Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 203

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

51 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 199. See the scan on archive.org.

1Hardie, Thomas. — Edinburgh. Geb. 1804, † 19. Jan. 1856
2Sohn und Schüler von Matthew H., dessen Modell er beibehielt, den er aber in der Durchführung und im Lack oft übertrifft; leider trocknete er das Holz im Backofen, so daß seine Geigen, die neu recht gut klangen, jetzt wenig Ton haben. Er war sehr talentvoll, ergab sich aber dem Trunk und sein Tod war die Folge eines Sturzes über die Treppe seines Hauses, als er wieder betrunken war.
3Geigenzettel: Thomas Hardie Fecit, / Edinburgh, Anno 1845 (gedruckt). — Repaired by Thomas Hardie / Castlehill, Edinburgh 1856 (gedruckt).
5Hardy s. Haxby
6Hare, John. — London. Anfang des 18. Jahrh.
7Viele halten John und Joseph Hare für eine und dieselbe Person, was aber bei der auffälligen Verschiedenheit der Arbeit nicht angängig ist. John ist entschieden der ältere. Er wohnte im gleichen Hause wie später Joseph, aber er arbeitete noch nach einem hochgewölbten Modell. Seine Arbeit ist roh, die Einlage ungeschickt gemacht und der Lack armselig.
8Geigenzettel: Iohn Hare at ye Viol & Flute, near / ful Royal Exchange / in Cornhill London. (gedruckt).
10Hare, Joseph. — London (Cornhill). 1720. 1726
11Von ihm sind bisher nur wenige Geigen bekannt. Er ist jedoch nach Sandys & Forster der erste Engländer, der ein flaches Modell anwendete; auch sein Lack von leuchtender roter Farbe ist vorzüglich. Er war jedenfalls ein besonders begabter Mann, der seinerzeit nur nicht durchdrang, da in England lange das Stainermodell allein in Ansehen stand. Er soll eine Zeitlang mit Freeman zusammen gearbeitet haben.
12Geigenzettel: Joseph Hare at ye Viole & Flute / near the Royal Exchange / in Cornhill London / 1726 (gedruckt).
14Harford, Patrik (Patritius). — Rom. 1742
15Ein Irländer oder Engländer, der sich in Rom der italienischen Schule anschloß. Schöne Form, bläbabrauner Lack.
17Hargreaves, William. — Manchester. 1889
18Wahrscheinlich ein Liebhaber, der, wie eine Violine beweist, die er im Jahre 1889 mit der Nummer 21 versah, eine gewisse Geschicklichkeit erlangt hat.
20Harham. — London. 1765. 1785
21Wenig bekannter englischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts.
23Haringer (Häringer), Hans. — Wien. 1675. 1676
24Er soll als Lautenmacher im Dezember 1675 das Wiener Bürgerrecht erlangt haben. Obwohl Lauten und Geigen von ihm vorkommen, konnte ich Urkundliches über ihn nicht beibringen. Er stammte jedenfalls aus Füssen und gehörte zur Familie Heringer und dürfte bald nach seiner am 26. Januar 1676 erfolgten Eheschließung gestorben sein.
26Harkendorf, Hans. — Flensburg. 1652
27Eine schöne Altgambe von ihm besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln (Nr. 803). Weder im Flensburger Archiv, noch in den Flensburger Kirchenbüchern findet sich irgendein Eintrag mit seinem Namen.
29Harley. — London. 1805
30Eine englische Zither mit Klaviatur, die der dänischen Erbprinzessin gehört haben soll, besitzt Claudius in Kopenhagen. Er soll auch Lauten gemacht haben.
31Geigenzettel: Harley maker. / Wych street. London 1805 (gedruckt).
33Harloff, W. — Bergen. 19. Jahrhundert
34Ein von ihm verfertigtes Psalmodicon (Monochord) befindet sich in der Sammlung Crosby Brown in New York (Nr. 981).
36Harlot, François. — Mirecourt. 1757. 1772
37Unter den Bogenmachern seiner Heimat einer der ältesten, deren Namen überliefert sind.
39Harmand (Harmond), Nicolas. — Mirecourt. 1755. 1789
40Er legte am 19. Februar 1772 den Schwur als Meister der Mirecourter Lautenmacherzunft ab und war einer der besseren Geigenmacher seiner Zeit, jedenfalls der beste aus seiner Familie. Er bevorzugte ein kleines Modell, seine Arbeit ist gut, er verwandte gutes Holz und rötlichen Lack. Seine Geigen haben einen weichen Ton. Seine Werkstatt nannte er »Au Roi David«, was auch auf seinem Brandstempel steht, den er gewöhnlich am Boden unter dem Halse anzubringen pflegte. Von Mitgliedern seiner Familie werden noch genannt sein Bruder
41Jean H. 1766, ferner
42Joseph H. 1780. 1789
43Louis H. 1784. 1789 und
44Philipp H., der schon 1719 und noch 1727 vorkommt.
46Harmand. — Mirecourt. 1830–1870
47Vielleicht ein Enkel von Nicolas H. Besonders als Bogenmacher geschätzt.
49Harnisch, Hermann. — Darmstadt. Geb. 1859 in Gera
50Sohn von J. Gottlieb H. und dessen sowie Otto Bauschs Schüler, arbeitete von 1881—1885 in Reval, wo er auch als Musiker tätig war, wurde 1885 Hofmusiker in Darmstadt und übernahm das Geschäft von F. Diehl. Im Jahre 1895 wurde er zum großherzogl. Hofinstrumentenmacher ernannt. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Reparaturen; die wenigen von ihm gemachten Instrumente haben Spirituslack und tragen folgenden Zettel: Hermann Harnisch, / Hofinstrumentenmacher, / Darmstadt 18 (gedruckt).

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