Scan 245
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Jaura, Wilhelm Thomas. — Wien. Geb. in Wien 24. Nov. 1863
2Sohn von Wilh. Jos. J. Einziger Schüler von Theodor Gutermann. Nachdem er 21 Jahre bei seinem Lehrmeister tätig war, machte er sich im Jahre 1898 selbständig und baut hauptsächlich Violoncelli nach Ruggeri, Maggini und Andr. Guarneri, und zwar nur nach Meisterwerken, die ihm im Original zugänglich sind oder waren. Da er sehr altes, gutes Tonholz und einen schönen Öllack verwendet, sehr sauber arbeitet, sind seine Geigen und Violoncelli auch sehr gut im Ton und werden von den Musikern sehr geschätzt. Er ist auch ein tüchtiger Reparateur und besonders geschickt im Ersatz einzelner Teile bei alten Instrumenten. Er ist wohl der beste Kenner der Wiener Schule. Bis jetzt hat er über 250 Violinen, 50 Violen und mehr als 100 Violoncelli gebaut. Seine Violinen und Violoncelli werden mit Vorliebe gekauft. Im Jahre 1905 wurde er Geigenmacher an der kaiserl. Hofkapelle und 1907 zum Hofgeigenmacher ernannt. Seit 1909 ist er auch Experte und beeideter Schätzmeister für Streichinstrumente des Pfand- und Versteigerungsamtes und handelsgerichtlich beeideter Sachverständiger usw.
3Geigenzettel: Abb. 387 und 391.
5Javelland-Labbé, lebt als Nachfolger von Valentin in Angoulême
7Jaworski, Franz. — Danzig. Geb. 1862
8Ein Fleischermeister, der aus Liebhaberei seit seinem 18. Jahre Geigen macht und sich darin eine gewisse Geschicklichkeit erworben hat. Er baut nach Stainer und Amati und nach einem eigenen Modell und verwendet altes Ahorn- und böhmisches Tannenholz. Er setzt seinen Ehrgeiz drein, alle Teile seiner Geigen, auch die Schnecken, selbst zu machen und schnitzt auch gerne Köpfe (Fratzen) am Wirbelkasten. Er hat auch zahlreiche Geigen repariert.
10Jay (Jaïe), Henry I. — London (Southwarke).
111611. † um 1676
12Einer der besten englischen Violen- und Lautenmacher seiner Zeit, von dem sich einige wenige treffliche Instrumente erhalten haben: das älteste von 16151), das letzte von 1667. Eine Baßviole befindet sich im Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 171), eine Viola da Gamba von 1611 besitzt E. J. Payne, eine von 1619 W. E. Hill & Sons, eine Diskantviola von 1632 die Sammlung Galpin (Boston), eine Tenorviola war 1872 im South Kensington Museum ausgestellt. Th. Mace erwähnt ihn rühmend in seinem »Musicks Monument« (1676), Brittons »Catalogue of Mus. Instr.« verweist gleichfalls auf ihn, und im Selhofschen Versteigerungskatalog (1759) wird eine Gamba von »Henr. Geaye Southwark London 1632« aufgeführt.
13Geigenzettel: Henri Jay, in Southwarke 1667 (gedruckt) und Abb. 385.
151) Wenn es nicht 1645 heißen muß.
16v. Lütgendorff, Geigen- und Lautenmacher. Bd. II
18Jay, Henry II. — London (Long Acre). 1744. 1777
19Wahrscheinlich der Sohn von Thomas Jay. Zeichnet sich durch saubere Arbeit und guten rötlich-braunen Lack aus. Er arbeitete gut nach italienischen Meistern, oft für die Firma Longman & Broderip, und war besonders durch seine guten Taschengeigen bekannt, die schon zu seinen Lebzeiten hoch im Preise standen. Seine Zettel sind, soweit bis jetzt bekannt ist, nur geschrieben.
20Geigenzettel: Made by Henry Jay / in Long Acre. London 1746 (geschrieben). — Made by Henry Jay in / Wind-Mill Street, near / Piccadilly. London 1768 (geschrieben).
22Jay, Thomas. — London. 1690. 1700
23Vermutlich ein Sohn von Henry I J. Seine Arbeit ist gut, jedoch der von J. Baker in Oxford ähnlicher als der Henry Jays. Es wird behauptet, daß er mit Edward Lewis gemeinschaftlich gearbeitet haben soll, doch läßt sich nicht feststellen, auf welchen Grund hin diese Behauptung aufgestellt worden ist.
25Ibañez, Salvador. — Bajada (Argentinien)
26Gitarren- und Mandolinenmacher des 19. Jahrhunderts, der auch Geigen geflickt hat.
27Geigenzettel: Fabrica des Guitares / Salvador Ibañez / Bajada. (gedruckt).
29Jean, F. S. (nach A. Jacquot »Frère Jean«). — Paris. 1667
30In einer Gitarre der Sammlung Rothschild findet sich der Name »Jean, luthier Rue Saint Martin«. Eine dem Deckenholz nach sehr alte Violine trägt im Boden den Brandstempel F. S. JEAN (dunkelbraungelber Lack, flache Wölbung, im Modell und den F-Löchern an Stradivari erinnernd), die wohl dem 1667 in Paris, Rue St. Martin, vorkommenden »Luthier Jean« zugeschrieben werden könnte.
32Jeandel, Pierre-Napoleon. — Rouen. Geb. um 1812 in Courcelles sous Vaudremont (Meurthe), † Rouen 10. Mai 1879
33Schüler von Charotte in Mirecourt. Trat 1835 bei dem Bruder seines Lehrmeisters in Rouen ein und übernahm 1836 nach dessen Tode mit Lucien Delau das Geschäft. 1848 trat er aus der Firma aus und eröffnete am Quai de Paris Nr. 51 seine Werkstatt und ist mehrfach ausgezeichnet worden. Hübsche Modelle, roter Lack. Leider fehlte ihm der verdiente materielle Erfolg in seinen alten Tagen; durch den Tod seiner Tochter hilflos geworden, wurde er am 27. Dezember 1878 im Hospital aufgenommen, wo er wenige Monate später starb.
35Jeandel, Victor. — Lüttich. † 1860
36Ein braver Meister, Oheim und Lehrer von G. Mougnot, der später auch sein Nachfolger wurde.
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