Scan 228
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
30 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 224. See the scan on archive.org.
1borener Sohn Jonny H. ist sein begabter Mitarbeiter. Außer seinem Zettel verwendet er auch einen Brandstempel: H Holste.
2Geigenzettel: Angefertigt von / Heinrich Holste, / Steinkirchen 1907 / im alten Lande (gedruckt). — Angefertigt von / Heintr. Holste / Steinkirchen / im Alten Lande 1919 (gedruckt). — Heinrich Holste, / Geigenbauer, / Steinkirchen 18. / No. (gedruckt).
4Holzapfel & Beitel, eine in Baltimore bestehende Geigenfirma
5Holzel (Hölzel), Ignaz. — Kronstadt. 1801
6Nur nach seinem Zettel bekannt: Ignatz Holzel Instrumentenmacher in / Kronstadt 1801 (gedruckt).
8Holzer, Georg. — Stuttgart
9Geschickter Geigenmacher, der bei A. Sprenger tätig ist und in Turin 1911 eine ehrenvolle Erwähnung als Mitarbeiter erhalten hat.
11Holzerlandt, Gottfried. — Tangermünde. 1813
12Er war Instrumentenmacher und hat auch Geigen repariert.
14Holzke, Hermann. — Bremerhaven, Lehe
15Geb. 21. März 1871 in Eichholz (Ostpr.)
16Schüler seines Großvaters, eines braven ländlichen Geigenbauers in Lansberg, später in Hoppendorf. Mit 17 Jahren verlor er seinen Großvater und ging mit 19 Jahren auf die Wanderschaft. Er kam viel in der Welt umher und war seiner Armut halber genötigt, als er als Geigenmacher keine Arbeit fand, in Bremerhaven zunächst eine Stelle als Kassierer anzunehmen. Es blieb ihm aber dabei doch so viel Zeit, daß er sich eine Geigenbauerwerkstatt einrichten konnte. Durch gute Arbeit kam er bald vorwärts und im Jahre 1902 konnte er sich bereits ausschließlich dem Geigenbau widmen. Nach dem Kriege, den er fast während der ganzen Dauer an der Front mitgemacht hat, verlegte er seine Werkstatt nach Lehe, wo er jetzt gut beschäftigt ist und neben vielfachen Ausbesserungsarbeiten auch über 80 neue Geigen gebaut hat, die er von Grund auf selbst anfertigt. Als Vorbild diente ihm eine sehr gut klingende Violine von Johann Christian Reichel, die nach Stradivari gebaut war, später eine ähnliche, noch bessere von Glass. Außer seinem Zettel tragen seine Geigen die Brandmarke: H HOLZKE.
17Geigenzettel: H. Holzke, Bremerhaven. / Gebaut 1909 aus altem Tonholz / vom Umbau d. alten Leher Kirche (gedruckt). — H. Holzke, Bremerhaven. / Gebaut 1910. No. (gedruckt). — H. Holzke, Lehe. / Geigenbauer. / No. 85 Gebaut 1920 (gedruckt).
19Homolka, Ed. Emanuel. — Prag, Kgl. Weinberge. Geb. 26. Aug. 1860 in Prag
20Er lernte von 1874—1879 bei seinem Vater F. A. H. und genoß nebenbei eine tüchtige musikalische Ausbildung bei Franz Ondříček. Nach zweijähriger Militärdienstzeit war er von 1881—1886 als Gehilfe bei seinem Vater tätig und ging 1886 in die Fremde. Nach seiner Rückkehr arbeitete er neuerdings von 1889 bis 1890 bei seinem Vater und übernahm gleich nach dem Tode des Vaters am 1. Mai 1891 dessen Werkstätte. Er arbeitet nach Stradivari, Guarneri, Nic. und Hier. Amati und ist auch ein geschickter Reparateur. Seit Jahren ist er Geigenmacher des böhmischen Nationaltheaters und beeideter Schätzmeister. Er verwendet Spiritus- und gelegentlich auch Öllack. Er ist ein gründlicher Kenner und hat die wertvollsten Forschungen zur Geschichte des Geigenmachens in Böhmen usw. angestellt und deren Ergebnisse wiederholt veröffentlicht. Für ein von seinem Vater begonnenes, von ihm vollendetes Streichquartett erhielt er auf der Allgemeinen Landes- und Jubiläumsausstellung die höchste Auszeichnung. 1911 ist er einstimmig in den Prager Prüfungsausschuß des Österr. Geigenmacherverbands gewählt worden. Sein talentvoller Sohn Eduard Ferdinand (geb. 18. Febr. 1886) widmete sich gleichfalls dem Geigenbau, war sein Schüler und bei ihm tätig. Beim Ausbruch des Krieges zu den Fahnen gerufen, hat er sich auch als tapferer Soldat ausgezeichnet und ist seit dem 26. September 1915 verschollen. Er war in serbische Kriegsgefangenschaft geraten und soll dann in Albanien oder auf einer italienischen Insel seinen Tod gefunden haben. Ein hoffnungsvolles Leben hat dadurch einen vorzeitigen Abschluß gefunden.
21Geigenzettel: Ed. Eman. Homolka / houslár / i Praze 1882 (gedruckt). E. Eman. Homolka / reparairt / Vinea Regiæ 1897 (gedruckt).
23Homolka, Emanuel Adam. — Velvary (Welswarn, Böhmen). Geb. 24. Dez. 1796, † 11. Nov. 1849 in Prag
24Schüler von Kaspar Strnad, bei dem er 14 Jahre lang arbeitete, Bruder von Ferd. Jos. H. in Kuttenberg und Vater von Ferd. Aug. H. Er machte sich 1821 selbständig und war ein gediegener Meister, dessen Arbeiten jetzt sehr gesucht sind. Er wohnte im Hause Nr. 64 und war mit Josepha Rouček verheiratet. Seine Geigen sind sehr schön nach der Form gebaut, mittlere Wölbung, gelber und gelbbrauner Spirituslack, manchmal aber seltener, prächtiger goldgelber Öllack und ansprechender Ton. Er bevorzugte wie sein Lehrer das Stradivariomodell. Der Komotauer Kirchenchor besitzt eine Violine von 1835 von ihm.
25Geigenzettel: Abb. 326.
27Homolka, Ferdinand August Vincenz. — Prag.
28Geb. 19. Jan. 1828 in Velvary, † 22. Nov. 1890 in Prag, Kgl. Weinberge
29Schüler seines Vaters Eman. Adam H. und Neffe von Joh. Steph. H. Er hatte 1844 ausgelernt, arbeitete dann bei Kratschmann in Znaim, Franz Schmidt in Wien und Jos. Barchánek in Ödenburg, Fietsche in Linz, Fischer in Wien und einigen Prager Meistern. Er heiratete am 24. Mai 1858 Marie Kobrč, nachdem er sich schon 1847 selbständig gemacht hatte. Er wohnte erst Altstadt 291, von 1851—1857 gemeinschaftlich mit seinem Onkel, später Spálená ul. 92 und 105, 104, Malé náměsti Nr. 13, seit 1873 Husová třída 231 und zuletzt (seit 1888) auf den Kgl. Weinbergen. 1874 erwarb er das Bürgerrecht. Er war der »Prager Stradivarius«, ein ideal angelegter Künstler, der es, wie
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