Scan 248
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
40 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 244. See the scan on archive.org.
1Isser, Johann. — Horeben, Volderberg (Tirol).
2Geb. 1791 in Volderberg, † daselbst 14. April 1852
3Dr. Fr. Waldner erzählt in seinen Nachrichten über tirolische Lauten- und Geigenbauer, daß J. Isser ein Bauer zu Horeben gewesen sei, der als Autodidakt Geigen gemacht habe. Das Ferdinandeum in Innsbruck besitzt eine Geige von ihm.
4Geigenzettel: Johann Isser / am / Volderberg 1823 (gedruckt).
6Jubault, ein »Luthier«, der in Chartres lebt
7Jühling, Franz. — Dresden. Geb. 1838
8Mitbegründer der Firma (die von 1880—1884 Richter & Jühling lautete) und von 1884—1906 alleiniger Inhaber. In einer langen Reihe von Jahren hat er sich eine sehr achtbare Kenntnis der italienischen Geigen erworben und hielt seine Mitarbeiter zu sauberer und genauer Arbeit an. Auf verschiedenen Ausstellungen war er durch sehr gute Violinen, Violen und Violoncelli, sowie durch Bogen und Saiten vertreten und erhielt außer anderen Auszeichnungen auf den Weltausstellungen in Brüssel und Paris 1900 die goldene Medaille für Streichinstrumente und quintenreine und überspinnene Saiten. In den letzten Jahren widmete er sein besonderes Interesse der Lackierung, wobei ihm seine Kenntnisse in der Chemie sehr zustatten kamen. Er war trotz seines hohen Alters noch rastlos tätig. Sein im Jahre 1880 geborener und als Geigenmacher regelrecht ausgebildeter Sohn Walter ist seit 1906 Mitinhaber des Geschäfts. Seine Saitenspinnerei arbeitet mit von ihm selbstgedachten Maschinen und elektrischem Betrieb. Sehr beliebt sind auch die Jühlingschen sog. Testudolauten. Die Firma war auch Lieferant der kgl. Kapelle.
9Geigenzettel: Franz Jühling. / Streichinstrumentenmacher / Dresden, (gedruckt).
11Juliano, Francesco. — Rom. 1690. 1725
12Sein Name kommt in so verschiedenen Schreibweisen (Giugliani, Guillano usw.) vor, daß es schwer ist, die richtige herauszufinden. Auch die Jahreszahlen gehen oft bis 1620 zurück, wobei schon das Aussehen der Geigen dieses Alter unglaublich erscheinen läßt. Die Arbeit ist nicht hervorragend.
13Geigenzettel: Francesco Juliano in Roma / 1725 (gedruckt).
15Julien, L. Antoine (gen. Jullien). — Paris. 1812 bis 1860
16Kapellmeister und Tondichter beliebter Tanzweisen, erfand auch eine neue, um eine Quart höher gestimmte Geige, die er von J. B. Vuillaume machen ließ. Eine solche befindet sich im Museum des Pariser Konser-vatoriums.
18Jung, Eduard. — Garsten. Geb. 1849 zu Karlsdorf i. M.
19Autodidakt vom reinsten Wasser. Er kam als Gendarmeriewachtmeister nach Tirol, wo ihm Rufs Biographie Jakob Stainers in die Hand fiel. Da er von Jugend auf Geige spielte, bekam er nun Lust, sich selbst als Geigenmacher zu versuchen. Obwohl er nie gesehen, wie Geigen gemacht werden, — und bis zuletzt die dazu nötigen Werkzeuge nicht kannte, gelang schon der erste Versuch einigermaßen. Durch fortgesetzte Übung und viel natürliches Talent brachte er es schließlich zu großer Fertigkeit, trotzdem er mit den primitivsten Werkzeugen, die er sich selbst erfand, arbeitete. Er machte im Jahre ungefähr drei Geigen fertig und hat etwa 65 gebaut. Sie sind von tadelloser Ausführung und gutem Ton, so daß er viele Ausstellungspreise, zuletzt vom Handelsministerium eine Staatsmedaille, erhalten hat. Eine reich eingelegte Geige mit Widmung ist in der Sammlung Eugen Haas in Herzogenburg.
20Geigenzettel: Eduard Jung / k. k. Inspector der Strafanstalt Garsten / fecit 1898 No 23. (gedruckt).
22Jungcurth, Heinrich Wilhelm. — Hamburg. 1782
23Ein Instrumentenmacher, der am 15. November 1782 das Bürgerrecht in Hamburg erwarb.
25Ivanoff, Wladimir Wassilewitsch. — St. Petersburg. 1885. † nach 1890
26Schüler von Kittel. Ein begabter russischer Geigen-, Bogen- und Saitenmacher, der nach dem Modell der Brüder Amati arbeitete. Kummer und Not beeinträchtigten seine Entwicklung, seine besten Violinen entstanden zur Zeit, als Didelot sein Gehilfe war, seine Violen sind ohne Sorgfalt gearbeitet. Der Lack ist manchmal recht gut. In seiner letzten Lebenszeit machte er hauptsächlich nur noch Volkszithern. Wie sein Lehrmeister, war er ein geschickter Bogenmacher, nur nahm er die Stangen zu schwach.
28Ka . . . , Mathias. — Düsseldorf. 1737
29Eine reich mit Elfenbein und Perlmutter eingelegte Viola d’amore der Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 867) trägt einen Zettel, auf dem sich nur der Anfang des Namens entziffern läßt. Bei dem Versagen archivalischer Nachforschungen in Düsseldorf war es nicht möglich, den vollen Namen herauszubringen, was um so bedauerlicher ist, als man es hier mit einem Meister zu tun hat, dessen Arbeit an die Joach. Tielkes erinnert. Die Zargen sind purpurblau gefärbt, am Wirbelkasten befindet sich ein Mohrenköpfchen. Der Lack ist hellgelb.
31Kabinger, Jakob. — Budapest. 1840. 1876
32Einer der besten ungarischen Geigenmacher und einer der besten Bogenmacher. Ende der sechziger Jahre soll er nach Rußland ausgewandert und im Jahre 1876 in Kiew gestorben sein.
33Geigenzettel: Jakob Kabinger / in Pesth 1857. (gedr.).
35Kämbl 1), Johann Andreas. — München. Geb. 1699, † 1. April 1781 one of two readings
36Kämbl¹), Johann Andreas. — München. Geb. 1699, † 1. April 1781 one of two readings
37Einer der besten Münchener Lauten- und Geigenmacher des 18. Jahrhunderts. Er war in erster Ehe mit
381) Der Name kommt auch Kämbel, Kämpf und Kämml geschrieben vor. one of two readings
39¹) Der Name kommt auch Kämbel, Kämpf und Kämml geschrieben vor. one of two readings
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