Scan 249
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1der älteren Tochter Paul Alletsees verheiratet und wurde der Nachfolger seines Schwiegervaters und war seit 1738 auch Hoflautenmacher. In den bayrischen Hofrechnungen von 1757—1778 wird er wiederholt aufgeführt, und seine zweite Frau Franziska Kämblin kommt noch 1785 als Hofgeigenmacherswitwe vor. Er erhielt für seine Reparaturen usw. vom Hof zusammen 978 fl. 30 kr. Wenn Sandys und Forster ihn schon 1635 leben lassen, so haben sie ihn um ein Jahrhundert zu früh angesetzt. Kämbls Nachfolger war Gregor Sidtler.
2Geigenzettel: Johann Andreas Kämbl / Churfürstl. / Hof-Lauten- und Geigenmacher / in München 1745 (gedruckt).
4Kämbl, Johann Cornelius. — München. 1635. 1640
5Er wird zuerst von Sandys & Forster ohne nähere Quellenangabe erwähnt. In München war nichts über ihn zu erfahren.
7Kämpffe, Albin. — Markneukirchen. Geb. 4. April 1866
8Schüler von Karl Keßler und der Fachschule für Instrumentenbau in Markneukirchen. Er arbeitete dann 2 1/2 Jahre bei Hammig in Leipzig und 1 Jahr bei Schünemann in Hamburg, 3 1/2 Jahre bei H. Th. Heberlein und machte sich am 1. November 1890 in seiner Vaterstadt selbständig, wo er nach italienischen und französischen Vorbildern Geigen macht. Seit 1896 fertigt er auch Schoßviolen zum Ersatz der Streichzither an.
10Kahles, Franz. — Langfuhr (Vorstadt von Danzig). 1860
11Ein gutes Violoncello von ihm ist in Karlsruhe in Privatbesitz.
12Geigenzettel: Franz Kahler 1860 / in Langfuhr bei Danzig (gedruckt).
14Käßler s. Keßler
16Kaiml, Franz. — Budapest. Geb. 1840
17Seit 1870 als Instrumentenmacher selbständig.
19Kaiser, Martino. — Venedig. 1609. 1632
20Vielleicht ein Schüler Tiefenbruckers oder Hiebers und sicher, wie diese, deutscher Abstammung. Eine Archilaute von ihm besitzt das Museum des Pariser Konservatoriums und eine reicheingelegte Theorbe die Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 716). Er war übrigens auch ein geschickter Klavierbauer, wie das ein prächtiges, für Kaiser Leopold I. verfertigtes Clavicytherium beweist. Ein Violoncello mit der angeblichen Jahreszahl 1679 besitzt die Sammlung Correr in Venedig. — Es hat auch einen wohl mit Martino K. verwandten Georgius Kaiser (Kayser) gegeben, der sich als den Besitzer der sechssaitigen, schmucklosen Laute nennt, die er von Wendelin Tiefenbrucker erworben hat, wenigstens ist der Zettel nicht anders zu deuten: Georgius Kayßer favricatto / da Wendelino Dieffenbruger / 1595 (gedruckt).
22Kalbsaug, Eberhart. — Nürnberg. 1433
23In Urkunden, die im Kreisarchiv zu Nürnberg aufbewahrt sind, wird er ausdrücklich als Lautenmacher bezeichnet.
25Kalies, Johann Heinrich. — Lübeck. Geb. 1767, † 11. Juni 1814
26Er stammte aus Wesloe bei Lübeck, war ein guter »Violinenmacher« und wohnte in der Ritterstraße Nr. 694 (jetzt St. Annenstr.), wo auch sein Vorgänger Joh. Hinrich Knichtel seine Werkstatt hatte. Er verheiratete sich am 17. Oktober 1805 mit Elsabe Marg. Behrotter (geb. 1779), mit der er nur eine Tochter Marg. Elisabeth hatte, die aber schon am 15. Juni 1808, erst 16 Wochen alt, starb. Seine Witwe heiratete den Geigenmacher Hüttel, der dann sein Nachfolger wurde.
28Kaltenbrunner, Karl Richard. — Wien. Geb. in Wien 16. März 1878
29Nachdem er vier Jahre bei Fr. Howorka gelernt hatte, arbeitete er bis 1899 in Teschen und kam 1899 zu Th. Gutermann, bei dem er bis 1904 blieb. Die nächsten sechs Jahre war er bei Stübiger tätig und ging dann zu Georg Rauer, bei dem er seine letzte Ausbildung fand und sich zu einem tüchtigen Meister entwickelte. Im Jahre 1919 machte er sich selbständig und hat sich durch sorgfältige und kunstgemäße Arbeit sehr gut eingeführt. Er ist besonders geschickt in allen Ausbesserungsarbeiten und hat auch schon einige sehr schöne neue Geigen gebaut.
30Geigenzettel: K. Richard Kaltenbrunner / fecit Viennae Anno 19 . . (gedruckt).
32Kammeyer, Johannes Christoph. — Mannheim
33Im Mannheimer Altertumsmuseum befindet sich eine kleine Messingplatte (Türschild?) mit der gravirten Aufschrift: »Johannes Christoph Kammeyer Musikalisch Instrumentenmacher 1792«. Ob er aber Geigen und Lauten gemacht hat, konnte ich bisher nicht ermitteln.
35Kanamüller (Kannamüller), Franz. — Obernzell. 1836. 1848
36Er hat wahrscheinlich nur im Nebenberuf Geigen gemacht, besaß aber eine kunstgeübte Hand, so daß seine Arbeiten gut aussehen und gut klingen. Eine Viola von ihm erinnerte an die Klotzschule, hatte dunkelbraunen Lack, hübsche F-Löcher und tiefgestochene Schnecke. Albert Berr in Böhmischbruck besaß ein Violoncello von ihm und forschte in Obernzell nach dem Hersteller. Es ergab sich, daß der Name Kanamüller in Obernzell tatsächlich von 1800—1886 vorkommt, aber kein einziges Mitglied der Familie wird als Geigenmacher bezeichnet.
38Kandelhardt, Robert. — Oldenburg i. Gr.
39Geb. 28. Juli 1867 in Oldenburg
40Schüler von Reinhold Paulus. Tüchtig vorgebildet, übernahm er am 1. Febr. 1893 das von seinem Vater
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- Kämpffe, Albin
- Kahles, Franz
- Kaiml, Franz
- Kalies, Johann Heinrich
- Kaltenbrunner, Karl Richard
- Kanamüller, Franz
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