Scan 180
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Goulding. — London. 1790. 1800
2Es kommen in England noch viele Geigen von sehr verschiedenem Werte vor, die oben auf der Außenseite des Bodens den Namen »Goulding« eingebrannt tragen. Er selbst hat keine einzige dieser Geigen gemacht, sondern sie nur in seinem gut gehenden Musikgeschäft verkauft. Die billigeren Instrumente bezog er aus Mittenwald oder Mirecourt, bessere ließ er von guten englischen Geigenmachern anfertigen. Sein Nachfolger war Keith, der sich noch mit anderen Kaufleuten verband und Filialen in verschiedenen Stadtteilen Londons errichtete.
4Gouvernari, Antonio. — Cremona. 1600. 1601
5Wenn die Geigen mit diesem Namen als Werke eines Cremonesers vom Anfange des 17. Jahrhunderts angesehen würden, könnte man ihn zu den besseren Geigenmacher seiner Zeit rechnen. Abgesehen aber von der verdächtigen Schreibweise des Namens mit ou kommen Jahreszahlen von 1600—1715 vor. Nach den Geigen selbst zu urteilen, können sie kaum im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden sein. Irgendein geschickter Imitator dürfte seine Arbeiten mit diesem wahrscheinlich erfundenen Namen versehen haben, um sie leichter anzubringen. Die sogenannten Gouvernarigeigen sind nach einem länglichen Modell mit mittelhoher Wölbung gebaut, der Lack ist dünn und olivengelb. Die F-Löcher erinnern an Nic. Amati, sind aber länger und schwungvoller. Die scharfkantige Schnecke ist meistens recht gut.
6Geigenzettel: Antonius Gouvernari / Cremonensis Faciebat Anno 16 . . (gedruckt).
8Graban, Paul. — Gardelegen. 1861
9Er arbeitete nach italienischen Modellen, verstand sich auf den Ton und verwendete einen dunkelgelben Lack. Auch liebte er es, seinen Geigen ein altes Aussehen zu geben.
11Grabensee, T. K. (nach anderen: T. G., auch J. A.). — Düsseldorf. 1818. 1861
12Es war mir unmöglich, etwas über einen Geigenmacher dieses Namens zu ermitteln, obwohl er in verschiedenen Schriften erwähnt wird. — Ich bin daher geneigt, den Namen für apokryph zu halten. Er ist vielleicht durch Mißverständnis eines Zettels von Tacke, der in der Grabenstraße in Düsseldorf wohnte, entstanden. Sowohl Tacke als der sogenannte Grabensee sind nur durch Reparaturzettel bekannt.
14Gracio, João Pedro, ein portugiesischer Mandolinenmacher, der (1895) in Lissabon lebte
16Grado, Gaetano da. — Neapel
17In einigen Gitarren findet sich sein Name ohne Jahreszahl.
19Gräbner
20Eine Familie in Großbreitenbach, von der sich mehrere Mitglieder im Nebenberuf mit der Geigenmacherei beschäftigten.
22Grätz, Hans. — Breslau. 1645
23Sein Name findet sich in einem Handwerkerverzeichnis des Breslauer Stadtarchivs (Nr. H, 41, 8), wo er als Meister der Tischlerinnung eingetragen ist. Da die Breslauer Geigenmacher unzünftig und auch nicht verpflichtet waren, sich einer Innung anzuschließen, ist wohl anzunehmen, daß er trotz seiner Geschicklichkeit im Lautenmachen sein Brot als Tischler suchen mußte. Eine Laute von ihm, deren Hals mit Elfenbeinarabesken eingelegt ist, besitzt seit 1908 das Schlesische Museum für Kunstgewerbe und Altertümer. Vgl. Schles. Vorzeit in Bild u. Schr. Neue Folge. (Jahrb. des Schles. Mus. f. K. u. A., Bd. V. Breslau 1909, S. 257.)
25Gragnani, Antonio. — Livorno. 1741, soll 1800 noch gelebt haben
26Kein großer Meister, aber doch der beste aus seiner Familie. Seine Arbeiten zeichnen sich mehr durch ihren weichen, guten Ton als durch schöne Ausführung aus. Sein goldgelber, oft nachgedunkelter Lack ist dagegen recht gut. Sein Modell ist groß, die Zargen hoch und der Ton meistens voll und tragend. Er verwendete gedruckte und geschriebene Zettel, auf den gedruckten findet sich neben dem Wortlaut oft noch eine Erdkugel und ein Kreuz, außerdem findet man auch noch die Buchstaben A.G als Brandmarke auf der unteren Zarge unter dem Saitenhalterzäpfchen und außen auf der Decke über dem oberen Klotz. Eine fünfsaitige Viola von ihm war im South Kens. Museum 1872 ausgestellt. Eine Violine und eine Viola von ihm (von 1791) befinden sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
27Geigenzettel: Abb. 245. Brandmarke Nr. 2.
29Gragnani, Gennaro. — Livorno. 1730
30Vielleicht der Vater Antonios. In seinen Violen wendet er oft noch altertümliche Formen an. Um 1743 soll auch ein Jacopo Gragnani vorgekommen sein.
31Geigenzettel: Januarus Gragnani fec. / Lib. Anno 17 . . (gedruckt).
33Gragnani, Onorato. — Livorno. 1785. 1799
34Sohn von Antonio G., den er, ohne besondere Begabung, nachahmte.
35Geigenzettel: Onorato Gragnani / Figlio d’Antonio / Fatto in Livorno il 1799 (gedruckt).
37Grah, Ernst. — Merscheid bei Solingen. 1921
38Einer von den Vielen, die in den letzten Jahren das »Problem des altitalienischen Geigenbaus« gelöst haben.
40Graill s. Craile
42Grain, Ernst. — Grünberg i. Schl. 1874. † um 1895
43Ein Schuhmacher, der als Pfuscher Geigenreparaturen ausführte. Da er seine Geigen häufig mit Reparaturzetteln versah, muß er hier erwähnt werden.
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