Scan 22
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Anderlini, Giuseppe. — Spilamberto (Modena)
21860
3Er baute zwar in seiner Jugend einige Violinen, ist aber kein Geigenmacher, sondern Fabrikant landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen. Dilettantisch in der Arbeit, sorglos in der Wahl des Holzes und des Modells.
5Andersen, Charles, — Denver (Colorado).
61880. 1900
7Ein trefflicher Musiker, Organist, der sich gründliche Kenntnisse im Geigenbau angeeignet hat und über eine große Handgeschicklichkeit verfügt.
9Anderson, John I. — Aberdeen. Geb. 1829 in Alford, † 1883 in Aberdeen
10Schüler von Matthew Hardie. Er begann schon als achtjähriger Knabe Geigen zu machen. Er baute nach einem kleinen Stradivari-Modell und verwendete einen selbstbereiteten Öllack in verschiedenen Farben. Er machte durchschnittlich zwei Geigen im Monat fertig und war ein vorzüglicher Geiger.
11Geigenzettel: Made by / John Anderson / Aberdeen (gedruckt).
13Anderson, John II. — Glasgow. Geb. 25. Dez. 1856 in Aberdeen
14Sohn und Schüler von John I, A. Er hat sehr viele Geigen nach Stradivari gebaut, ist ein vorzüglicher Geiger und Violinlehrer und auch sonst sehr musikalisch.
15Geigenzettel: Made by / John Anderson / Bon-Accord Violin Maker / Glasgow 18 . . (gedruckt).
17Anderson, Henry. — Edinburgh. Geb. in Auchtermuchty 1839
18Er war ursprünglich Tischler, hat es aber als Geigenmacher zu großer Geschicklichkeit gebracht und über hundert Geigen nach Guarneri gebaut. Sein Lack ist meist gelb oder mahagonifarben. Er gebraucht keine Zettel, sondern schreibt seinen Namen mit Feder oder Bleistift in seine Geigen und bringt außen einen Brandstempel an.
20Andorff, M. C. R. — Nordhausen a. H. 1884. 1885
21Nur durch einen Reparaturzettel bekannt. Er wohnte 1884 in Nordhausen, verließ diese Stadt aber am 30. Oktober 1885, um nach Adorf in Sachsen überzusiedeln.
23Andrade. — Lissabon
24Portugiesischer Gitarren- und Mandolinenmacher.
26Andre & Co., eine 1885 gegründete Geigenmacherfirma in London
28Andrea, Giovanni. — Rom. 1606
29Ein Flamänder, von dem nur die italienisierten Namen bekannt sind und der 1606 bei Visco da Piperno gearbeitet hat.
31Andrea, Pietro. — Venedig. 1650. 1700
32Vermutlich der Meister, von dem der Modeneser Castaldi Bellerofonte singt:
33»Con Andrea, liutar poi siate pratico
34perchè non voglio più la sua amicizia
35né, la mattina, ber seco il liatico.«
36(Manuskript im Besitze Valdrighis)
38Andreas, Heinrich. — Schönbach b. Eger. Gegründet 1881
39Ein Streichinstrumentenmacher, der hauptsächlich Handelsware herstellt.
41Andreæ, Johannes. — Verona, Venedig(?). 1511
42In einer wundervollen Lira da Braccio der Kunstsammlung des Hauses Este in Wien findet sich der geschriebene Zettel: Joannes Andree. Veronen. / adi 12 Agosto 1511. Giovanni d’Andrea gibt hier nur seinen und seines Vaters Taufnamen an. Trotz eifriger Nachforschung gelang es mir noch nicht, Näheres über diesen hervorragenden Meister festzustellen. Die Lira trägt außerdem noch die griechische Inschrift:
43ΛΥΠΕΣ ΙΑΤΡΟΣ. ΕΣΤΙΝ
44ΑΝΘΡΩΠΟΙΣ. ΩΛΗ.
46Andrejeff, V. V. — St. Petersburg. 1889. 1911
47Ein ausgezeichneter Musiker, der durch große Konzertreisen mit seinem großrussischen Orchester berühmt geworden ist. Er hat das Verdienst, ein altrussisches Volksinstrument, das bereits anfing, in Vergessenheit zu geraten, die Balalaika, so verbessert zu haben, daß es den gesteigerten Anforderungen unserer Zeit entspricht, so daß es jetzt wieder außerordentlich in Aufnahme gekommen ist. Hierbei standen ihm Meister Nalinow und Passierbski zur Seite. Auch die altrussischen Volksinstrumente Domra und Gußli sind von A. verbessert und in sein Orchester aufgenommen worden.
49Andreolo. — Venedig. 1359
50Einer der ältesten venezianischen Lautenmacher, den Valdrighi (3986) anführt.
52Andrès, Domenico. — Bologna. 1740
53Ein Liebhaber, von dem ein Violoncello von gewöhnlicher Arbeit bekannt wurde, und der ehrlich genug war, sich selbst als Dilettant zu bezeichnen.
54Geigenzettel: Dominicus Andrès / Bolognensis Dilettante / Fecit a. Domini 1740 (geschrieben).
56Andrescu, Johann. — Broos (Szászváros, Ungarn)
57Geboren 1868 in Broos. Er erlernte den Geigenbau durch Privatunterricht, vervollkommnete sich in Wien und begründete dann 1888 in seinem Elternhause sein eigenes Geschäft. Er benützt im allgemeinen das Stradivari-Modell, nur wählt er eine stärkere Wölbung, die Decke läßt er in der Mitte stärker im Holz als den Boden, die Zargen sind 27 bis 30 mm hoch. Der Hals unterhalb der Schnecke ist 2 cm, am Geigenkörper 3 3/4—4 1/4 cm breit. Er verwendet Spirituslack nach einem Wiener Rezept und klebt seinen Geigen seinen
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- Anderson, John I.
- Anderson, Henry
- Andorff, M. C. R.
- Andrea, Pietro
- Heinrich, Andreas
- Andreæ, Johannes
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