Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 223

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

38 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 219. See the scan on archive.org.

1soll, wird zwar oft behauptet, läßt sich aber nicht beweisen. In den Donauwörther Pfarramtsrechnungen wird er noch 1762 als Lieferant von Saiten für den Chor erwähnt, 1764 liefert seine Witwe Agathe die Saiten, er muß also nach 1762 und vor 1764 gestorben sein. — Sein Sohn Simon war ein berühmter Harfenspieler.
3Höfer, Fr. Wilh. — Taucha b. Leipzig. 1874. 1901
4Ein Musiker und Klavierstimmer, der seit 1874 auch eine Werkstatt für Geigen- und Blasinstrumente besitzt.
6Höhne, Gustav I, hatte im 19. Jahrhundert seine Werkstatt in der Erfurter Straße in Dresden
8Höhne, Gustav II. — Weimar. 1835. 1885
9Sohn von Gustav I H. Er war Hofinstrumentenmacher und verband sich später mit seinem Sohne zu der Firma G. Höhne & Sohn. Seine Geigen sind recht sauber in ihrer Arbeit. Er soll auch eine Zeitlang in Dresden gearbeitet haben.
11Höhne, Karl. — Weimar. 1895
12Sohn von Gustav H. und dessen Nachfolger als Hofinstrumentenmacher. Er arbeitete recht sauber nach Stradivari, Maggini, Guarneri usw. Auch die Viola d’amore verstand er zu machen.
14Höllinger, Albin. — Kiel. Geb. 5. Febr. 1875 in Markneukirchen
15Schüler von Heinr. Rob. Seidel. Durch neunehalb Jahre arbeitete er als Gehilfe in verschiedenen Städten Deutschlands, zuletzt durch zweieinhalb Jahre bei Winterling in Hamburg, und machte sich am 1. Septbr. 1901 in Kiel selbständig. Er hat ein dem Stradivari ähnliches, eigenes Modell: Höhe des Bodens und der Decke je 14 mm; Zargen 32 mm hoch, die oberen Zargen von der Ecke bis zum Klotz auf 30 1/2 mm verlaufend. Seine Geigen sind recht sauber gearbeitet, mit Öllack versehen und haben einen vollen, weichen Ton und leichte Ansprache. Auch im Wiederherstellen soll er sehr geschickt sein.
16Geigenzettel: Anno 19 . Albin Höllinger / fecit in Kiel (gedruckt).
18Hör, Engelbert. — Klingenthal. 1793
19Ein wenig bekannter Vogtländer, von dem es einige leidlich gute Geigen gibt.
20Geigenzettel: Engelbert Hör / Geigenmacher / in Glingenthal. 1793 (gedruckt).
22Hörlein, Karl Adam. — Kitzingen, Würzburg. Geb. 31. Jan. 1829 in Winkelhof (Ökonomiegut bei Marktbreit), † 1902
23Schüler von J. Vauchel. Er war durch drei Jahre als Gehilfe bei Lemböck in Wien tätig und begründete 1853 sein Geschäft in Kitzingen a. M., das er 1866 nach Würzburg verlegte. Er arbeitete nach eigenem und nach dem Stradivariomodell, wendete Weingeist- und Öllack an. Er war u. a. der erste Erbauer der bekannten Ritterschen Viola alta und wurde auf Ausstellungen oft prämiert, auch zum Herzogl. Sachsen-Meiningenschen Hofinstrumentenmacher ernannt. In den letzten Jahren ließ er freilich seine Geigen in Markneukirchen usw. vorarbeiten und vollendete und lackierte sie nur selbst. Seine Biographie mit Bild findet sich in de Wits Zeitschr. f. d. Instr. 1902. Nr. 14. Mehrere Geigen von ihm besitzt C. Stoeber in Würzburg.
24Geigenzettel: K. A. Hörlein invenit. / Würzburg (gedruckt). — Reparirt von K. A. Hörlein / in Kitzingen 1853 :: (geschrieben). — Hermann Ritter invenit. privileg Nr. 260 / K. A. Hörlein fecit Würzburg 1899 (gedruckt).
26Hörning, Woldemar. — Chemnitz. Geb. 21. Nov. 1857 in Arnsfeld b. Annaberg i. E.
27Ein tüchtiger Violoncellist. Mitglied des städtischen Orchesters, der sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen beschäftigt hat und zwar mit solchem Erfolge, daß ihm ein Nebenerwerb dadurch entstanden ist. Er besitzt theoretische Kenntnisse und wird als Reparateur gelobt.
29Hoes (Hös), Anton. — Prag. 1682. 1707
30Wahrscheinlich ein Bruder von Rudolf H. in München. Dem Namen nach dürften beide aus Füssen stammen. Der Prager Bildhauer Joh. Malicky besaß 1794 eine von ihm gemachte Viola d’amore, im Stift Ossegg befindet sich noch jetzt eine Laute von ihm aus dem Jahre 1707 (Kat.-Nr. 19). — Ein Nachkomme, Thomas Höß, lebte noch 1815 als »musikalischer Spielmaschinist« in Wien, am Spittelberg Nr. 14.
31Geigenzettel: Antonius Hös / Lauten und / Geigenmacher in der Alten / Stadt Prag A. 1707 (gedruckt).
33Höß, Felix. — Füssen. 1623
34Er wurde am 23. August 1623 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen.
36Höß, Rudolph. — München. 1680. 1739
37Hoflautenmacher, der unter Max Emanuel und Carl Albert arbeitete. In den bayrischen Hofzahlamtsrechnungen läßt er sich nur von 1696—1704 verfolgen, doch gibt es Violen von ihm mit der Jahreszahl 1682, und das Münchener Nationalmuseum besitzt eine Baßlaute mit seinem Zettel von 1739. Ein Diskant Quinton (1708) ist in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente und eine Viola da Gamba vor 1696 im Fürstl. Hohenzollernschen Museum in Sigmaringen. Er arbeitete sehr sorgfältig, verwendete gutes Holz und hatte ein dem Stainer ähnliches Modell. Seine Decken sind manchmal etwas zu dünn ausgearbeitet, der Lack ist hellbraun oder kastanienbraun, ohne besonderes Feuer. Bei seinen Violen findet man meist schlangenförmige Schalllöcher. Seine Schnecken sind schwungvoll, dagegen die häufig vorkommenden Engelsköpfchen (mit verbundenen Augen) oder Teufelsfratzen mit eingesetzten Edelsteinen an Stelle der Augen nicht sehr geschickt geschnitten. Die Sammlung Crosby Brown in New York besitzt eine kleine, aus der Sammlung Bricqueville stammende Tenorviole von ihm. Der Katalog nennt ihn hier mit Hinweglassung des eigent-

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