Scan 220
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
32 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 216. See the scan on archive.org.
1Hill, Lockey. — London. Geb. 1756, † 1810
2Vierter Sohn von Joseph II H. Vater von Henry Lockey H.; ein geschickter Meister. Eine Violine aus seinem letzten Lebensjahre besitzt J. T. Chapman.
4Hill, Walter Edgar. — London. Geb. 4. Nov. 1871
5Vierter Sohn und Schüler von Will. Ebsw. H. Auch er arbeitete, wie sein Bruder Alfred Ebsw., eine Zeitlang in Mirecourt und ist jetzt Mitbesitzer des väterlichen Geschäfts.
7Hill, William. — London. Geb. 1745, † 1790
8Ältester Sohn und Schüler von Joseph II H. Zu der gleichen Zeit, in der sein Vater die Firma Jos. Hill & Sons annahm, also etwa um 1771¹), scheint er seine Werkstatt in der Poland Street eröffnet zu haben. Seine Arbeit ist recht gut, etwas an Aireton erinnernd, der Lack sehr durchsichtig und von schöner gelber Farbe, nur der Ton seiner Geigen ist ziemlich schwach, kann aber von einem tüchtigen Reparateur manchmal leicht verbessert werden. Er war auch ein geschickter Musiker und gehörte als solcher dem Londoner Musikerverband an. Auch als Orgelbauer war er tüchtig und hat manche Verbesserung eingeführt.
9Geigenzettel: Abb. 369.
11Hill, William Ebsworth. — London. Geb. 20. Okt. 1817, † 2. April 1895
12Jüngerer Sohn von Henry Lockey H. und Schüler seines älteren Bruders Joseph (IV). Als er in die Lehre trat, wurde er zuerst mit dem Stegschnitzen beschäftigt und erlangte darin eine erstaunliche Fertigkeit. Noch in den letzten Jahren seines Lebens war es eine Lieblingsbeschäftigung von ihm, zum Vergnügen Stege zu schneiden. Nach Beendigung seiner Lehrzeit trat er bei Charles Harris in Oxford ein und eröffnete, nach London zurückgekehrt, im Jahre 1830 seine eigene Werkstatt in Southwark. Als das Geschäft sich ausdehnte, verlegte er es nach dem Hauptquartier des Londoner Geigenhandels, der Wardour Street. Obwohl seine Geschicklichkeit im Geigenmachen Anerkennung fand, machte er doch sehr schnell — wie so viele neuere Meister — die Erfahrung, daß Musiker und Liebhaber der besten neuen Arbeit jede beliebige Geige vorziehen, wenn sie nur alt ist und italienisch aussieht. Er verlegte sich daher von Anfang an hauptsächlich auf die Wiederherstellung und den Handel mit alten Geigen. Auf diesem Gebiete hat er dann, dank seinem Scharfblick und einer seltenen Kennerschaft, außerordentliche Erfolge erzielt. Daß er aber auch im Neubau etwas zu leisten imstande war, hat er nicht nur in seiner Jugend schon, sondern noch 1862 bewiesen, da er ein Meisterwerk ausstellte, »um der Welt zu zeigen, daß das Geigenmachen in England noch nicht ausgestorben sei«. Auch seine vier Söhne bildete er zu tüchtigen Geigenmachern heran, nahm sie in sein Geschäft als Teilhaber auf und überließ es ihnen ganz, nachdem es in die New Bond Street verlegt worden war. Er zog sich auf seine Besitzung in Hanwell zurück und arbeitete hier noch einige Zeit für sich, bis ihn der Tod von zunehmender Altersschwäche erlöste. Als Kenner hatte er einen Weltruf erlangt, und ein von ihm ausgestelltes Zeugnis der Echtheit einer Geige gilt bei Musikern, Sammlern und Händlern als unanfechtbar.
13Geigenzettel: Abb. 370, 377, 378.
15Hill, William Henry. — London. Geb. 3. Juni 1857
16Ältester Sohn von William Ebsw. H. Ursprünglich zum Musiker bestimmt, studierte er mehrere Jahre und trat erst später in das väterliche Geschäft zugleich mit seinen Brüdern ein.
18Hill & Sons. — London, 140 New Bond st. W.
19Die jetzigen Inhaber der Firma sind: Wm. Ebsw. II Hill, Arthur Fred. Hill, Alfred Ebsw. H., W. Henry H. und Walter E. H. sowie A. E. Philips, der durch 2¹/₂ Jahre bei G. Fiorini in München als Volontär arbeitete, und beschäftigen eine große Zahl von Gehilfen in ihren Werkstätten zu Hanwell.
21Hilldebrand (Hildebrandt), Michel Christopher. — Hamburg. 1768. Lebte noch 1807
22War ursprünglich Formschneider in einer Kattunfabrik und erwarb als solcher 1792 das Hamburgische Bürgerrecht. später wandte er sich dem Instrumentenbau zu und arbeitete noch 1805 unter der Leitung des Geigenvirtuosen Bernhard Romberg¹). Unter seinen Instrumenten sollen namentlich die größeren, also Bässe, Violoncelli und Bratschen, sehr geschätzt gewesen sein und wurden schon im Anfang des 19. Jahrhunderts ziemlich teuer bezahlt. In einem sehr schön und sauber gearbeiteten Violoncello sah ich den hier abgedruckten Zettel. Dunkelrötlich-brauner Lack.
23Geigenzettel: * M. C. Hildebrand * / me fecit / ad modum Straduar: / sub directione celeberrimi / Bernardi Romberg / Hamburgi Aº 1805 (gedruckt) und Abb. 362.
25Hiller, Franz. — Wiener-Neustadt. Geb. 11. Dez. 1840 zu Kravsko bei Znaim. 1898
26Schüler von Krampera. Er kam um 1870 nach Wiener-Neustadt, wo er bei der Witwe von Karl Math. Daum († 1893) in Arbeit trat, die er am 6. Aug. 1872 heiratete. Er arbeitete handwerksmäßig und verstand es nicht, den alten Ruf der Daumschen Werkstatt zu erhalten. Er gab daher am 31. Juli 1898 sein Geschäft auf und soll später nach Znaim verzogen sein:
27Geigenzettel: Franz Hiller / Instrumentenmacher in Wr. Neustadt / Anno 1874 (gedruckt).
29¹) Bernhard Romberg, bekannter Violoncellist, geb. 1767 in Dinklage (Oldenburg), † 1841 in Hamburg.
31¹) Wenn einzelne auf seinen Zetteln die Zahl 1741 gelesen haben wollen, dann haben sie eben eine 7 für eine 4 angesehen.
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