Scan 168
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1schon im alten Inventar von 1596 erwähnt wird. Diese Laute ist eirund; der Rücken besteht aus elf Elfenbeinrippen. Griffbrett 240 mm lang, 40—54 mm breit, fünf Doppelsaiten und eine einfache Saite; Länge des Korpus 450 mm, im Inneren die gedruckte Zettelinschrift: »Georg Gerle Fürstlicher Durchleuchtig- / kait Chalkandt zu Ynnsprugg«.
3Gerle, Hanns. — Nürnberg. Geb. um 1505, † 1599
4Sohn von Conrad Gerle. Berühmter Lauten- und Geigenmacher, der auch als Lautenist, Geiger und Sänger sehr geschätzt war. Seine Instrumente galten als die besten seiner Zeit und hatten noch im 17. Jahrhundert eine, man kann sagen, europäische Berühmt-heit. In Neudörffers Nachrichten wird er gewürdigt, 1532 erschien sein Porträt; im gleichen Jahre gab er heraus: »Musica Teutsch auf die Instrument der großen und kleinen Geygen, auch Lauthen etc. durch Hans Gerle lutinist zu Nurenberg aussgangen« (2. Aufl. 1546 »Musica u. Tabulatur äuff die Instrumenten der kl. u. gr. Geygen etc.«1). In einem Verzeichnis der Musikinstrumente des fürstl. Hauses Este in Modena von 1598 wird unter Nr. 18 ein »Cembalo del Gherla« erwähnt. Bei Doppelmeyer heißt es von ihm (S. 291) »ein Geigenmacher, war sowohl in Geigen als Lauten von einer schönen Proportion, guten Resonanz und mancherlei Größen zu machen, auf welchen beiden Instrumenten er auch gar fein spielte, zu seiner Zeit in einer guten Renommee«.
6Gerle, Melchior. — Innsbruck. 1589. 1605
7Sohn von Georg G. und seit 1589 als Kalkant und Instrumentenmacher sein Nachfolger in der erzherzoglichen Hofkapelle, die aber nach dem Tode des Erzherzogs im Jahre 1596 aufgelöst wurde. Melchior G. blieb in Innsbruck, wo er schon 1591 Barbara Lutz geheiratet hatte. 1605 wurde ihm noch ein Sohn geboren und 1618 starb die »Ehewirtin des Lauten- und Instrumentenmachers Melchior Gerl« bereits als Witwe. (Vgl. Dr. F. Waldners mehrfach angeführte Schrift S. 52.) — Arbeiten von ihm sind mir nicht bekannt.
9Gerlein (Gerle), Hans. — Nürnberg. 1618
10Vermutlich ein Enkel Conrad Gerles. Er erscheint mit der ausdrücklichen Bezeichnung »Lautenmacher« in den Nürnberger Gerichtsbüchern (Liter. 130, Bl. 55) am 14. Juli 1618 als Besitzer eines Hauses in der Kot- (jetzt Brunnengasse) und Breitengasse, das vormen Conrad G. besessen hatte.
12Germain, Emile. — Paris. Geb. 24. Juli 1853 in Paris. 1906
13Sohn von Joseph-Louis G. Zuerst lernte er (seit 1864) in Mirecourt und seit 1867 bei seinem Vater, dessen Geschäft er 1876 übernahm. Bei dieser Gelegenheit verband er sich mit dem Lackerfinder2) Dehommais,
151) Ein Exemplar besitzt die Staats-Bibliothek in Berlin. Vgl. auch: Beschreibung eines neu entdeckten Lauten- buchs von Hs. Gerle usw. Wien 1900.
162) Sein Lack wurde im Inneren der Geigen aufgetragen. Außerdem erfand er ein Verfahren, das Holz künstlich »alt« zu machen.
18einem Liebhaber, der jedoch 1882 aus der Firma wieder austrat. Germain ist ein hervorragend geschickter Geigenmacher, der auch auf der Pariser Ausstellung 1900 treffliche Arbeiten ausgestellt und die goldene Medaille erhalten hat. In 10 Jahren hat er an 500 Geigen gemacht.
19Geigenzettel: Abb. 243 und 294.
21Germain, Joseph-Louis. — Paris. Geb. 23. Juli 1822 in Mirecourt, † 5. Juli 1870
22Er wurde in seinem Geburtsort ausgebildet, kam 1840 nach Paris und trat bei Ch. F. Gand ein. Nach dessen Tod ging er zu J. B. Vuillaume und blieb hier bis 1850, um dann bei den Söhnen Gands bis 1862 zu arbeiten. Hierauf machte er sich in der Rue Saint Denis Nr. 364 selbständig und ging 1870 nach Mirecourt zurück, wo er dann am 5. Juli 1870 starb. Ein großes Talent von außerordentlicher Bescheidenheit.
23Geigenzettel: Joseph-Louis Germain / à Paris, Année 1868 (gedruckt) und Abb. 234 und 242.
25Germain, Louis. — Paris. 1756
26Vermutlich ein Mirecourter. C. C. Snoeck besaß eine Tenorgeige aus dem Jahre 1756 von ihm.
28Germano. — Mailand. 1906. 1907
29Seine Geigen sind in England nicht unbeliebt.
31Geroni (Gerani), Domenico. — Ostia. 1800. 1820
32Da er nichts eigenartiges besaß, aber leidlich gut nachahmte, wurden seine Geigen gerne von Händlern mit berühmteren Namen versehen, so daß man heute nur selten etwas von ihm in die Hände bekommt.
33Geigenzettel: Domenico Geroni Ostiano / fecit Anno 1817 (gedruckt).
35Gervais, T., lebt in Boston (Mass.).
37Gesù e Maria s. Tomaso Eberle
39Geycke, Joachim Wilhelm. — Hamburg
40Ein Instrumentenmacher, der am 27. Oktober 1797 das Bürgerrecht erwarb.
42Gherardi, Giacomo. — Bologna. 1677
43Einige Bässe von ihm haben sich erhalten, jedoch in einem Zustand, daß man ihn nicht danach beurteilen kann.
45Ghirardi, Giovanni Battista. — Venedig. 1791
46Vielleicht ein Nachkomme des Bolognesers G. Gherardi. In seiner Arbeit recht unbedeutend.
47Geigenzettel: Joannes Bapt: Ghirardi / fecit anno 1791 Venetijs (geschrieben).
49Ghidini, Carlo. — Parma. 1746. 1773
50Ein wenig befähigter Nachahmer.
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