Scan 166
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Jos. Neubauer. Ferner besitzen: das Stift Admont eine hochgewölbte Violine von 1796, Dr. Zimmermann eine schokoladenbraune Viola von 1784.
2Geigenzettel: Neu lackiert und Repariert / Franz Geißenhof Wien 1807 (geschrieben) und Abb. 241, 272, 313 und 315 (Beispiel eines falschen Zettels.)
4Geißenhof, Josephus. — Wien. 1790
5Im Stift Klosterneuburg befindet sich eine Violine mit dem Namen »Josephus Geißenhof fecit Vienae Anno 1790«. Ein Josephus G. ist urkundlich nicht nachzuweisen, es ist daher anzunehmen, daß der Zettel eine der schon bald nach Geißenhofs Tod zahlreich vorkommenden Fälschungen ist, wobei sich der Fälscher dadurch zu decken suchte, daß er den Vornamen oder die Schreibweise des Namens änderte.
7Geisser, Ernst. — St. Petersburg. Geb. 1854 in München
8Schüler von Franz Ramftler, bei dem er von 1866 bis 1869 lernte. Er arbeitete dann bei Kriner in Stuttgart und bei Ludwig Otto, mit dem er nach St. Petersburg übersiedelte. Von 1875—1878 diente er als Musiker beim Königl. Leibregiment in München, ging dann zu Otto zurück und machte sich 1881 selbständig. Er arbeitet sehr sauber nach Stradivari, erhielt 1889 in Paris, 1893 in Chicago und 1896 in Antwerpen je eine silberne und auf der Petersburger Musikfachausstellung 1907 die große goldene Medaille. Er ist Geigenbau-meister des Konservatoriums der Kaiserl. Musikgesellschaft zu St. Petersburg und ein gewiefter Kenner, der jährlich größere Reisen unternimmt, um Meisterinstrumente zu sammeln.
10Geisser, Nikolaus. — St. Petersburg. Geb. 1884 zu St. Petersburg
11Nach Absolvierung der deutschen St. Petrischule trat er bei seinem Vater Ernst G. in die Lehre und arbeitete dann bei L. Mougenot in Mirecourt und bei Silvestre und Maucotel in Paris. Seiner Militärpflicht leistete er von 1904—1905 in Lindau Genüge und wurde dann Teilhaber des väterlichen Geschäfts. Er baut Geigen und Violoncelli nach Stradivari und Guarneri und nach einem eigenen Modell und verwendet einen Öllack.
13Geissler, Ed. Fried. — Beuthen O.-Schl. 1890. † um 1898
14Er nannte sich Streichinstrumentenmacher, beschränkte sich jedoch auf Flickarbeiten.
16Geitner (Geittner), Wilhelm. — Breslau. 1826. † um 1843
17Der beste Lauten- und Gitarrenmacher seiner Zeit in Schlesien. Er hat auch gelegentlich Geigen ausgebessert, schwerlich aber neue gebaut. Eine von ihm wiederhergestellte Laute ist im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau zu finden.
19Gelmini, Geminiano. — Ferrara. 1508
20Ein alter Lautenmacher, den Valdrighi (4179) aufzählt.
22Gelmini, Giovanni. — Brescia. Geb. 1804, † 1864
23Nur als Erfinder von Vorrichtungen zur besseren Besaitung von Gitarren und Zimbeln usw. sowie als Erfinder einer Gitarrenlaute erwähnenswert.
24Geigenzettel: Joannes Gelmini / Brescianus Inventor / Anno 1863 No 26 (geschrieben).
26Gemünder, August Martin Ludwig. — Neuyork. Geb. 22. März 1814 zu Ingelfingen, † 1. Sept. 1895 in Neuyork
27Schüler seines Vaters Joh. Gg. G., arbeitete einige Jahre in verschiedenen deutschen Städten als Gehilfe und begründete 1839 seine eigene Werkstatt in Regensburg, ohne es dort zu etwas zu bringen. Er wanderte daher 1846 nach Amerika aus und ließ sich zuerst in Springfield (Mass.) nieder und ging 1860 nach Neuyork. Hier kam er bald zu großem Ansehen und galt bei vielen als der beste amerikanische Geigenmacher seiner Zeit. Er war ein geschickter, freilich auch von sich selbst sehr eingenommener Kopist und arbeitete nach Stradivari, Guarneri und Maggini. Das Holz ist gut gewählt, der Lack goldgelb bis dunkelrot. Die echt amerikanische Reklame, die er betrieb, hat seinem Ruf in Europa jedenfalls mehr geschadet als genützt. Er veröffentlichte auch eine Selbstbiographie.
29Gemünder, August & Sons. — Neuyork
30Geigenmacherfirma der Gegenwart, deren Inhaber jetzt sind: August M. G. (geb. 4. Mai 1862 in Neuyork) und Rudolf G. (geb. 9. Februar 1865). Die Firma gibt seit 1892 die Zeitschrift »The violin-world« heraus.
32Gemünder, Georg. — Astoria, Boston, Neuyork. Geb. 1816 in Ingelfingen, † 15. Jan. 1899
33Sohn von Joh. G., bei dem er auch gelernt hat. Später kam er zu Vuillaume in Paris. 1849 wanderte er nach Amerika aus, verstand es, durch ausgezeichnete Arbeit verdiente Anerkennung zu finden. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 hatte er eine Kopie nach Joseph Guarneri ausgestellt, die er »Kaisergeige« taufte und für die er 10 000 Dollars verlangte. Wenn der Preis auch allzu hoch gegriffen war, so war die Geige doch so gut, daß vielfach behauptet wurde, Gemünder habe eine echte alte Geige einfach mit seinem Namen versehen. Auch er machte gern laute Reklame und veröffentlichte 1883 gelegentlich der Weltausstellung in Amsterdam eine Broschüre »George Gemünders Progress in Violinmaking«. Er verstand sich sehr gut darauf, das alte Aussehen der Geigen, die er kopierte, nachzuahmen. Weniger glücklich war er manchmal in bezug auf die Tonschönheit.
35Gemünder, Johann (Georg Heinrich). — Ingelfingen (Württemberg). Geb. 1782, † 1836
36Ein kleiner Geigenmacher, der (angeblich) viel für das Fürstl. Hohenlohische Haus gearbeitet haben soll.
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