Scan 238
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
45 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 234. See the scan on archive.org.
1Hummel, (Mathias) Matthäus I. — Augsburg. 1634. † um 1670
2Wohl ein Verwandter des gleichnamigen Nürnberger Meisters. Er war der Schwiegervater Thom. Edlingers und wird allerdings als »Tischler« bezeichnet. Da die Lauten- und Geigenmacher in Augsburg aber der Tischlerzunft eingeordnet waren, so besteht doch die Wahrscheinlichkeit, daß er tatsächlich ein Lautenmacher war, da auch sein Sohn Lautenmacher wurde. Er hatte am 14. Mai 1634 die Erlaubnis zum Heiraten erhalten. Da seinem abwesenden Sohn am 18. Oktober 1670 Erbschaftspfleger ernannt wurden1), dürfte er um diese Zeit gestorben sein. Eine Taschengeige von ihm befindet sich in Berlin (Sammlung Snoeck Nr. 458); ein gleiches Instrument in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 727).
3Geigenzettel: Mathias humell / in Augspurg 1649 (geschrieben).
5Hummel, Matthäus II. — Augsburg. Geb. zwischen 1640 und 1650. 1676
6Sohn von Matth. H. I. Er wird ausdrücklich als Lautenmacher bezeichnet und war jedenfalls von 1670—1676 in der Fremde. Am 27. Juni 1676 erschien er am Pflegschaftsamt und erklärte, daß er sein vom 18. Oktober 1670 an verwaltetes Vermögen richtig erhalten habe. Da mir aus Augsburg datierte Arbeiten seiner Hand nicht vorgekommen sind, halte ich es für möglich, daß er mit Mathias Hummel in Nürnberg identisch ist.
8Hummel, Richard Oskar. — Markneukirchen. Geb. 1885, gefallen auf dem Felde der Ehre 9. Aug. 1916
9Er galt als hoffnungsvoller Geigenmacher.
11Humrich (Hummrich). — Berlin. 1802
12Im Hohenzollernmuseum im Schlosse Monbijou in Berlin befindet sich im Zimmer der Königin Louise eine Mandoline von Birnbaum- und Tannenholz mit dem untenstehenden Zettel. Humrich ist vermutlich derselbe, der 1802 als Kammermusiker und Violinist bei der kgl. Opernkapelle angestellt war und 1815 Ballettdirigent wurde; möglicherweise auch mit dem Potsdamer Stadtmusikus Conrad Gottlieb Hummerich (1786 bis 1795) identisch.
13Geigenzettel: No 1. Humrich, / Musikalischer Instrumenten-/ tenmacher in Berlin 1802 (gedruckt).
15Hums, Albin. — Markneukirchen 1921
16Leitet eine gut eingeführte Werkstatt für Künstlerbogen.
18Hums, Ernst. — Geb. 19. Mai 1837, lebt als Geigenmacher in Markneukirchen
20Hunger, Christoph Friedrich. — Leipzig. Geb. in Borstendorf 1718, † zu Leipzig 1787
21Sohn von Samuel H. Schüler von Jauch in Dresden. Er war bis um 1760 in Borstendorf tätig und ging dann nach Leipzig, wo er vermutlich bei Johann Christian Hoffmann arbeitete und nach dessen Tod die alte Werkstatt, die wahrscheinlich noch den väterlichen Schild führte, übernahm. Nur so ist es zu verstehen, daß er sich als den Nachfolger Martin Hoffmanns ansah, es sei denn, daß das M. als Abkürzung für Meister gelesen werden sollte. Er brachte es bald zu Ansehen, denn er arbeitete recht gewissenhaft nach italienischen Vorbildern und war besonders als Violen- und Violoncellomacher geschätzt. Seine beste Zeit fällt in die Jahre 1770—1780, und man bezahlte schon zu seinen Lebzeiten 30—40 Taler für seine Geigen. Sein Lack ist gewöhnlich hellgelb, jetzt aber oft nachgedunkelt. Alfred Laubach in London besitzt eine breite Viola von ihm.
22Geigenzettel: Christoph Friedrich Hunger / als Nachfolger des sel. M. / Hoffmann in Leipzig 1781 (geschr.).
24Hunger, Richard. — Halle a. S. 1911
25Geboren in Leipzig, lernte er dort bei A. Hermer, arbeitete als Gehilfe u. a. bei J. J. Held in Beuel und ließ sich dann in Halle nieder. Er gilt als tüchtiger und sorgfältiger Reparateur und baut seit einigen Jahren auch gute neue Geigen.
26Geigenzettel: Reparirt von Rich. Hunger, / Halle a./S. 1899. (geschrieben).
28Hunger, Samuel. — Borstendorf b. Augustusburg. Geb. 1684, † 8. Febr. 1758
29Der Vater des Leipziger Meisters. Leider sind die Borstendorfer Kirchenbücher aus dem 18. Jahrhundert größtenteils verbrannt, so daß sich nichts Sicheres über ihn ermitteln ließ. Er soll außer Geigenmacher auch Zolleinnehmer gewesen sein. Die Familie ist noch jetzt in Borstendorf ansässig. Hungers Violen und Bässe kommen öfter vor, sind nicht schlecht gemacht, wenn auch ohne hervorstechende Eigenschaften.
30Geigenzettel: Abb. 344.
32Hurel, Charles. — Paris. 1636
33Er wird als »Luthier« bezeichnet und war Sachverständiger im Prozeß Médard.
35Hurel, Jean. — Paris. 1686. 1717
36Wahrscheinlich der Sohn von Charles Hurel. Er wohnte erst Rue des Arcis (und hatte den Ladenschild »À l’image de St.-Pierre«) und von 1689—1717 Rue St. Martin nächst der Fontaine Maubué. Er war Geigenmacher der königlichen Kapelle und wird von Sauveur (Mém. de l’Academie des sciences 1701) als einer der Geschicktesten gepriesen. Er war nebenbei auch Musikalienhändler wie aus dem Titelblatt der »Traité de Viole avec des Pièces à une ou deux Violes« hervorgeht, die 1686 erschienen ist, und »chez l’autheur«, sowie »chez Jean Hurel faiseur d’Instruments pour la musique du Roy, rue des Arcis à l’image S. Pierre« zu haben war.
38Hury, L., lebt als Geigenmacher in Paris
40Husson. — Mirecourt. 1848. 1857
41Teilhaber der bekannten Fabriksfirma »Husson, Butthod et Thibouville« und als solcher Leiter der Abteilung für Blasinstrumente.
431) Darunter Thom. Edlinger. one of two readings
44(no line here) one of two readings
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