Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 15

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

32 lines. Read by computer on 26 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 11. See the scan on archive.org.

1beide haben viel Gemeinschaftliches in ihrer Arbeit, wenn auch Stainer der wesentlich genialere Meister war. In seinen jüngeren Jahren war M. Alban sicher von seinem Landsmann beeinflußt. Seine Geigen sehen in seiner ersten Zeit gut tirolisch aus, und es ist auffällig, daß sich etwa von 1680 an eine deutliche Stilwandlung bemerkbar macht: eine Anlehnung an italienische Vorbilder. Hat er damals Gelegenheit gehabt, Italien zu besuchen? Daß er schon in seiner Jugend bis nach Rom gekommen, ist unwahrscheinlich, obwohl behauptet wird, daß von dort datierte Arbeiten von ihm vorhanden sein sollen. Mir ist trotz eifrigem Nachforschens eine solche von zweifeloser Echtheit bisher aber nicht vorgekommen, nur solche ohne Ortsbezeichnung oder mit der ausdrücklichen Angabe Bozens als Ursprungsort. Echte Geigen mit echten Zetteln, die über 1706 hinausgehen, kenne ich zwar nicht, doch soll es noch solche von 1712 geben. M. Alban wird in der letzten Zeit wahrscheinlich an seinem Sohne Joseph einen für ihn arbeitenden Gehilfen gehabt haben. Seine Geigen galten im 18. Jahrhundert, neben denen von Amati und Stainer, als die besten, die man kannte; daher wurde sein Name auch vielfach mißbraucht und in Geigen angebracht, die nicht einmal von ferne an seine Arbeit erinnern. Sein bestes Modell nähert sich der Amati-Schule, ist aber meist sehr hoch gewölbt, mit hohen Zargen. Die Arbeit ist sehr sorgfältig. Das Deckenholz besonders schön, der Boden meist schlichtes Ahornholz, der rötlich-braune, wenig elastische Lack von italienischem Charakter. Die F-Löcher sind zu weit offen; statt der Schnecken liebt er Köpfchen, Drachen und Fratzen anzubringen. Bei den Violen bleibt er den hergebrachten Formen treu, schneidet Schalllöcher in Schlangenlinien und bringt unter dem Griffbrett noch ein durchbrochenes rundes Schalloch an. Wie auch Stradivari, erreichte er erst in seiner zweiten Lebenshälfte die Höhe seiner Kunst. Er ist minder originell als Stainer, kommt ihm im Tone aber sehr nahe. Hoffentlich wird sich die archivalische Forschung noch weiterhin mit ihm beschäftigen und wenigstens die Frage lösen, wo er gelernt hat und wann er in Italien war. Er gebrauchte verschiedene, fast immer gedruckte Zettel, auf denen er sich stets Albanus oder Alban, nie aber Albani oder Albanius nannte. Er hat auch gute Bogen gemacht, ja es wird sogar behauptet, daß sie besser waren als die zu seiner Zeit in Cremona hergestellten. Ausführlicheres über seine Familienverhältnisse findet sich in Dr. Waldners mehrfach genannter Arbeit. Eine Liste seiner noch erhaltenen Geigen usw. müßte erst zusammengestellt werden. Eine prächtige Violine von ihm aus dem Jahre 1673 besitzt Dipl.-Ing. Rich. Renner in Tutzing (flache Wölbung, 160 und 204 mm breit, Korpus 353 mm lang, Zargen überall 28 mm hoch). Eine Taschengeige von ihm aus dem Jahre 1680 war 1872 in South Kensington ausgestellt. Eine Chitarrone von 1696 besitzt Fritz Wildhagen in Halensee, der ein gleiches Instrument von Magnus Stegher mit einem Reparaturzettel Albans von 1698 in seiner Sammlung hat.
2Geigenzettel: Abb. 3, 10, 25, 26.
4Albanesi, Sebastiano. — Cremona. 1720. 1744
5Nach De Piccolellis und Vidal war er ein Schüler von Carlo Bergonzi. Er ist nicht originell und bevorzugt ein an die Mailänder Schule erinnerndes Modell von flacher Wölbung. Lack und Ton sind unbedeutend.
7Albani, Filippo. — 1773
8Ein bisher unbekanntes Mitglied der Familie A., dessen Zettel De Wit veröffentlicht. Der Stammsitz der Familie war vielleicht Bologna, wo der Name lange heimisch gewesen ist.
9Geigenzettel: Filippo Albani fecit / Anno 1773 (gedr.).
11Albani, Leopoldo. — Ancona. 1883
12Wenig bekannter Reparateur.
14Albani, Michele. — Palermo. 18. Jahrhundert
15Ein wenig bekannter Meister, vielleicht ein Sohn von Paolo A. Der Vorname hat dazu veranlaßt, ihn mit dem in Graz nachweisbaren Michael Alban zu identifizieren. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Meister aus zwei in keiner Beziehung zueinander stehenden Familien.
17Albani, Nicola. — Mantua, Mailand. 1763. 1770 one of two readings
18Albani, Nicola. — Mantua, Mailand. 1763 one of two readings
191770 one of two readings
20Er könnte mit Paolo A. verwandt gewesen sein. Geigen von ihm zeigen gewöhnlich ein großes flaches Patron und haben einen sehr schönen rötlichen Lack, aber nicht immer gut gewähltes Holz. Ihres starken, oft edlen Tons wegen dürfen sie als vorzügliche Orchesterinstrumente gelten. Ingenieur O. Rüders in Wien besaß eine gute Violine von ihm. Eine dunkel lackierte, aus Mailand datierte Violine von ihm befindet sich in Regensburg in Privatbesitz.
21Geigenzettel: Nicolaus Albani / fecit Mantua 1763 (gedruckt). — Nicolaus Albani fatte / Milano 1770 (geschrieben).
23Albani, Paolo. — Palermo, Rom, Cremona.
24Gen. »Signor Albani«
25Seine Zeit wird in die Jahre 1630—1666 gesetzt, Vidal meint noch 1670 und erwähnt, daß dieser Geigenmacher auch einen Sohn, der um 1720 gewirkt habe, dessen Vorname aber noch nicht feststeht, gehabt haben soll. (Vielleicht Paolo Alvani?; s. d.) Ich sah eine ihm zugeschriebene Geige mit der Jahreszahl 1673, Grillet setzt ihn von 1650—1680, lobt seine Arbeit und sagt, daß man ihn für einen Schüler Nicolo Amatis halte. Daß ein Gio Paolo Albani 1723 in Bozen gelebt habe, wie mehrfach behauptet wurde, ist mehr als unglaubwürdig.
27Alber. — Pfronten-Weißbach. 1920
28Ein Geigenmacher, der in der Füssener Gegend und in Tirol einen guten Kundenkreis hat.
30Albert, Charles Francis. — Philadelphia. Geb. in Freiburg i. B. 25. Dez. 1842, † 1. Juli 1901 in Philadelphia
31Ältester Sohn von John A., mit dem er als Kind nach Amerika und in seinem zwölften Jahre nach Philadelphia kam. Er war nacheinander bei einem Sattler, in einer Sägfabrik, bei einem Messerschmied und einem Juwelier in der Lehre, bis er sich entschloß, dem Bei-

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