carl Gottlob Pfretzschner.
3Ficker, Carl Moritz. — Markneukirchen. Geb. 20. Juni 1849
4Sohn von Carl Wilh. Aug. F. Ein geschickter, fleißiger Meister. Da er aber viel für den Handel gearbeitet hat, kommen Geigen mit seinem Namen selten vor. Er ist übrigens ein Meister in der Kunst des Lackierens und ganz besonders geschickt in der Imitation alter Lackierungen.
6Ficker, Carl Richard. — Markneukirchen. Geb. 20. Nov. 1856
7Sohn von Carl Wilh. Aug. F., ein sehr fleißiger und tüchtiger Geigenmacher, der den Beinamen seines Großvaters »Fickerhansel« geerbt hat.
9Ficker, Carl Wilhelm August. — Markneukirchen. Geb. 1. Aug. 1818, † 25. April 1868
10Sohn von Carl Friedrich F., Schüler seines Schwagers Carl Gottlob Pfretzschner. Er war talentvoll; da er sich aber dem Trunk ergab, ist er schließlich herabgekommen. Er gilt als der eigentliche Lehrer von A. Riechers. Dieser nannte seinen Lehrer allerdings »Hans Ficker«. Mit diesem Taufnamen gab es jedoch keinen Ficker in Markneukirchen. Die verschiedenen Johann F. können nicht in Betracht kommen. Am ehesten »Fickerhansel«.
12Ficker, Christian Samuel. — Markneukirchen. Geb. 4. April 1766, † 30. März 1819
13Ein weniger hervortretendes Mitglied der Familie, immerhin aber noch ein geschickter Geigenmacher.
15Ficker, Friedrich Wilhelm. — Markneukirchen. Geb. 1794, † 1873
16Sohn von Johann Gottlob F. und dessen Nachfolger. Die Geigen, die er um 1830—1840 gebaut hat, sind seine besten.
18Ficker, Friedrich Wilhelm. — Erlbach. Geb. in Markneukirchen 31. Jan. 1821
19Er war zwar nicht Geigenmachers-, sondern Schuhmacherssohn, ist aber doch mit den übrigen Fickers verwandt. Er ließ sich in Erlbach nieder.
21Ficker, Georg Adam. — (Mark-)Neukirchen. Ende des 18. Jahrhunderts
22Ein Geigenmacher, von dem ich zwar Geigen (von gewöhnlicher Arbeit) gesehen habe, den ich aber urkundlich nicht nachweisen konnte.
24Ficker, Heinrich Wilhelm. — Markneukirchen. Geb. 1832, † 1858
25Sohn von Friedrich Wilhelm F. Er starb, ehe er die Hoffnungen, zu denen er berechtigte, erfüllen konnte.
27Ficker (Fücker), Johann Adam. — (Mark-)Neukirchen. Geb. um 1732. 1765
28Sohn und Schüler von Lorenz F. Er wurde bereits am 5. Oktober 1751 Meister und war ein tüchtiger Arbeiter.
30Ficker, Johann Christian I. — (Mark-)Neukirchen. 1700. 1722
31Er kam wahrscheinlich als Exulant nach Neukirchen und wird in den Kirchenbüchern noch 1720 und 1722, allerdings ohne Angabe seines Berufs, erwähnt, diesen nennt dagegen sein Zettel schon 1700. Seine Arbeit ist sorgfältig, Geigen von ihm kommen noch oft vor.
32Geigenzettel: Abb. 209.
34Ficker, Johann Christian II. — (Mark-)Neukirchen. Geb. um 1735. 1780
35Zweiter Sohn und Schüler von Johann Kaspar F. Er wurde am 21. Mai 1755 Meister und war auch ein tüchtiger Kaufmann. Eine Violine von ihm besitzt u. a. C. Stoeber in Würzburg. Seinem Geschäftsgeist entsprach es, auf seinen geschriebenen oder gedruckten Zetteln häufig Mittenwald und Cremona als Ursprungsorte anzugeben, obwohl seine Arbeit weder tirolerisch noch gar cremonesisch aussah. Im Innern des Bodens findet man häufig die Brandmarke Nr. 34
36A I * C * F A.
37Das Holz ist meist gut, die Wölbung hoch, der Lack braun. Der Ton seiner Geigen ist im allgemeinen recht gut. Er gebrauchte auch die Zettel seines Vaters, oft ohne Jahreszahl.
38Geigenzettel: Johann Christian Ficker / probe Violin fecit Cremona (gedruckt). — Johann Christian Ficker / Probe Violino in Cremona 1757 (geschrieben).
40Ficker, Johann Christian III. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 7. März 1758, † 1. Nov. 1822
41Seine Geigen sind ziemlich hochgewölbt, wenn auch nicht übermäßig. Die F-Löcher sind etwas steif, dagegen sieht die Schnecke mit ihren hübschen, hervorstehenden Ohren und weitspurigen Gängen besser aus. Der Rand ist gewöhnlich recht schmal. Auch er hat seine Arbeiten gerne aus Cremona oder Mittenwald datiert.
42Geigenzettel: Iohann Christian Ficker, Lauden / und Geigenmacher in Neukirchen / bey Adorf 1809 (gedr.). — Iohann Christian Ficker / probe violino corr. Cremona (gedruckt).
44Ficker, Johann Georg I. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 1732, † 25. Mai 1772
45Sohn und Schüler von Hans Caspar F., ward am 21. November 1752 Meister. Er starb, erst 39 Jahre 7 Monate und 19 Tage alt. Nur die Geigen mit seinem Namen und den Jahreszahlen von 1752—1760 können ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden, diese aber sind leicht ansprechende, vollklingende Instrumente.

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