Scan 140
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Ficker (Fücker), Johann Georg II. Geb. um 1738. 1760
2Er war wahrscheinlich ein Meisterssohn und hat das Geigenmachen regelrecht erlernt. Bei der von Brandenburg-Preußen verlangten Rekrutierung von zehn sächsischen Regimentern wurde er ausgehoben. »Da er nun«, wie es im Zunftbuche heißt, »Gelegenheit gefunden, sich der Kgl. Preuß. und churfürstl. Brandenburgischen Dienste zu entziehen und in sächsische Dienste zu treten«, bewarb er sich am 29. Mai 1760 um Aufnahme in die Zunft, und er wurde tatsächlich als Meister angenommen. Wofür er »von ganz freyen Stücken« ein halbes Faß Bier für »das Geigenmacher-Handwerk« stiftete. Arbeiten von ihm sind wegen der Gleichnamigkeit des gleichzeitig tätigen Johann Georg I. F. schwer nachzuweisen.
4Ficker, Johann Georg III. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 30. März 1761, † 14. Juni 1801
5Sohn von Johann Georg I. F. Da er den Vater schon im elften Lebensjahre verlor, kann er schwerlich dessen Schüler gewesen sein. Trotzdem benutzt er die gleichen Modelle wie dieser.
7Ficker, Johann Gottfried. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 1754, † 7. Juli 1816, 62 J. 6 M. 1 T. alt
8Er darf mit Johann Gottlob nicht verwechselt werden; seine Arbeit ist weniger gefällig, auch das Holz in der Regel weniger schön.
10Ficker, Johann Gottlob I. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 1744, † 30. Nov. 1832
11Sohn von Johann Caspar F., wurde am 13. Juni 1764 Meister und gehört zu den besten Geigenmachern des Vogtlandes. Seine Arbeiten zeichnen sich durch gutes Holz, saubere Durchführung und edlen Ton aus. Seine Violinen waren schon zu seinen Lebzeiten geschätzt; trotzdem fühlte auch er sich veranlaßt, wiederholt auf seinen Zetteln bei Unkundigen den Schein zu erwecken, als hätte man es mit Cremoneser Geigen zu tun. Er tut dies in demselben sinnlosen Latein, das für viele seiner Zeitgenossen und Vorgänger typisch ist. Ein Beweis für die Güte seiner Geigen mag es sein, daß ihn viele wirklich für einen Cremoneser Meister hielten; noch Niederheitmann tat dies, wenn er auch zugibt, daß die Geigen nur wenig der Cremoneser Schule entsprechen. Da er fleißig war und 88 Jahre 4 Monate und 5 Tage alt wurde, kommen seine Geigen noch häufig vor. Er gebrauchte oft eine, übrigens auch von anderen Mitgliedern der Familie in ähnlicher Form verwendete Brandmarke (Nr. 39). Die Schreibweise seines Zettels ist sehr schwankend.
12Geigenzettel: Johann Gottlob Ficker probe Violino cor-Respont Romani Cremona 1788 (gedruckt). — Abb. 205.
14Ficker, Johann Gottlob II. — (Mark-)Neukirchen. Geb. 6. Dez. 1778, † 26. Aug. 1827
15Sohn von Johann Gottlob I. F. Er arbeitete ganz in der Weise seines Vaters und wird wohl auch stets nur unter diesem, der ihn ja überlebte, gewirkt haben. Es ist daher schwer, ihn vom Vater zu unterscheiden, es sei denn, daß man weniger gute Geigen, die echte Zettel und Brandmarke tragen, für seine Arbeit hält.
17Ficker, Johann Kaspar. — (Mark-)Neukirchen. Geb. um 1703, † nach 1767
18Nachdem er die Geigenmacherkunst regelrecht erlernt und eine Zeitlang als Geselle gearbeitet hatte, wurde er am 2. Januar 1722 Meister, wobei man ihm das Meisterstück erließ. Er saß schon 1755 und noch 1766 und 1767 als Vormeister im Zunftrate. Ein tüchtiger Geigenmacher, der viel auf Reisen gewesen sein soll.
19Geigenzettel: Johann Caspar Ficker Vio- / linmacher in Neukirchen / Ao. 1749 (gedruckt).
21Ficker, Lorenz. — (Mark-)Neukirchen. 1730
22Er wurde als tüchtiger Geigenmacher gerühmt, ist aber nach 1730 nicht mehr nachzuweisen. Arbeiten von ihm oder Zettel waren nicht aufzutreiben.
24Ficker, Paul Kurt. — Markneukirchen, Charlottenburg-Berlin. Geb. 2. Febr. 1880 in Markneukirchen
25Sohn und Schüler von Carl Moritz F. Als Gehilfe arbeitete er von 1899—1901 bei Joh. Padewet in Karlsruhe. Nachdem er seiner Militärpflicht genügt hatte, machte er sich 1903 in Markneukirchen selbständig, siedelte jedoch 1908 nach Charlottenburg über, um für die Firma Rob. Beyer tätig zu sein. Seit November 1910 vereinigte er sich mit Friedr. Freitag zu der Firma Freitag & Ficker in Berlin. Gut vorgeschult, hatte er als Gehilfe besonders Gelegenheit, sich im Neubau und in der Reparatur zu vervollkommnen.
27Fida, Anton. — Paris. 1809
28In einer gewöhnlichen Geige von zweifelhaftem, wenig französischem Aussehen fand sich nachstehender Zettel, auf dem auch Anton (für Antoine) auffallen muß.
29Geigenzettel: Anton Fida / à Paris 1809 (gedruckt).
31Fiebig, Johann Carl. — Schweidnitz. Geb. in Guhrau um 1770, † um 1810
32Orgelbauer und Instrumentenmacher. Er erwarb 1802 das sogenannte kleine Bürgerrecht in Schweidnitz und soll um 1810 verstorben sein; 1812 heiratete seine Witwe den Geigenmacher Koded.
34Fiedler, August Gottwald Friedrich. — Markneukirchen. Geb. in Untergattengrün bei Adorf 2. April 1863
35Fleißiger Geigenmacher der Gegenwart.
37Fieglmüller, Benedict. — ? 1755
38Ein süddeutscher oder österreichischer Meister, von dem eine »Pochette in Violinform« in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 913) aufbewahrt wird, die im zierlichen Schallkörper den kleinen Bogen und einen niedlichen, bemalten Fächer beherbergt.
Makers on this page
- Ficker, Johann Georg II.
- Ficker, Johann Georg III
- Ficker, Paul Kurt
- Fida, Anton
- Fiedler, August Gottwald Friedrich
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