Scan 229
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1wenige, verstand, den von ihm so hochverehrten Stradivari 1) nachzuahmen, wobei er bis in die kleinsten Einzelheiten ging und in bezug auf die Tonschönheit seinem Vorbild tatsächlich nahe kam. Er kopierte gelegentlich auch andere Meister, wie Jos. Guarneri oder Petrus Guarneri, Nic. Amati usw. Dabei hielt er sich nur an wirkliche Meisterwerke seiner Vorbilder, wie die Streichinstrumente des Grafen Wielhorski. Ohne eine hohe Wölbung zu bevorzugen, hielt er ein zu flaches Modell doch für ungeeignet, auch verstand er es vortrefflich, die richtige Holzstärke einzuhalten. In seinen jüngeren Jahren machte er auch viele Gitarren. Er verwendete sowohl Öl- als Spirituslack von roter, orangegelber und rotbrauner Farbe.
2Geigenzettel: Ferd. August Homolka / in Prag 1866 (gedruckt). — Ferd. August Homolka / fecit Pragae 1849 / Copie nach Math. Alban. (F. H. im Kreis) u. Abb. 342.
4Homolka, Ferd. Josef I. — Neu Bydschow. Kuttenberg. Geb. 19. Jan. 1810 in Velvary, † 4. Febr. 1862 in Kuttenberg (Kutná Hora)
5Schüler seines Bruders Em. Ad. H. Er war ein selbständiger, denkender Künstler, schuf sich ein eigenes Modell und galt als ein Meister ersten Ranges. Seine Geigen waren sauber gearbeitet und stark im Holz. Seine in München 1854 ausgestellten Violinen wurden zu den besten gerechnet. Sein Lack war gewöhnlich dunkelrot oder gelb. Es gibt auch gute Gitarren von ihm. Zuerst war er von 1837—1843 in Novy Bydžov ansässig, wo er auch 1839 Magdalena geb. Ringhoffer heiratete. Er hatte drei Söhne und eine Tochter und wurde 1843 Bürger in Kutná Hora.
6Geigenzettel: Ferd. Jos. Homolka / v Kutné Hoře 1857 (gedruckt). — Ferdinand Josef Homolka / in Neubydžov / Anno 1842 (gedruckt) und Abb. 338.
8Homolka, Ferdinand Josef II. — Kutná Hora. Geb. 19. Jan. 1842 in Novy Bydžov, † 9. Aug. 1863 in Kutná Hora (Kuttenberg)
9Sohn und Schüler seines gleichnamigen Vaters.
11Homolka, Johann Stephan. — Prag, später Kuttenberg. Geb. 20. Juni 1800 in Velvary, † 19. März 1883 in Prag
12Bruder von Ferd. Jos. H. Schüler von Joh. Stoß, arbeitete eine Zeitlang bei M. Weber und machte sich dann in Prag, Altstadt, Havelská ul. Nr. 521, selbständig, 1861 wohnte er Neustadt, Školská ul. 693, dann Vodicková ul. 703 und Směckách Nr. 598. Im Jahre 1863 siedelte er nach Kuttenberg über, um die Werkstatt nach seinem Neffen Ferd. Jos. zu übernehmen. In Prag war er kürzere Zeit Geschäftsteilhaber bei Ferd. Aug. H. Er war ausübender Musiker, als Geigenbauer aber wohl der Unbedeutendste der Familie, wie er sich selbst nicht mit Unrecht nannte. Er machte auch Gitarren.
13Geigenzettel: Johann St. Homolka / fecit Pragae Ao / 1851 (geschrieben). — Johann Homolka / Instrumentenmacher / in Prag (gedruckt). — Jan Homolka / v Kutné Hoře 1882 (gedruckt).
151) Speziell das Modell von 1709.
16v. Lütgendorff, Geigen- und Lautenmacher. Bd. II
18Homolka, Vinzenz Emanuel. — Wien, später Velvary. Geb. 8. Juli 1826 in Velvary, † 27. März 1861 zu Velvary (Welwarn)
19Älterer Sohn von Em. Ad. H. und Schüler seines Vaters von 1838—1843. Er arbeitete nach der Lehrzeit zuerst in Prag bei seinem Bruder, bei Stoß und Lehner, ging dann nach Budapest und 1846 zu Franz Schmidt nach Wien. War 1854—1858 in Wien ansässig und ließ sich zuletzt in seinem Geburtsorte nieder. Er war ein sehr talentvoller, tüchtiger Meister und bevorzugte einen dunkelgelben Öllack.
20Geigenzettel: Vinzenz Em. Homolka / Viennae Anno 1854 (gedruckt). — Vincenz Homolka / Welwarn, Anno 1851 (gedruckt). — Vincenz Em. Homolka / Anno 1847 (gedruckt).
22Homolka, Wenzel. — Velvary (Welwarn). Geb. 14. Okt. 1798 in Welwarn, † daselbst vor 1850
23Schüler seines Bruders Em. Adam H. Außer Geigen machte er auch Gitarren.
24Geigenzettel: W. Homolka, houslar (gedruckt).
26Hoof, Alphons van. — Tilburg (Holland), Antwerpen, 's Hertogenbosch. Geb. 14. April 1878 in Tilburg
27Seine erste Lehrzeit machte er bei Heinrich Rosbach, der in der Fabrik von Kessels in Tilburg als Meister tätig war, durch. Hierauf ging er nach Markneukirchen, um seine Ausbildung abzuschließen. Zurückgekehrt machte er sich zuerst in Tilburg selbständig, verlegte aber nach etwa sieben Jahren seine Werkstatt nach Antwerpen. Nach Ausbruch des Krieges kehrte er im Anfang des Jahres 1915 nach Holland zurück und ließ sich in 's Hertogenbosch nieder, wo er bis zum 8. April 1920 blieb. Hier baute er 90 Streichinstrumente, darunter auch eine Viola d'amore. Über sein bemerkenswertes Wirken in 's Hertogenbosch hinterlegte der dortige »Kunstkring« eine anerkennende Urkunde im Staatsarchiv zum dauernden Andenken des Meisters. Er baute seine Geigen hauptsächlich nach Stradivari, Gobetti und Santo Seraphin und hatte damit sehr gute Erfolge. In letzter Zeit lernte er eine besonders schöne Violine von Storioni kennen, nach der er jetzt vorzugsweise arbeitet. Seine Gewissenhaftigkeit und die sorgfältige Durchführung seiner Geigen verschafften ihm die wohlverdiente Anerkennung der berufensten Kenner. Zu jeder seiner Geigen gibt er auch ein Zertifikat, auf dem er die eigenhändige Ausführung gewährleistet, die Zeit der Ablieferung und alle Besonderheiten und Maße genau bemerkt.
28Geigenzettel: Abb. 354.
30Hopf, Carl August. — Brunndöbra. Geb. 7. Okt. 1832 in Klingenthal, † 21. Jan. 1918
31Sohn und Schüler von Carl Friedr. H. und seit 1892 auch dessen Nachfolger. Er arbeitete wie sein Vater
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