Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 196

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

19 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 192. See the scan on archive.org.

1Gleichgeschätzter mit den besten Künstlern, und so konnte er am 13. März 1500 an Isabella von Mantua schreiben, daß ihm Leonardo da Vinci ihr wundervoll gemachtes Bildnis gezeigt habe. Das Ausführlichste über ihn findet sich in Carlo dell Acquas »Lorenzo Gusnasco e i Lingardi da Pavia, Mailand 1886«.
3Gutermann, Wilhelm Theodor. — Wien. Geb. 22. Aug. 1828 in München, † 8. Juni 1900 in Admont
4Die Heimat seiner Familie war Biberach, woher auch Sophie Laroche, geb. Gutermann, die Freundin Wielands, stammte. Er lernte bei Engleder, arbeitete dann bei Tiefenbrunner und dürfte bei diesem auch das Zithermachen gründlich erlernt haben. Nachdem er bei der Witwe Stecher in Salzburg tätig gewesen, wanderte er weiter und kam bis Prag und Budapest. In Wien fand er zuerst bei Anton Kiendl als Zithermacher Beschäftigung und kam dann zu Anton Hofmann, bei dem er von 1851—1866 blieb und für den er auch noch arbeitete, nachdem er sich bereits selbständig gemacht hatte. In seine Anfangszeit fällt seine Verbindung mit Dr. Liharzik, der ein neues Modell berechnet hatte. Da Dr. Liharzik aber schon frühzeitig starb, dürfte es nur wenige Geigen nach seinem Modell geben. Diese tragen beim Knöpfchen die Brandmarke: K. K. (österr. Adler) Priv. / Liharzik. Die Liharzik-Geigen hat G. ganz eigenhändig gemacht; viele Geigen mit Hofmanns Zettel sind seine Arbeit, während die Geigen, Violen und Violoncelli, die später aus seiner Werkstatt hervorgingen, unter der Mitarbeit seiner Gehilfen, zu denen Bartek, Szepessy, Sandner, Herm. Voigt, Jaura u. a. gehörten, entstanden sind. Seine Arbeit war von peinlichster Sauberkeit; er war sehr geschickt im Lackieren und bevorzugte einen durchsichtigen, feurigroten Lack. Für eine Geige erhielt er durchschnittlich 60 fl., für ein Violoncell 100 fl. Er war ein streng rechtlicher, aufrechter Mann, der niemand zu Liebe je von seiner Überzeugung abwich. Bei alten Instrumenten legte er mehr Gewicht auf die tadellose Erhaltung und die Schönheit als auf den Ton; verdorbene Instrumente hielt er nicht der Mühe einer Wiederherstellung wert und hatte dabei gewiß sehr oft nicht unrecht. Im Jahre 1887 war er stellvertretender Genossenschaftsvorsteher. Seit 1898 kränkelte er, bis ihn der Tod zwei Jahre später erlöste. — W. Th. Jaura war sein einziger Schüler.
5Geigenzettel: Abb. 309.
7Gutierrez, Manuel, lebte um 1832 als Lautenmacher in Sevilla
9Guth, August. — Breslau. Antwerpen. Geb. 10. Januar 1840 in Pilsnitz bei Breslau, † 16. September 1912 in Hoboken bei Antwerpen
10Schüler von Ludwig Bausch. Als Sohn eines Oberförsters hatte er schon als Kind Gelegenheit, sich eine gute Holzkenntnis anzueignen. Als sein Vater einmal eine Jahrmarktsgeige heimbrachte, erwachte in ihm die Liebe zur Musik, und er ruhte nicht eher, als bis er nach diesem Vorbild sich selbst eine spielbare Geige angefertigt hatte. Er war damals 12 Jahre alt und sein Vater erblickte darin eine besondere Begabung für die Tischlerei und gab ihn später auch wirklich zu einem Tischler in die Lehre. Da er sich nebenbei zu einem guten Geiger entwickelt hatte und als solcher vielfach in Anspruch genommen wurde, lernte er viele Musiker kennen, die bessere Instrumente hatten als er; er begann wieder Geigen zu machen, und nachdem er ausgelernt hatte, sattelte er um und ging nach Leipzig zu Bausch, der ihn nun regelrecht ausbildete. Als Gehilfe kam er dann zu Grimm nach Berlin und machte sich noch in jungen Jahren in Breslau selbständig, wo er bis 1888 blieb und dann nach Antwerpen übersiedelte. Ein guter Ruf ging ihm voraus und er hatte seinen Wohnungswechsel nie zu bereuen, denn er fand reichliche Anerkennung. Er arbeitete ungewöhnlich gewissenhaft nach den besten alten Meistern, hauptsächlich nach Stradivari, und verwendete einen selbstbereiteten Spirituslack, dem er den Vorzug vor jedem Öllack gab. Auf der Antwerpener Weltausstellung 1894 war er durch ein Quartett sehr gut vertreten. Eine hübsche Violine nach Maggini besitzt das Antwerpener Konservatorium. Am Wirbelkasten brachte er gerne Löwenköpfe an. Außer seinem Zettel gebrauchte er auch eine Brandmarke mit A. G. und einer Lyra darüber. Auf seinen Zetteln war auch sein Bildnis angebracht.
11Geigenzettel: August Guth me fecit / Antverpiae anno . . . (gedruckt).
13Guth, Paul. — Antwerpen. Geb. 14. Juni 1881 in Wilhelmshaven
14Sohn und Schüler von August G. Obwohl er von frühester Kindheit an nur Geigenmacher werden wollte, glaubte sein Vater, daß er noch mehr Talent zum Geiger habe. Er ließ ihm eine gründliche musikalische Ausbildung zuteil werden, und sandte ihn nach Dortmund, wo sein Bruder als Musiker lebte, schließlich gab er aber doch nach, und nahm ihn in seine Werkstatt. Hier hatte er nun reichliche Gelegenheit, kostbare Meisterwerke kennenzulernen und sein angeborenes Talent zu entfalten. Er war eben 19 Jahre alt, als ihn das Unglück traf, bei einer Lebensrettung sein rechtes Bein zu verlieren. Wohl erhielt er für seinen Mut und seine Selbstopferung eine hohe Ordensauszeichnung, aber er war ein Jahr lang an das Krankenlager gefesselt. Wieder hergestellt ging er mit verdoppeltem Eifer an die Arbeit und war der treueste Mitarbeiter seines Vaters. Nach dessen Tod machte er sich selbständig und hat seitdem viele Geigen von Grund auf und in allen Teilen eigenhändig gemacht. Er erfreut sich des besten Rufs und seine Instrumente kommen schnell in feste Hände. Er arbeitet nach alten Meistern und nach eigenen Modellen und gebraucht, wie sein Vater, einen Spirituslack von dunkelgoldgelber Farbe. Auch als sorgfältiger Reparateur wird er viel beschäftigt. Eine schöne Violine von ihm besitzt E. J. Duintjer Izn. in Veendam. — Außer seinem Zettel mit seinem Bildnis gebraucht er auch eine Brandmarke mit seinem Namen.
15Geigenzettel: (Bildnis) Paul Guth, Filius Augusti / me fecit Antverpiae Anno 19 . . (gedruckt).
17Gutke, A. — Umeå. Trelleborg (Schweden). 1897. 1900
18Beschäftigt sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen und stellte in Stockholm gut gelungene Geigen aus.

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