Scan 14
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Aisele (Aisile) s. Eisele
2Alba. — Lyon. 1822
3Geschäftsteilhaber von Micollier (s. d.); als Geigenmacher ist er jedoch ohne Ruf.
5Alban, Franz. — Graz. 1724
6Ob er in irgendeiner Beziehung zu der Bozener Familie Alban oder zu den italienischen Albanis steht, ist nicht festzustellen gewesen. Arbeiten von ihm sind sehr selten. Ich habe eine einzige Violine mit seinem Namen und der Jahreszahl 1724 kennengelernt, die sich in der Fürstl. Lobkowitzschen Sammlung auf Schloß Raudnitz befindet.
7Geigenzettel: Franciscus Albanus fecit / Grecia in Styria anno 1724 (gedruckt).
9Alban, Johann Michael. — Graz. Geb. um 1677 in Bozen, † 27. März 1730 in Graz
10Sohn erster Ehe und jedenfalls auch Schüler von Mathias A. Er scheint bei Wolfgang Sagmayr gearbeitet zu haben, dessen Tochter Eva Rosina er am 14. Februar 1702 heiratete, wodurch er das Geschäft seines damals bereits verstorbenen Schwiegervaters erwarb. Was sich an tatsächlichen Angaben über sein Leben ermitteln ließ, hat Dr. Fr. Waldner in der Innsbrucker Ferdinandeums-Zeitschrift (III. Folge, 55. Heft) veröffentlicht. Joh. Mich. A. war nach Sagmayrs Tod zweifellos der beste in Steiermark tätige Geigenmacher. Es haben sich noch viele Arbeiten von ihm erhalten. Häufiger als Violinen kommen jedoch Violoncelli von ihm vor, die übrigens nur in den F-Löchern an Arbeiten seines Vaters erinnern. Die Einlagen sind bei ihm weiter vom Rande entfernt, wodurch dieser breiter erscheint, die Ecken sind stumpfer, und auch die Schnecke ist massiger, sehr hübsch sind dagegen immer die statt der Schnecke oft vorkommenden Engels- oder Frauenköpfchen. Die Wölbung ist ziemlich hoch. Der Lack ist rotbraun, von guter, fetter Beschaffenheit und feinrissig, wodurch seine Arbeiten fast ein italienisches Aussehen erhalten. Auch das Holz ist gewöhnlich gut, nur sind die Böden auffällig dünn, so daß sie jetzt fast regelmäßig gefüllt werden müssen. Bei seinen Geigen soll er einen gelblichen Lack vorgezogen haben. Auf seinen in Kupferstich ausgeführten Zetteln, die in der Mitte das Grazer Wappentier zeigen, ist die Zahl 17 vorgedruckt, die mit Tinte hinzugefügte Jahreszahl fast regelmäßig so verblichen, daß sich genaue Jahreszahlen nur selten feststellen lassen. — Von seinen Söhnen scheint keiner Geigenmacher geworden zu sein. Drei Violinen von ihm besitzt Abt Sales Bauer in Rein (Steiermark), eine prächtig erhaltene große Viola Prof. Ant. Mayer in Admont.
11Geigenzettel: Abb. 2.
13Alban, Joseph. — Bozen. Geb. 28. März 1680 in Bozen, † das. 10. Jan. 1722
14Jüngster Sohn von Matthias A. und dessen erster Frau Elise Luggin und wahrscheinlich Schüler seines Vaters. Nach Dr. Fr. Waldners Feststellungen war er um 1709 in der Fremde, heiratete im Jahre 1712 Anna Maria Magdalena Rorer und starb kinderlos. Man kennt nur wenig von ihm, auch werden seine meisten Arbeiten jetzt wohl unter dem Namen seines Vaters gehen. In seinen jüngeren Jahren wird er als Gehilfe seines Vaters nur selten seinen Zettel in Geigen geklebt haben, sicher aber in seine Gesellen- und Meisterstücke, daher ist es nicht auffällig, wenn Geigen mit der Jahreszahl 1703 schon seinen Namen tragen.
15Geigenzettel: Abb. 9.
17Alban, Joseph Anton. — Bozen. Geb. in Kaltern vor 1730(?), † 6. Juli 1771 in Bozen
18Er war ein Sohn des jüngsten Stiefbruders von Math.A. Wessen Schüler er war, läßt sich nicht feststellen. Es scheint aber, daß er den von der Familie wahrscheinlich aufbewahrten Nachlaß von Joseph A. übernommen und sich dann als dessen Geschäftsnachfolger betrachtet hat. Dadurch erklärt es sich bis zu einem gewissen Grad, daß er die Zettel mit dem auf ihn eigentlich nicht zutreffenden Wortlaute »Josephus filius Math. Albani usw.« beibehalten hat. Mit seiner Arbeit hat er seinem Namen Ehre gemacht. Nach Dr. Fr. Waldners Feststellungen heiratete er am 13. Februar 1759 Maria Barbara Ortner. Geigen von ihm befinden sich auf dem Musikchor der Bozener Pfarrkirche.
20Alban, Matthias. — Bozen. Geb. zu St. Nikolaus in Kaltern am 28. März 1621, † in Bozen 7. Febr. 1712
21Obwohl er neben J. Stainer der berühmteste Tiroler Geigen- und Lautenmacher war, sind seine äußeren Lebensumstände so schnell vergessen worden, daß selbst sein Name unrichtig in der italienisch klingenden Form Albani auf die Nachwelt gekommen ist. Selbst Beda Weber berichtete von ihm nur, daß er eine Geige von ihm aus dem Jahre 1645 kennen gelernt habe. Meine fortgesetzten Versuche, aus Kirchenbüchern und Magistratsakten einige Angaben über ihn zu erhalten, blieben jahrelang erfolglos. Wohl nahm ich auf Grund der mir bekannten Arbeiten an, daß er im Jahre 1621 geboren sei, wohl trat ich dafür ein, daß er, da es noch, wie mir glaubwürdig versichert wird, Geigen von ihm mit der Jahreszahl 1712 gibt, bis über das neunzigste Lebensjahr arbeitsfähig geblieben sei; ein urkundlicher Beweis für diese Annahmen fehlte aber. Da gelang es endlich Dr. Franz Waldner in Innsbruck, dem sorgfältigen Erforscher der Geschichte der Tiroler Geigen- und Lautenmacher, Licht in das Dunkel zu bringen. Nach seinen Feststellungen, die er im 55. Heft (III. Folge) der Ferdinandeums-Zeitschrift veröffentlicht, ist Matthias Alban als ältester Sohn des Bauern Johann A. und dessen erster Ehefrau Agnes Selva in Kaltern (Überetsch) geboren und hat am 24. Mai 1671, also erst im Alter von 50 Jahren, zum erstenmal geheiratet. Seine Frau war Elisabeth, eine Tochter des Schlossermeisters J. Luggin (Lugg oder Luchini), † 1680. Am 4. Nov. 1682 ging er eine zweite Ehe ein mit Rosina Perlat, Maurermeisterstochter aus Brixen. Als er hochbetagt starb, hinterließ er ein ansehnliches Vermögen, und Dr. F. Waldner macht mit Recht darauf aufmerksam, wie glatt sein Leben verlief im Vergleich zu dem Jakob Stainers. — Wo M. Alban gelernt hat, läßt sich noch nicht feststellen. Ich bin geneigt, ihn für einen Mitschüler seines Altersgenossen Jak. Stainer zu halten;
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