Scan 221
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Hillert, Arthur Wilhelm. — Mittweida i. S.
2Geb. 5. April 1869 in Dresden
3Bis 1886 Schüler von Robert Wild; er ging hierauf in die Fremde und bereiste Ober- und Niederösterreich, Ungarn bis Budapest, die Schweiz, Tirol und Süddeutschland und gründete 1893 unter schwierigen Verhältnissen in Mittweida sein eigenes Geschäft, das er aber bald in die Höhe brachte. Er arbeitet sowohl nach Stradivari als auch nach Amati und Stainer usw. und hat auch ein eigenes, dem Stradivari ähnliches, flach gewölbtes Modell. Er bereitet sich einen hellgelbbraunen Lack selbst. Außer Geigen und Violoncelli macht er auch Zithern.
4Geigenzettel: Arthur Hillert / Geigenbau- und Reparaturwerkstatt / Mittweida i. S. / (Germany). (gedr.).
6Hillmer, F. — Leipzig. Um 1790—1820
7Erfinder eines zehnsaitigen Streichinstruments, »Polychord« genannt, das die Form eines Kontrabasses und ein bewegliches Griffbrett hatte. Vgl. Allg. Mus.-Ztg. 1799, Nr. 30, S. 478. Ferner hat nach der Leipziger Allg. Mus.-Ztg. 1840, S. 245, ein Geigenmacher dieses Namens eine fünfsaitige Bratsche, die er »Violalin« taufte, »erfunden«. — Es dürfte sich dabei um eine und dieselbe Person handeln.
9Hiltz, Paul. — Nürnberg. 1656
10Ein namhafter Nürnberger Instrumentenmacher, von dem eine Diskantviola da Gamba und eine Viola da Gamba von 1656 sich im Germanischen Museum in Nürnberg und eine sechssaitige Sopranviola da Gamba aus demselben Jahre bei Claudius in Kopenhagen befinden.
11Geigenzettel: Paul Hiltz me fecit / Anno 1656 (gedr.). — Paulus Hiltz Nori- / berga me fœcit 1656 (gedr.).
13Himmer. — Schönbach b. E.
14Als Geigenmacher gingen aus dieser Familie hervor:
16Himmer, Alban. — Geb. 1874
17Sohn und Schüler von Wenzel H. Als Gehilfe arbeitete er in Markneukirchen und Wiesbaden und eröffnete nach dem Tode seines Vaters seine eigene Werkstatt. Er baut Violinen und Violoncelli und wird als tüchtiger Geigenmacher geschätzt.
19Himmer, Andreas, war schon 1826 Meister
20Sein Sohn (?)
22Himmer, Johann, lebte noch 1837
23Himmer (Hümmer, Hummer), Josef I, wird 1826 erwähnt
24Geigenzettel: Josef Hümmer / Lauten und Geigenmacher / in Schönbach. (gedruckt).
26Himmer, Josef II. — † 1898
27Himmer, Josef III. — † 1898
28Himmer, Josef IV, lebt noch
30Himmer, Maximilian Vitalis. — Berlin-Wilmersdorf. Geb. 13. Jan. 1871 in New York
31Als Sohn deutscher Eltern kam er schon als Knabe nach Deutschland, besuchte in Hildesheim das Gymnasium Josephinum und bereitete sich gleichzeitig als Geiger zum Eintritt in die Hochschule für Musik in Berlin vor, wo er seit seinem 19. Jahre drei Jahre Schüler von de Ahna und zwei Jahre von Joachim war. Eine Armlähmung, die er sich in seinem 25. Lebensjahr zuzog, bestimmte ihn zu einem Berufswechsel, durch Talent und Neigung getrieben entschloß er sich Maler zu werden und bezog die Hochschule für bildende Kunst. Ein Zufall führte ihn zu seiner ersten Liebe, der Geige zurück. Er beschäftigte sich nun, 34 Jahre alt geworden, ernsthaft mit dem Geigenbau und ist überzeugt, das eigentliche akustische Gesetz, das die alten Meister gekannt und beobachtet hatten, herausgefunden zu haben, und tatsächlich erreicht er in seinen Instrumenten eine Tonschönheit, die die ersten Geiger, wie Vecsey, Hubermann u. a. bewundernd anerkennen. Er bewahrt seine Entdeckung als sein Geheimnis und verrät nur so viel, daß der Lack keinen Einfluß auf den Ton seiner Geigen hat, und daß er auch das Abstimmen von Decke und Boden in irgendeinem Tonverhältnis verwirft. Seine Geigen sind sehr sauber gearbeitet und verdienen auch in dieser Hinsicht Lob. Pfarrer Greulich in Posen besitzt zwei Violinen von ihm.
33Himmer, Wenzel, soll eine Zeitlang in Schöneck i. S. gearbeitet haben und starb 1894
35Hinckelmann, Wohlert Hinrich. — Hamburg. 1756
36In den Bürgerlisten kommt sein Name nicht vor, doch fand ich seinen Reparaturzettel in einer Geige, auf dem er sich ausdrücklich Violinmacher nennt. Er dürfte aus Borstendorf stammen, wo der Name Hinckelmann heimisch ist. Ein Wohlert Joh. Hinckelmann war 1791 bis 1797 der vorletzte Lübecker »Spielgreve« der Stadtmusik.
37Geigenzettel: Abb. 333.
39Hinderstößer, Xaver. — Augsburg. Geb. 21. Dez. 1810 in Zusmarshausen, † nach 1869
40Er war Geigenmacher und Musiker und hatte seine Werkstatt in der historisch berühmten Fuggerei. Der Fürst, dem er die Stiftungswohnung verdankt, scheint ihn auch durch Arbeitsaufträge unterstützt zu haben, wie sein Reparaturzettel in der Rauwolfischen Laute des Fürsten Fugger-Babenhausen beweist.
42Hindle, Leopold Georg. — Wien. Geb. 1766, † 23. Nov. 1839
43Er war hauptsächlich Kontrabaßmacher. Seine Geigen sind weniger gut und kommen nur selten vor. Sie entsprechen denen der damaligen Wiener Geigenmacher zweiten Ranges. Eine Eigentümlichkeit seiner Kontrabässe ist, daß er die F-Löcher oben und unten nicht
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- Hillmer, F.
- Himmer, Alban
- Himmer, Johann
- Himmer, Josef I.
- Himmer, Josef II.
- Himmer, Josef IV.
- Himmer, Maximilian Vitalis
- Himmer, Wenzel
- Hinckelmann, Wohlert Hinrich
- Hinderstößer, Xaver
- Hindle, Leopold Georg
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