Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 216

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

43 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 212. See the scan on archive.org.

1Hause des Klosters von St. Martin und bezog dann das Haus Rue St. Martin Nr. 175, wo seine Nachkommen bis auf unsere Tage das Geigenmachen betrieben. Er gehörte zu den besseren Geigenmachern seiner Zeit; man muß seine Arbeit aber genau studiert haben, wenn man sie erkennen will, da er keine Zettel in seine Geigen hineingeklebt hat. Kommen Zettel mit seinem Namen vor, so rühren sie von seinen beiden Söhnen her.
3Henry, Jean-Baptiste-Félix. — Paris (auch Bordeaux und Marseille). Geb. in Paris 1793, † daselbst 1858
4Ältester Sohn und Schüler von Jean-Bapt. H. Eröffnete 1817 in der Rue Montmartre in Paris seine eigene Werkstatt und siedelte gegen 1823 nach Bordeaux, 1825 nach Marseille über, wo er bis 1844 blieb. Er kehrte dann nach Paris zurück und wohnte Rue Fléchier, wo er auch starb. Er war sehr fleißig, hat aber so wenig wie sein Vater, seine Werke durch Zettel bezeichnet.
5Geigenzettel: Réparé par Henry / rue 11. Ferréol / Marseille (gedruckt).
7Henry, Octave. — Grenoble. Geb. in Marseille 1826
8Schüler seines Vaters Jean-Bapt.-Félix H., namentlich aber seines Oheims Carolus H., arbeitete dann bei Mau-cotel in Paris und ließ sich 1854 in Grenoble nieder, wo er als Geigenmacher und Händler sein Geschäft begründete, das jetzt noch unter der Firma Henry & Arnaud besteht.
10Henry aux Vièles. — Paris. 1292. 1300
11Einer der ältesten französischen Saiteninstrumentenmacher, der u. a. von Vidal in »Les instruments à archet« (Paris 1876. I. S. 88) erwähnt wird.
13Hentschl (Henschel), Johann Joseph. — Brünn. 1737. † vor 1782
14Er war vielleicht ein Schüler von Joh. Ben. Wasner, wohnte in der hinteren Rathausgasse Nr. 228 (jetzt Schwertgasse 8) und kommt als Besitzer dieses Hauses noch 1779 vor. Er war geschickt, seine Arbeit steht zwischen der Prager und Wiener Schule und ist sorgfältig, das Holz meist gut. Sein Nachfolger wurde um 1782 Seb. Wutzelhofer. Eine sehr hübsche Viola d’amore von ihm besitzt Prim. Dr. Smoler in Olmütz.
15Geigenzettel: Joann Joseph Hentschl, / Bürgerl. Lauten und Gei- / genmacher in Brünn 1759 (gedruckt).
17Henz, Ernst Hans Conrad. — Nürnberg. 1672
18Wenig bekannter Meister, von dem sich ein Archiliuto in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente befindet (Nr. 711).
20Heppmann, F. W. — Dresden. 1792
21Selten vorkommender Name in mittelmäßigen Geigen.
22Geigenzettel: F. W. Heppmann / fecit Dresden 1792 (geschrieben).
24Herbig, Johann Baptist. — Bamberg. Geb. 1776, † 16. März 1826
25Er hatte zwei Jahre bei seinem Vater Joh. Veit H. und anderthalb Jahre bei einem Tiroler Geigenmacher gelernt und wurde, nachdem er schon einige Jahre die Stelle »verwest« hatte, im Alter von 23 Jahren zum Hofgeigenmacher ernannt mit einem Gehalt von 60 fl. fränkisch und 10 Simra Korn. Dafür mußte er »alle benöthigte gespinnene Violin-, Altvio- und Baß-Saiten aller Gattungen für die musikalische Hofinstrumente beischaffen und besagte Instrumente mit den erforderlichen Reparaturen im brauchbaren Zustande bei allen fürstlichen Kirchen-, Kammer- und Hofmusiquen das ganze Jahr hindurch unterhalten und sich jederzeit persönlich dabei einfinden«. Er hatte »alle musikalischen Hofinstrumente vi inventarii bei dem Hofe unter seiner Verwahrung«. Er war ein strebamer, geschickter Mann, der vielleicht zu großem Rufe gekommen wäre, wenn er nicht vorzeitig im Irrenhause hätte sterben müssen. Vgl. Frhr. v. Marschalk »Die Bamberger Hofmusik usw.«.
27Herbig, Joh. Veit. — Bamberg. 1777. † 22. Mai 1791
28Er wurde am 18. Oktober 1777 als Nachfolger von Andr. Ries zum Hoflauten- und Geigenmacher mit einem Jahrgehalt von 60 fl. und 6 Simra Korn angestellt, starb aber schon 14 Jahre später am Stickfluß.
30Herczeg, Stephan (István). — Kecskemét
31Wenig bekannter ungarischer Geigenmacher, den Dr. J. Geyer ohne nähere Angaben erwähnt.
33Herget, Franz, lebte im 19. Jahrhundert in Rothau i. B.
35Heringer (Häringer), Jörg I. 1606. 1612
36Er kommt 1606 und 1612 als Mitglied der Lautenmacherzunft vor. Er heiratete am 23. April 1606 Katharina, die Witwe des Johann Schwarzenbach. Als sein Heimatort wird »Buochingen« angegeben. Ein Höringer-Hof — wohl der Stammsitz der Familie — liegt zwischen Lechbruck und Roßhaupten.
38Heringer (Hertinger), Jörg II. — Füssen. 1628. † vor 1666
39Er wurde am St. Stephanstag (26. Dezember) 1628 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen und war später auch Wagmeister. Er wohnte im ersten (vornehmsten) Viertel der Stadt. Seine Witwe setzte im Jahre 1666 sein Geschäft fort.
41Heringer (Hertinger), Jonas. — Füssen. 1626. 1642
42Er scheint aus Hertingen oder Faulenbach nach Füssen gekommen zu sein, wo er am 18. Dezember 1622 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen wurde, nachdem er am 14. August des gleichen Jahres Regina Herb geheiratet hatte. Seine Werke zeichnen sich namentlich im Äußeren durch saubere Arbeit aus. Karl Meier in Schönbach besitzt eine Viola von ihm.

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